Hamburgs maritimes Herz

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Hamburgs maritimes Herz: So nennt sich das Internationale Maritime Museum, Hamburg, selbst.  Ein Besuch lohnt sich, wenn man mehr über Seefahrt weltweit und ihre Geschichte erfahren will.

Sonderausstellung “Flucht übers Meer”

05.06.19 – 02.02.2020

Eine kleine Ausstellung zu einem aktuellen Thema im Maritimen Museum widmet sich der Flucht übers Meer. Schon seit vielen Jahrtausenden nehmen Menschen in ihrer Verzweiflung den Weg übers Meer, um vor Verfolgung zu fliehen.

Die Ausstellung beginnt mit der Flucht des Aeneas von Troja nach Italien, repräsentiert durch eine antike griechische Vase. Diese Flucht hat Vergil in seiner dramatischen Aeneis eindringlich beschrieben.Aeneas flieht - Vase

Die weiteren Stationen zeigen auf, dass immer wieder Menschen keinen anderen Ausweg als die Flucht übers Meer sahen. Auch die Pilgerväter sind vor religiöser Verfolgung in die neue Welt aufgebrochen.

Natürlich wird auch an die Juden gedacht, die vor dem Nazi-Regime versuchten zu fliehen. Einigen gelang es, mit dem Schiff nach Shanghai zu entkommen.

Die Flucht vieler Deutscher nach dem 2. Weltkrieg ging übers Meer, aus der DDR schwammen viele durch die Ostsee oder über die Elbe in die Freiheit aber auch in den Tod.

Die Ausstellung reißt viele Schicksale nur an. Doch man sollte gerade heute die Bilder und Erinnerungen als Denkanstoß nehmen! Nicht alle haben so ein behütetes friedliches Umfeld wie wir. Und auch wir haben dies noch nicht lange!

Tipp: Die Führung durch die kleine Ausstellung bringt nichts. Als ich die mitgemacht habe, wurden tatsächlich auch Falschinformationen weitergegeben. z.B. war der Trojanische Krieg nicht vor 5.000 Jahren, sondern vor ca. 3.200 Jahren! Auch über die Flucht der Juden nach Shanghai war die Dame schlecht informiert. Ich war enttäuscht von der Führung.

Modell der Gustloff

Modell der Gustloff, die bei der Flucht über die Ostsee im Januar 1944 mit mehr als 10.000 Flüchtlingem abgeschossen wurde und unterging

Das Internationale maritime Museum Hamburg

Internationale Maritime Museum ist in einem alten Speicher unweit der Speicherstadt untergebracht. Auf 9 Stockwerken, Docks genannt, findet man unzählige Objekte, die Geschichte der Seefahrt, Nautik, Kriegsmarine und vieles mehr zeigen.

HH Maritimes Museum

Maritimes Museum

Das Internationale Maritime Museum Hamburg

Während der Langen Nacht der Museen im April in Hamburg strahlte das Maritime Museum herrlich rot!

Ich war speziell entzückt, als ich auch einige chinesische Schiffe entdeckte. Sogar eine Büste des berühmten chinesischen Seefahrers Zheng He steht mitten zwischen anderen großen Entdeckern.

Das Museum ist wirklich toll. Doch die Fülle der Ausstellungsstücke und der Informationen, die auf einen hereinbrechen, sind einfach zu viel. Ich hätte mir gewünscht, dass lieber ein Schiffsmodell besonders präsentiert wird, als dass dort Hunderte nebeneinander stehen. Vor allem auf Deck 9, wo kleine und kleinste Schiffsmodelle die Vitrinen füllen, erschloss sich mir kein Konzept.Das Internationale Maritime Museum Hamburg

Zahllose Wikingerschiffchen standen dort neben noch mehr Miniatur-Kreuzern und -Zerstörern. Ich bin nach zwei Stunden völlig erschlagen aus dem Museum “geflüchtet”. Aber ich habe mir vorgenommen, noch einmal wieder zu kommen. Dann aber im Winter, wenn das Klima in den Räumen nicht so subtropisch feucht ist. Und ich jedenfalls werde mir lieber einzelne Etagen vornehmen als noch einmal das ganze Museum.Maritimes Museum Bernsteinschiff

Was hat mir aber nun ganz besonders gut gefallen? Eindrucksvoll ist die Schatzkammer mit Schiffsmodellen aus Silber und Bernstein. Dort ist auch die älteste Flaschenpost ausgestellt, die ein Fischer 2013 in der Kieler Förde gefunden hatte.

Maritimes Museum SchiffsmodellInteressant sind auch die Einblicke, die man in das Leben der Seeleute und Kriegsgefangenen bekommt, die viele der Schiffsmodelle hergestellt haben. Ich persönlich bin besonders an der Geschichte der Seefahrt interessiert. Deshalb war ich entzückt über einen uralten Einbaum oder eben die Modelle der Wikingerschiffe sowie alter Hansekoggen.

Störtebecker und die Piraten kommen nicht zu kurz. Man kann viel lernen über Navigation, Meeresforschung, Gezeiten und die Tiefsee. Auch die moderne Schifffahrt, die Technik von der Dampfmaschine bis zur Turbine, wird anschaulich erklärt.Schiffsmotor

Infos (Stand März 2019)
Internationales Maritimes Museum Hamburg
Koreastraße 1, Kaispeicher B, 20457 Hamburg

www.imm-hamburg.de

Öffnungszeiten:Täglich 10 – 18 Uhr

EintrittspreiseErwachsene 13,00 €

AnfahrtU-Bahn: U4 Station “Überseequartier”Metrobus: Linie 6 Station “Bei St. Annen”Bus: Linie 111 Station “Osakaallee”

Maritime Circle Line: Anleger “Maritimes Museum”

Essen und Trinken:
Rund um das Museum gibt es einige Restaurants der gehobenen Gastronomie. Wir haben im Museums-Restaurant “Catch of the Day” gegessen. Das Essen war sehr gut und die Preise angemessen.
www.catchofthedayhamburg.de

Maritimes Museum GemäldeMaritimes Museum chinesisches Schiff

Ulrike

Jahrgang 1955. Mehr als 30 Jahre Reise-Erfahrung in China und Asien. China-Expertin bei feel China. Lasst Euch von meinen Erfahrungen inspirieren! Nicht nur über China! Weitere Themen: Museen, Hamburg, Hannover, Rom, Paris, London u.v.m.
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Ulrike

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