Mondkuchen zum Mondfest

Mondfest, Mondkuchen

Mondkuchen (月饼 yuèbǐng) sind Küchlein, die in China während des Mondfestes an Freunde und Verwandte verschenkt werden. Es gibt sie in süßen und salzigen Varianten.Mondkuchen einfach

Das Mondfest als Feiertag

Das Mondfest findet jedes Jahr am 15. Tag des 8. Monats im chinesischen Mondkalender statt. 2019 fällt der Feiertag auf Freitag, den 13.09. Es ist seit 2008 offizieller Feiertag in China. An diesem Tag soll der Mond der Erde am nächsten kommen und somit heller und leuchtender scheinen als an anderen Tagen.

Mondkuchen Rezept

Zum Mondfest verrate ich Euch das Rezept für leckere Mondkuchen in einer vereinfachten Variante:

Zutaten für ungefähr 15 Mondkuchen

Für den Teig
500 g Mehl
100 g Milchpulver
1 EL Backpulver
1 TL Salz
3 große Eier
250 g Zucker
100 g geschmolzene Butter oder Öl
Vanille

Für die Füllung
Lotuspaste oder Rote Bohnen-Paste (bekommt man im Asia-Laden)

Zubereitung

Für den Teig Mehl, Milchpulver und Salz in einer Schüssel verrühren. In einer weiteren Schüssel die Eier und den Zucker mit einem Mixer für fünf Minuten schaumig schlagen. Die geschmolzene Butter und die Vanille hinzufügen. Dann die Zutaten aus beiden Schüsseln miteinander verrühren und zu einem Teig verarbeiten.

Den Teig so lange kneten, bis er eine geschmeidige Konsistenz bekommen hat. Aus dem Teig eine längliche Rolle formen und in 15-20 gleich große Stücke schneiden. Aus jedem Stück Teig etwa 8 cm große Kreise formen. Der Rand sollte dabei dünner als die Kreismitte sein. Dann die Füllung in die Mitte der Kreise legen und den Teigrand so in die Mitte drücken, dass die Füllung gut umschlossen wird. In eine Kugel rollen und platt drücken.

Zur Verzierung den Teig in eine Mondform pressen. Alternativ mit einer Gabel eine Verzierung in den Teig „malen“. Jeden Mondkuchen mit einer Mischung aus Ei und Wasser bepinseln. Chinesische Hausfrauen lassen den fertigen Mondkuchen noch zwei Tage ruhen, bevor sie ihn bei 350 Grad für etwa 20 Minuten backenSelbstgebackene Mondkuchen

Wer mag, kann in das Zentrum des Mondkuchens (vor dem Backen) ein gekochtes Ei drücken. Oder man macht eine Füllung aus einer Mischung von diversen klein gehackten Nüssen, Zitronat und getrockneten Früchten. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Der Mondkuchen soll rund wie der Vollmond sein. Er wird auch mit den Erntefesten zum Beginn des Herbstes in Verbindung gebracht. Deshalb enthält er gerne reichlich Nüsse und getrocknete Früchte. Es gibt die leckeren Kuchen auch viereckig oder mit Blattgold überzogen. Mondkuchen in edler Verpackung

Mondkuchen kaufen

Die meisten Chinesen ersparen sich den Aufwand, die Mondkuchen selbst zu backen, und kaufen diese im Supermarkt. Auch da gibt es viele Varianten, von den ganz schlichten einzeln in Papier gewickelten bis zu den teuren in kostbaren Dosen. Ja, es hat auch schon Mondkuchen gegeben, die in Gold gehüllt waren. Da sie gerne an Geschäftsfreunde verschenkt werden, stellen diese Geschenke ein Prestige-Objekt dar. Was dann zur Folge hat, dass es immer wieder Versuche gibt, den überbordenden Luxus per Gesetz einzuschränken.

Das Jadekaninchen
Drei Unsterbliche gingen über die Erde, verkleidet als arme Männer. Sie begegneten nacheinander einem Fuchs, einem Affen und einem Kaninchen.

Die Unsterblichen baten sie um etwas zu essen. Der Fuchs und der Affe hatten Essen, das sie mit den drei armen Männern teilen konnten.

Doch das Kaninchen hatte nichts. Da das Geben an Arme eine hochangesehene Sitte war und man unmöglich nichts geben konnte, war das Kaninchen ganz verzweifelt. Schließlich kam es auf eine Idee: “Nehmt mich und esst mich!” sagte es und sprang ins Feuer, um sich als gut durchgebratenen Braten zu präsentieren.

Die Unsterblichen waren ungemein bewegt und beeindruckt durch die Opferbereitschaft des kleinen Kaninchens. Sie sandten das Kaninchen mittels ihrer Kräfte zum Palast auf dem Mond. Dort wacht er als Jade-Kaninchen über die Menschen. Seitdem gibt es für Chinesen “den Hasen auf dem Mond”.

Happy Mid-Autumn Festival!
中秋快乐!
Zhōngqiū kuàilè!

Mond zum MondfestGedicht zum Mondfest

Beim Betrachten des runden Vollmonds wird manch ein Dichter zu poesievollen Gedichten angeregt:

Du Fu (杜甫,  Dù Fǔ 712 – 770, bedeutender Dichter der Tang-Dynastie  )
Auf der Reise bei Nacht
niedergeschrieben meine Gefühle

Im feinen Gras ein sanfter Wind am Ufer

Unter dem hohen Mast allein bei Nacht im Boot
Die Sterne hängen herab, die Wildnis breitet sich aus

Der Mond steigt herauf, der große Strom fließt dahin
Ist mein Name vielleicht durch Dichten bekannt geworden?
Das Amt wegen Alter und Krankheit mußte ich aufgeben
Es weht mich hin und her, wem gleich?
Einer Sandmöwe zwischen Himmel und Erde

[Übersetzung: Dorothee Dauber]

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Ulrike

Jahrgang 1955. Mehr als 30 Jahre Reise-Erfahrung in China und Asien. China-Expertin bei feel China. Lasst Euch von meinen Erfahrungen inspirieren! Nicht nur über China! Weitere Themen: Museen, Hamburg, Hannover, Rom, Paris, London u.v.m.
Ich freue mich über Eure Kommentare!
Ulrike

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4 Kommentare

  • Ah, das hätte ich gestern lesen sollen, dann hätte ich die gebacken. Heute kriege ich es nicht mehr hin. Ich merke mir das vor, für das nächste Jahr.

    • Oh, so wie ich meine chinesische Mitbewohnerin verstanden habe, sollte man die Mondkuchen vor dem Backen noch zwei Tage ruhen lassen. Das hab ich ganz vergessen. Aber ich hab das Herstellen der Mondkuchen dieses Jahr zum ersten Mal komplett erlebt.

  • Jetzt ist es schon zu spät, um noch zu backen. Ich werde mir das gleich auf den Einkaufszettel schreiben, und nach der Arbeit noch im Asiatischen Supermarkt vorbei schauen. 😉
    Herzliche Grüße!

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