Unsichtbare Dinge – Völkerkundemuseum Hamburg

Es gibt Dinge, die gibt es gar nicht! Oder die sieht man einfach nicht. Die sind so typisch deutsch oder typisch chinesisch, dass man deren Vorhandensein kaum noch zur Kenntnis nimmt. Und die haben ihren Weg ins Völkerkundemuseum in Hamburg gefunden.Unsichtbare Dinge

Ein großer Raum: Links deutsche Dinge – rechts chinesische Dinge. In der Mitte größere Installationen. Da hängen einige Aldi-Tüten (deutsch) von der Decke, stehen Schulstühle auf einem Podest oder blauweißrote Plastiktaschen (Chinesisch).

Beim Besichtigen erfährt man Erstaunliches. Die Deutschen haben vor 200 Jahren den Schulstuhl erfunden. Die roten Unterhosen bringen in China Glück. Mich haut die Banalität der Ausstellung um.

Typisch Deutsch: Der Bobby-Car! Natürlich der Gartenzwerg. Aber auch Nutella und Gugelhupf-Formen. Birkenstocksandalen – Hmmm.

Auf der chinesischen Seite dürfen die schönen roten Thermosflaschen nicht fehlen. Klar, die liebe ich! Ein goldenes Sparschwein. Und ein roter Mopp, ein Gerät dessen Handhabung ich in China kennen und schätzen gelernt habe.

Alles ist wunderbar beschriftet. Als China-Kenner sollte man die Ausstellung gesehen haben.

Impressionen:

Das Völkerkundemuseum sagt dazu: “Die Ausstellung „Unsichtbare Dinge“ richtet unsere Aufmerksamkeit auf das, womit wir uns in unserem Alltag so selbstverständlich umgeben, dass wir es überhaupt nicht mehr wahrnehmen. Erst durch den Spiegel, den uns eine andere Kultur vorhält, erkennen wir Eigentümlichkeiten unserer Kultur. Möglicherweise liegt der Grund darin, dass wir normalerweise kein Augenmerk auf die Dinge legen, die wir als „typisch“ ansehen.”

Die Ausstellung geht noch bis zum 23.11.2014

Internet:

Unsichtbare Dinge

Museum für Völkerkunde Hamburg

Rothenbaumchaussee 64
20148 Hamburg
Tel: 040.42 88 79-0
Fax: 040.428 87 92 42

U-Bahn-Station Hallerstraße (U3)

Öffnungszeiten: Di – So 10:00 bis 18:00 Uhr, Do bis 21:00 Uhr
Preise:
Erwachsener: 8,50 €
Kinder bis 18 Jahre: frei
Am Freitag ab 14:00 Uhr ist der Eintritt frei

Ulrike

Autorin, Jahrgang 1955. Mehr als 30 Jahre Reisen in China und Asien. China-Expertin bei feel China. Lasst Euch von meinen Erfahrungen inspirieren! Nicht nur über China!
Weitere Themen: Museen, Hamburg, Hannover, Rom, Paris, London u.v.m.
Ulrike

7 Kommentare

  • Ich war in der Ausstellung: wunderschön!

    • Toll! Ja, die Ausstellung brachte interessante Dinge ans Licht!
      Die jetztige Ausstellung “Eiszeiten” ist auch total spannend und sehr empfehlenswert!
      LG
      Ulrike

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  • Diese Plastiktaschen! Das ist für mich ja mit der Inbegriff von China 😉

    Die Ausstellung ist ja wirklich furchtbar banal – aber genauso interessant! Wow!

    • Ja, und die Auswahl ist auch sehr subjektiv. Ich hätte wahrscheinlich andere Objekte ausgesucht. Und du noch andere. Ein Essstäbchen-Spender war übrigens auch dabei…. 😉
      Für mich der Urbegriff des Chinesischen sind die roten Thermoskannen, die nun leider immer seltener werden. Oder die Emaille-Teetassen.

      • Ach, da wo ich mich rumtreibe, sehe ich die Kannen noch sehr oft (meine Familie hat noch eine ganze Armee davon in Gebrauch). Da sehe ich die Tassen viel seltener.

        Das wäre doch fast auch mal einen Blogartikel wert: typische Gegenstände, die man sofort mit China verbindet 🙂

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