Baum-Qigong : Die Energie des Baumes in sich aufnehmen

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Mein Freund – der Baum

Als ich vor ein paar Jahren sehr krank war, besann ich mich auf ein Erlebnis in China: Am Fuße des Heiligen Berges Taishan sah ich in einem Tempel eine Frau andächtig vor einem Baum stehen. “Was macht sie da?”, fragte ich mich. Später hörte ich, dass sie wahrscheinlich “Baum-Qigong” gemacht hat. “Baum-Qigong ist sehr kraftvoll. Sei vorsichtig damit!”, warnte mich ein Qigong-Meister.Baum

Nun stand ich in dem Park von dem Krankenhaus und sah diesen gewaltigen Baum. Seine zernarbte Rinde, sein mächtiger und glatter Stamm sandte Ruhe aus. In den folgenden Tagen wurde dieser Baum mein Ruhepunkt, meine Krafttankstelle. Manchmal stand ich nur vor ihm und meditierte, manchmal lehnte ich meine Wange an seine raue Rinde und manchmal umarmte ich ihn. Ich spürte seine Kraft in mich fließen. Ich kam zur Ruhe und fand Halt an “meinem” Baum.

Was ist Baum-Qigong?
Schon den alten Germanen galten Bäume als heilig. Es wird on ihnen erzählt, dass sie Bäume umarmten. Qigong ist eine uralte Meditationsart, die ruhige Bewegungen mit Atemübungen und Meditation verbindet, um das Qi, die Energie, in Harmonie zu halten, Geist, Seele und Körper zu stärken. Es heißt, dass beim Baum-Qigong sich der Übende durchlässig macht für die heilende Energie eines Baumes, um das Qi des Baumes empfangen zu können. Jeder Baum hat seine eigene Energie mit eigenen Wirkungen auf den Körper.

Irgendwie scheint fast jeder Mensch an die Heilkraft des Waldes, der Natur zu glauben. Denn ein Spaziergang unter grünen Bäumen gilt in fast jeder Situation als heilsam und belebend. Bäume produzieren durch ihre Fotosynthese reichlich Sauerstoff. Das macht sich im Wald besonders bemerkbar

Interessanter Gedanke:
Buddha suchte sich einen Baum, um dort zu meditieren. Der Baum spendete Schatten und auch seine Energie. Zur Erleuchtung gelangte Buddha sitzend unter einem Banyan Baum. Die spirituelle Ausstrahlung des Baumes half ihm dabei. Quelle

LieblingsChinesisch: Der Baum

Der Baum, Bestandteil vieler Schriftzeichen

Es hat mich mal wieder erwischt: Voller Begeisterung bin ich in meinen Chinesisch-Wörterbüchern unterwegs gewesen, bin von einem Schriftzeichen zum nächsten gekommen und habe mich erfreut, wie einfach und doch komplex die Chinesische Schrift ist. Ein wunderbares Beispiel ist das Wort für “Baum”BaumDiese Schriftzeichen sind noch gut als Piktogramm zu erkennen. Zuerst ist das der Keim, der Sprössling in der Erde. Damit wird dann allerdings der Boden bezeichnet nicht der Keimling.

Dann wächst der Spross und wird zum Baum. Auch gut zu erkennen, nicht wahr? Und dass man mit dem gleichen Schriftzeichen auch das Holz bezeichnet, ist logisch.

Ein kleiner Punkt macht aus dem Holz die Kunst. Wofür steht der Punkt? Wahrscheinlich für ein Werkzeug, mit dem das Holz bearbeitet wird, um zum Kunstwerk zu werden.

Gingko Baum im Zhenru Tempel

Gingko Baum im Zhenru Tempel Shanghai

Mit kleinen Strichen werden einzelne Bereiche des Baumes gekennzeichnet. Unten die Wurzel, oben die Spitze. Wobei ich bei Prof. Kubin letztens auch die Übersetzung “Ast” für das Schriftzeichen 末 gesehen habe. Hier muss man ganz besonders auf die Länge des unterscheidenden Strichs achten. Bei Wei (noch nicht) ist der sehr viel kürzer als bei Mo (Spitze). Vielleicht steht dieses Zeichen auch für “noch nicht ganz oben”.

“Mo” steht auch für “Ende”. So sieht der übliche Gruß zum Wochenende aus:Baum 2 WochenendeNoch eine interessante Reihe für die Verwendung des Schriftzeichen für Baum, denn es ist gleichzeitig auch eines der wichtigsten Radikale:

Baum 3 Wald

Ein Baum – zwei Bäume = der Wald

Drei Bäume = dichter Wald  (Letzteres wird auch für den Dschungel benutzt)

Gut ausgebaute Wege am Qingchengshan

Im Wald des Qingchengshan bei Chengdu

Der Gingko-Baum

Ulrike

Jahrgang 1955. Mehr als 30 Jahre Reise-Erfahrung in China und Asien. China-Expertin bei feel China. Lasst Euch von meinen Erfahrungen inspirieren! Nicht nur über China! Weitere Themen: Museen, Hamburg, Hannover, Rom, Paris, London u.v.m.
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Ulrike

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