LieblingsChinesisch: Was kostet das?

Chinesisch: Was kostet das?

Ihr wisst es schon: Ich liebe Chinesisch und die Schriftzeichen. Heute mal wieder ein Beispiel, das mich sehr begeistert hat und das außerdem eine der elementarsten Fragen während einer China-Reise ist:

Was kostet das

Also: Man zeigt auf das begehrte Gut und fragt mit großen Augen auf Chinesisch: “Duo shao Qian?” Grob übersetzt heißt das “Was kostet das?” Wort für Wort könnte man sagen “Fehlt noch viel Geld?” Oder “Viel oder wenig Geld?”

Ist doch klasse, oder? Man sollte allerdings dann auch die Antwort verstehen. Meistens haben die Händler an den Touristenorten einen Taschenrechner zur Hand, auf dem sie dann den gewünschten Betrag eintippen. Handeln ist Pflicht! Doch das ist ein anderes Kapitel. (hier)

Was kostet das? Junge Händlerin in Likiang

Früh übt sich, was eine gute Händlerin werden will

Auch das Schriftzeichen für “Geld” verdient eine nähere Betrachtung.GeldDas Schriftzeichen für “Geld” bedient sich des Goldradikals, was man gut verstehen kann. Doch der 2. Teil des Schriftzeichens ist die “Hellebarde”, also eine archaische Speer- oder Axt-ähnliche Waffe. Aus dem alten, nicht reformierten Langzeichen geht hervor, dass es sich einst sogar um zwei Hellebarden handelte. Dementsprechend kann man sagen, dass Geld auf Chinesisch einst das gut bewachte Gold war.

Im Hof einer alten Security Firma

Im Hof einer alten Security Firma in Pingyao / Ganz links: Das ist eine Hellebarde

Schon jetzt ist es auch auf dem Markt möglich, mit dem Handy zu bezahlen. Für die Verhandlung reicht dann eine Chinesisch-Übersetzungs-App.

Trotzdem liebe ich es, über einen Markt zu gehen und mit ernster Miene zu fragen: “Was kostet das?” Und dann mit einer Hand zu zeigen: “So viel will ich!” Wie das geht, könnt Ihr hier lernen: Mit einer Hand bis zehn zählen.

Der ideale Ort, um mehr über Geld und Banken in China zu erfahren, ist der kleine Ort Pingyao. Wenn man den hübschen kleinen Ort heute besucht, kann man kaum glauben, dass dies im 19. Jahrhundert DAS Finanzzentrum des Reichs der Mitte war. In Pingyao steht u.a. die erste Bank Chinas. mehr

Chengdu Markt

Mein erstes “Was kostet das?” auf einem Markt in Chengdu 1987

Überarbeitet und ergänzt im März 2019

Ulrike

Jahrgang 1955. Mehr als 30 Jahre Reise-Erfahrung in China und Asien. China-Expertin bei feel China. Lasst Euch von meinen Erfahrungen inspirieren! Nicht nur über China! Weitere Themen: Museen, Hamburg, Hannover, Rom, Paris, London u.v.m.
Ich freue mich über Eure Kommentare!
Ulrike

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4 Kommentare

  • Ich kann das lesen, aber so schreiben wir das in Japan nicht. Geht ja mal so gar nicht alles zu übernehmen 😉

  • Wie immer ein interessanter Einblick in die chinesische Sprache!

    Das Zeichen für Geld wird auch als Nachname verwendet, was ich früher nicht wusste und auch nicht in meinem damaligen schlechten Wörterbuch stand. Als ich dann einmal eine Hongkong-Serie schaute, wunderte ich mich, warum die ständig über Geld redeten … Bis ich bemerkte, dass die einfach so mit Nachnamen hießen. Da machte dann auch der englische Spitzname der einen plötzlich Sinn. Sie hieß “Money” 😉

    • bambooblog

      🙂 Schöne Geschichte! Danke dafür! Ich schicke Dir herzliche Grüße! Hab zur Zeit große Sehnsucht nach China, aber weder Zeit noch Geld.

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