ITB ohne Stress

Stand März 2019

Der Besuch der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) ist jedes Jahr eine neue Herausforderung. Ich reise seit vielen Jahren immer wieder hin, habe auch schon mal einige Tage “Standdienst” gemacht. Eines ist immer das gleiche: Nach so einem Tag auf der ITB schmerzen nicht nur die Füße, meistens kommen Rücken- und Kopfschmerzen dazu. Der Kopf schwirrt von all den bunten Eindrücken.

ITB Eingang Süd - Reiseblogger im Anmarsch

ITB Eingang Süd

Man kann aber einiges dazu tun, dass es nicht ganz so schlimm wird. Vor allem bei der Anreise lässt sich einiges an Stress einsparen. Hier also meine Tipps für einen entspannten Start in den ITB-Besuch. Dabei sehe ich das persönlich aus der Hamburger Perspektive.

Die Zugfahrt in der 1. Klasse

Im Gegensatz zu den letzten Jahren bin ich nur für einen Tag auf der ITB. Das geht ab Hamburg recht einfach: Der ICE braucht nur rund 1,5 Stunden. Also morgens hin und abends zurück. Damit habe ich die Hotelübernachtung gespart. Das gesparte Geld habe ich in ein Sparpreisticket 1. Klasse investiert. Das hat mehrere Vorteile: Die 1. Klasse ist recht bequem und vor allem ruhig. Dazu kostenloses WLan. Da kann man ganz entspannt schon mal seine nächsten Artikel schreiben oder aber auch noch ein Stündchen Schlaf nachholen. Eine Investition, die sich lohnt!

Bahnhof Spandau

ICEs aus Richtung Hamburg oder Hannover halten alle in Spandau. Und das ist DER Bahnhof in Berlin, um bequem zur Messe zu kommen! Also solltet ihr nicht bis zum Hauptbahnhof fahren, wenn ihr direkt zur ITB wollt. Spandau ist ein übersichtlicher moderner Bahnhof. Der ganz große Vorteil ist, dass von hier die S5 in 12 Minuten direkt zum Eingang Süd der Messe fährt.

Eingang Süd

Der Eingang Süd ist modern, lichtdurchflutet und ideal, um die ITB entspannt zu beginnen. Das einzige Manko ist der S-Bahn-Bahnhof Messe Süd, der zwar ganz gut ist, aber leider keine Rolltreppen oder Aufzüge vorweist (jedenfalls nicht an der Treppe zum Haupteingang zur Messe – der Aufzug liegt in der anderen Richtung). Doch ich nutze den Südeingang auf jeden Fall lieber als den Eingang Ost, zu dem man kommt, wenn man vom ZOB oder von der S-Bahn-Station Messe Nord kommt. Da muss man nämlich eine ziemlich trostlose und dunkle Unterführung passieren.

Ankunft und Eintritt

Die Messe öffnet um 10:00 Uhr. Aber Aussteller und auch sonstige frühe Besucher werden schon ab 9:30 Uhr eingelassen. Da muss man sich schon auf einige Schlangen einstellen. Zur guten Vorbereitung gehört es dann, dass man seine Eintrittskarte fertig hat. Wer als Blogger ankommt, hat seinen Batch parat, am besten schon in eine Plastikhülle eingetütet. Dann kann man an den Ständen wie Tickets oder Registrierung vorbeiziehen, Oder auch an dem Gewühle bei der Garderobe.

Keine Bange, Eure Mäntel und Köfferchen werdet Ihr auch noch los, wenn Ihr schon drin seid. Statt mit der Rolltreppe nach oben zu fahren, nehmt ihr den Aufzug oder die Treppe ins Untergeschoss. Dort gibt es auch eine Garderobe, die weit weniger umlagert wird als die im Eingangsbereich. Mantel kostet € 2,50, der Koffer € 5,- zur Aufbewahrung. Diese kleine Investition lohnt sich, denn in den Hallen ist es warm.

PresseCenter

Es gibt übrigens auch eine Garderobe im PresseCenter. Das finde ich persönlich etwas umständlich, wenn man auf dem Weg nach draußen ganz schnell seine Jacke abholen will.

Das PresseCenter in Halle 6.3, zu dem ihr auch als Blogger Zutritt habt, bietet eine ganze Menge: Computerarbeitsplätze. Also: Wenn ihr euren Laptop zuhause lassen wollt, könnt ihr dort ganz bequem ins Internet. Es gibt auch eine spezielle Blogger-Ecke. Es liegen die Einladungen für alle möglichen Pressekonferenzen aber auch für Happy Hours und Partys aus. Es gibt Stände von einigen touristischen Marketingunternehmen und Reisemagazinen. Gut für’s Networking.

Die Blogger-Space im Marshall-Haus finde ich persönlich nicht sehr attraktiv. Man kann es lediglich als Treffpunkt und zum Abhängen nutzen. Getränke werden dort teuer verkauft.

Nachhaltigkeit

Ein Messe-Besuch kann gar nicht nachhaltig bzw. umweltbewusst sein! Diesmal (2019) habe ich mich besonders unter dem Aspekt des umweltschonenden ITB-Besuchs umgeguckt. Die Aussteller geben sich große Mühe, unendliche Massen an Broschüren und anderen Giveaways zu verteilen. Das Ganze schnell in eine Plastik-Tüte: toll! Und die meisten Besucher lieben das! Die Besucher-Tage werden deshalb auch gerne die Tage der Jäger und Sammler genannt.

Auch die Blogger möchte ich da nicht ausschließen. Einige erschienen schwer mit Tüten und Taschen voller Kataloge bepackt zum Blogger-SpeedDating.

Meine Vorschläge: Sammelt Visitenkarten und notiert Euch die wichtigsten Informationen. Nehmt wiederverwendbare Taschen mit. So viele Kugelschreiber, wie man bekommt, kann man gar nicht aufbrauchen. Lasst sie weg! Ich nehme sie häufig doch ganz gerne mit, denn ich spende die Kugelschreiber anschließend der Bahnhofsmission. Die freuen sich!

S9 von/nach Spandau

Auf dem Rückweg habe ich dann noch einen Vorteil der S9 nach Spandau erlebt: Während die Massen alle in die andere Richtung strömten, war die S-Bahn nach Spandau fast leer. Ach, und sorgt dafür, dass Ihr schon Euer S-Bahn-Ticket habt, egal in welche Richtung Ihr fahren wollt! Denn die Schlange an den Fahrkartenautomaten zog sich um 18:30 Uhr bis hoch auf die Treppe hinauf.

Spandau Arcaden

Am Bahnhof Spandau gibt es übrigens die Spandau Arcaden. Wenn ihr noch ein halbes Stündchen Zeit habt, dann guckt euch dort mal um! In den Spandau Arcaden ist nicht nur entspanntes Einkaufen angesagt. Schnell noch ein Brötchen, ein halbes Hähnchen essen: frisch, lecker und preiswert! Meine genialste Entdeckung waren die Massage-Sessel. Ich war wirklich fertig und mein Rücken schmerzte. Dort konnte ich 10 Minuten lang für € 2,- eine automatische Massage genießen, die wirklich wohltat nach einem Tag auf der ITB!

Massagesessel in den Spandau Arcaden

Massagesessel in den Spandau Arcaden

Trotzdem: Vergesst nicht, Schmerztabletten mitzunehmen. Den ganzen Tag auf der ITB rumlaufen, während man das Gefühl hat, der Kopf explodiert gleich oder der Rücken bricht, das macht keinen Spaß!

Shuttle-Busse zurück in die Stadt

Ab 16:30 Uhr gibt es vom Süd-Tor kostenlose Shuttle-Busse zu einigen Hotels und zum Kurfürstendamm und zur Friedrichstraße. Das hört sich verlockend bequem an. Ich habe es 2019 ausprobiert. Dabei durfte ich erleben, was Rush-Hour in Berlin bedeutet: Erst kam der Bus mit ca. 20 Minten Verspätung, weil er im Stau steckte, dann brauchte er fast eine Stunde bis zum Potsdamer Platz. Mit U-Bahn (einmal umsteigen) hätte ich maximal eine halbe Stunde gebraucht.

Nun wünsche ich Euch einen entspannten und erfolgreichen ITB-Besuch!

Übrigens: Auf der ITB gibt es so einiges zu sehen und zu erleben. Nehmt es wie auf Euren Reisen: Schaut Euch um, seid neugierig und offen für alles. Mein persönliches Highlight 2017: Ich habe dem Pakistanischen Botschafter bei der Eröffnung des Pakistanstandes die Hand geschüttelt.

Der pakistanische Botschafter eröffnet den Messe-Stand auf der ITB

Der pakistanische Botschafter eröffnet den Messe-Stand auf der ITB (der Botschafter ist übrigen nicht der mit der blauen Weste sondern der große Mann an seiner linken Seite)

Ulrike

Jahrgang 1955. Mehr als 30 Jahre Reise-Erfahrung in China und Asien. China-Expertin bei feel China. Lasst Euch von meinen Erfahrungen inspirieren! Nicht nur über China! Weitere Themen: Museen, Hamburg, Hannover, Rom, Paris, London u.v.m.
Ich freue mich über Eure Kommentare!
Ulrike

2 Kommentare

  • Liebe Ulrike,

    ui, von Hamburg geht das aber schnell mit dem Zug nach Berlin! Ich war drei Mal dienstlich für eine Woche als Standbetreuung auf der ITB. Die Messe ist faszinierend aber anstrengend! Je nachdem, wo unser Hotel war, haben wir auch fast eine Stunde zur Messe gebraucht. Das mit Spandau muss ich mir merken.

    Wir sind mit Billigfliegern ab Köln zur ITB, von Rheinland-Pfalz ist der Weg etwas weiter. Da wir bis Köln mit dem Zug gefahren sind, konnten wir das Gepäck für einen Aufpreis ins Hotel liefern lassen. Es wurde zu Hause oder auf dem Arbeitsplatz abgeholt und stand dann im Hotel bereit. Sehr bequem, besonders beim Rückflug. Da war einiges an Material im Koffer. 😉

    Vergesst nicht bequeme und bereits eingelaufene Schuhe, Blasenpflaster, Augentropfen bei trockenen Augen. Die Luft in den Hallen ist schlecht.

    Liebe Grüße
    Renate

    • Ulrike

      Danke, Renate!
      Ja, so ein Standdienst ist wirklich anstrengend. Jetzt genieße ich es sehr, als Bloggerin da entspannt drüber spazieren zu können. Bin diesmal auch sehr gezielt vorgegangen.
      Viel Wasser trinken istnoch eine passende Empfehlung.
      LG
      Ulrike

Deine Meinung? Schreib einen Kommentar!