Wandsbeker Gehölz

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Hamburg Wandsbeker Gehölz Kirschbaum

Spring in Hamburg is beautiful!

Frühling ist überall ein wunderschönes Ereignis, vor allem nach einem langen und trockenen Winter in Peking. Doch auch in Hamburg habe ich in diesem Jahr (2014) den Frühling entdeckt, ganz nahe und fast unbeachtet.

Das Wandsbeker Gehölz

In Wandsbek gab es im 18. Jahrhundert ein Schloss des dänischen Finanzministers Carl Graf von Schimmelmann. Dazu gehörte auch ein prächtiger Schlossgarten und ein Jagdrevier mit einem alten Baumbestand. Im 19. Jahrhundert gehörte das Gebiet zum Gut Marienthal. Als der Gutsbesitzer 1860 das Land in Parzellen aufteilte und daraus Hausgrundstücke machte, kaufte die lokale Verwaltung einen großen Teil davon auf. So entstand zum Einen das heutige Villenviertel Marienthal und als Naherholungsgebiet das Wandsbeker Gehölz. Dies ist ungefähr 2000 Meter lang und 200 Meter breit.

Wandsbeker Gehölz auf Wikipedia
Am Eingang zum Ersten Gehölz vor dem Gemeindehaus der Christuskirche in Marienthal befindet sich der Wandsbeker Geschichtsstein. Der unter Historikern umstrittene Findling mit den wichtigsten Daten zur Wandsbeker Geschichte wurde 1937 von der Wandsbeker Stadtverwaltung anlässlich der Vereinigung mit Hamburg aufgestellt. Die teilweise fehlerhaften Angaben und der Dank an den “Führer” wurden herausgemeißelt und nur unzureichend geändert.

Ursprünglich befand er sich auf dem Wandsbeker Marktplatz in der Nähe der heutigen Wandsbeker Marktstraße, dann, wegen des Baus des Wandsbeker Busbahnhofes, am Eingang des zweiten Gehölzes in Marienthal, wiederum für ein paar Jahre in Wandsbek direkt vor der Kirche, bevor er 2005 im Zuge der Neugestaltung des Platzes vor der Kirche und dem Schimmelmann-Mausoleum an den heutigen Standort nach Marienthal versetzt wurde. Im Gegenzug wurde eine zuvor hier aufgestellte Sandsteinvase aus dem einstigen Schlosspark mit einer weiteren Vase an die Südseite des Wandsbeker Marktplatzes verlagert.

Etwas weiter im Ersten Gehölz befindet sich ein Gedenkstein für Matthias Claudius. Er wurde 1840 zum 100. Geburtstag des Dichters im damaligen Schlosspark errichtet und bei der Parzellierung des Schlossparks 1861 in den Bereich der Robert-Schuman-Brücke und schließlich an den heutigen Standort in Marienthal versetzt.

Man kann, wenn man will, von Hamburg-Horn, wo ich wohne, bis nach Wandsbek zu Fuß laufen. Das dauert eine knappe Stunde und führt überwiegend durch Kleingärten und eben das Wandsbeker Gehölz. Ich habe das ausprobiert und war richtig begeistert. Hier, praktisch mitten in der Stadt, ist man der Natur ganz nahe. Jetzt im Frühling scheint die Sonne durch das helle neue Laub der Eichen und Buchen. Die Vögel zwitschern aus Leibeskräften. Ich habe sogar einen Specht klopfen gehört. Es soll auch einen Waldkauz geben.

Wundervolle Eindrücke vom herbstlichen Gehölz mit tollen Fotos findet Ihr auch hier: Herbst im Gehölz

Ulrike

Jahrgang 1955. Mehr als 30 Jahre Reise-Erfahrung in China und Asien. China-Expertin bei feel China. Lasst Euch von meinen Erfahrungen inspirieren! Nicht nur über China! Weitere Themen: Museen, Hamburg, Hannover, Rom, Paris, London u.v.m.
Ich freue mich über Eure Kommentare!
Ulrike

4 Kommentare

  • Schön, dass du dir dieses Waldgebiet im Blog vorgenommen hast, Ulrike. Mir gefällt das Wandsbeker Gehölz auch sehr, und ich bin immer sehr froh, dass es noch erhalten ist und nicht irgendwelchen Bauvorhaben zum Opfer fiel. Ich habe auch schon gelegentlich von dort gebloggt. Es gibt so schöne Motive und Stimmungen …

    LG Michèle

    • Ulrike

      Guten Morgen!
      Danke, dass Du mich auf Deinen Artikel aufmerksam gemacht hast. Deine Beschreibung ist so ausführlich und poetisch! Und die Bilder sind einfach klasse! Ich mal einen Link von meinem Beitrag zu Deinem angelegt. Ich hoffe, das ist ok für Dich.
      Vielleicht sollten wir uns mal treffen?!!!
      LG
      Ulrike

      • Danke schön, Ulrike, wir hatten uns ja dazu kurz schon drüben bei meinem Artikel ausgetauscht. Ein Treffen? Sicher, warum nicht! In deinem Impressum ist mir deine Mailadresse nicht ganz klar, sonst hätte ich mich darüber diesbezüglich schon zurückgemeldet. Schreib mich sonst gern per Mail an (Adresse siehe “Kontakt”), dann können wir uns ggf. absprechen. Ab Juni geht es besser. Im Moment ist gerade sehr viel los.

        Liebe Grüße
        Michèle

      • Ulrike

        Hallo Michele, danke für den Hinweis auf meine Email-Adresse. Habe ich korrigiert. Und schreibe Dir
        LG
        Ulrike

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