Zauberhafte Chengdu Sweets

Chengdu Sweets – Zuckerkunstwerke

Schon 1987 waren mir die Zuckerkunstwerke aufgefallen, die einfach so am Straßenrand in Chengdu mit Hilfe einer Marmorplatte, einem Topf voll heißem Zucker und einem Messer hergestellt wurden. Wie gerne hätte ich mir so ein feines Kunstwerk als Souvenir mitgenommen!Chengdu Sweets Zuckerkunstwerke

Aber das war schon wegen der zarten Zerbrechlichkeit nicht möglich. Die Leute, die in wenigen Minuten einen Schmetterling, einen Phoenix oder einen Blumenstrauß entstehen ließen, habe ich sehr bewundert. Ich hätte stundenlang zuschauen mögen. Ich war dann auch hell begeistert, als ich 2013 wieder so einen Zuckerkünstler sah. Allerdings konnte ich ihn nicht bei seiner Arbeit an den Zukcerkunstwerke beobachten, denn er hielt seinen wohlverdienten Mittagsschlaf.

Die Zuckermalerei ist eine alte Volkskunst in Sichuan, die schon seit mehr 400 Jahren betrieben wird. Manche sagen, dass es diese Zuckerkunst schon seit der Song-Dynastie gibt (960 – 1279). Seit 2008 steht diese Volkskunst in der nationalen Liste des immateriellen Kulturerbes Chinas, was eine besondere Anerkennung und auch ein Schutz ist.

Die mit Zeichnungen geschmückte Platte (rechts und links im Foto oben) dient als Glücksrad. Der Kunde, meistens Kinder, dreht der Pfeil, und das Tier, bei dem der Pfeil stehen bleibt, wird vom Künstler aus heißem Zucker, Karamell, auf der Platte gegossen und mit dem Messer gestaltet. Auf der kalten Platte erstarrt der Zucker sofort. Deshalb muss der Künstler sehr schnell sein, damit sein Zuckerkunstwerk gelingt. Natürlich gehören heute auch Autos oder Flugzeuge zu den Kreationen. Die hohe Kunst sind dreidimensionale Zuckerkunstwerke.

Chengdu Sweets 1987

Chengdu 1987

Auch in anderen Städte und Provinzen sind die Zuckerkunstwerke immer beliebter. In Peking bläst man aus Zuckerklumpen feine Kunstwerke. Besonders zum chinesischen Neujahr sind die zarten Gebilde als Geschenk beliebt. Vor allem, wenn sie das jeweilige Tier des Jahres darstellen. Die dreidimensionale Form heißt auf Chinesisch: 糖人 tángrén  Zuckermännchen.

 

Ulrike

Jahrgang 1955. Mehr als 30 Jahre Reise-Erfahrung in China und Asien. China-Expertin bei feel China. Lasst Euch von meinen Erfahrungen inspirieren! Nicht nur über China! Weitere Themen: Museen, Hamburg, Hannover, Rom, Paris, London u.v.m.
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