Wann kann ich wieder nach China reisen??

Zuletzt aktualisiert vor 2 Wochen

Wann kann ich wieder nach China reisen? Eine Frage, die uns seit fast 2 Jahren begleitet. Anfangs schien sie ja noch leicht zu beantworten.

Ende Januar 2020 tauchte dieses merkwürdige Virus auf: Covid19, bekannt auch unter dem Namen Corona. Ich gestehe, ich hielt es zuerst auch nur für ein besseres Grippevirus.

3 Tage Peking, wann kann ich wieder nach China reisen
Reiseleiter mit deutscher Gruppe

Damals arbeitete ich noch für einen China-Reiseveranstalter. Die meisten Leute, die nach China reisen wollten, hatten früheste Termine im April oder Mai. Bis dahin war noch viel Zeit.

Doch dann ging alles ganz schnell. China schloss seine Grenzen. Anfangs machten wir uns noch darüber lustig. Ganze Millionenstädte im Lockdown? In China denkbar, in Deutschland noch undenkbar.

Als dann in China die Zahlen runtergingen, war die Infektionen in Europa und anderswo rasant am steigen. China blieb weiter für Touristen geschlossen. Für Geschäftsreisende oder Leute, die einen Job in China haben, gelten strenge Quarantänevorschriften. Bis heute, mehr als anderthalb Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie.

Während wir von Corona-Welle zu Welle stürmten, blieb China trotz gleichbleibend niedriger Infektionraten geschlossen und damit von einer großen Verbreitung des Virus verschont. China öffnete schon im Mai 2020 vorsichtig die Seheswürdigkeiten wieder. Das Leben kehrte allmählich zur Normalität unter Pandemiebedingungen zurück. Doch für Touristen blieb China zu. Bis heute, im Oktober 2021.

Die Frage „Wann kann ich wieder nach China?“ kann immer noch nicht beantwortet werden.

Zhong Nanshan

Zhong Nanshan ist einer der wichtigsten Virologen in China. Er hat sich nun zu den Chancen einer Öffnung geäussert.

„Es wird erwartet, dass in China bis Ende dieses Jahres eine 80-prozentige Impfungsrate gegen COVID-19 und somit eine Herdenimmunität erreicht wird, sagte Zhong Nanshan, ein führender Experte für Atemwegserkrankungen des Landes vor kurzem in einer virtuellen Rede im Rahmen der 5. chinesisch-arabischen Messe.

Das Erreichen der Herdenimmunität hänge von der Wirksamkeit des Impfstoffs und der Übertragbarkeit des Virus ab, sagte Zhong. „Die Wirksamkeit der von China entwickelten Impfstoffe liegt bei etwa 70 Prozent und das Land muss mehr als 80 Prozent der Bevölkerung impfen lassen, um eine Herdenimmunität zu erreichen“, sagte Zhong und fügte hinzu, dass China dieses Ziel voraussichtlich bis Ende 2021 erreichen werde. Aber es bedürfe einer globalen Zusammenarbeit von mindestens zwei bis drei Jahren, um weltweit eine Herdenimmunität aufzubauen.

Experten sprechen von Herdenimmunität, wenn ein großer Teil der Bevölkerung gegen eine Krankheit immun ist, so dass eine Ausbreitung von Mensch zu Mensch unwahrscheinlich wird.“

Quelle: China Radio International

„China has been on the right path in combating the pandemic in the past two years,“ Zhong said. „We are still discussing what we should do as the coronavirus continues to mutate, but the overall principle is focusing on virus prevention. This is unchanged,“ he added. Zhong said specific technologies used to fight the virus will keep changing as there because of the mutations. Quelle: weixin

Das scheint Hoffnungen zu wecken.

Bau von Quarantäne-Zentren

Doch was soll dann aktuall der Bau eines riesigen Quarantäne-Zentrum in Guangzhou (Kanton), das 5.000 Plätze bietet für Leute, die aus dem Ausland einreisen. Es soll die Quarantäne in den Hotels ablösen. Weitere sind anscheinend schon geplant.

„Travelers will be transferred on buses directly from the airport, and confined to their rooms for at least two weeks. Each room is fitted with a video chat camera and an artificial intelligence-powered thermometer, with three meals a day delivered by robots — all designed to minimize direct contact with staff members.“

Wie eine solche Quarantäne im Hotel aussieht, könnt Ihr auf dem Blog Shanghai calling nachlesen.

„Der 33. Stock ist nun für 14 Tage unsere Bleibe, Zimmer 3301. Das Tischchen vor der Tür weist mich schon jetzt daraufhin, dass wir hier jetzt 3 mal am Tag das abgestellte Essen schnell ins Zimmer uns schnappen werden. Das Marsmännchen gibt uns noch eine Tüte mit Klorollen, eine Packung mit Chlortabletten und eine Rolle Mülltüten. Wahrscheinlich sagt er so was ähnliches wie alles Gute oder so, sein Chinesisch verstehen wir natürlich nicht. Er scheint zu lächeln.“

China braucht keine deutschen Touristen

Nein, Touristen aus Übersee braucht China nicht. Das lässt es uns spüren. Es hat genug chinesische Touristen im eigenen Land. Die füllen auch schon wieder fleissig die Sehenswürdigkeiten und die Verkehrsmittel.

Die Olympischen Winterspiele im Februar 2022 finden ohne ausländische Zuschauer statt. Und die Teilnehmer? Sie müssen sich an strenge Auflagen halten.

„Sportlerinnen und Sportler, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, begeben sich unmittelbar nach der Einreise in eine geschlossene Olympia-„Blase“. Sie dürfen sich nur zwischen den vom OK zugelassenen Unterkünften, den Trainings- und Wettkampfstätten bewegen. Für Ortswechsel dürfen sie nicht den öffentlichen Verkehr nutzen, sondern ausschließlich Transportmittel, die vom OK gestellt werden. Außerdem werden sie täglich auf COVID-19 getestet.“ Quelle: Deutsche Welle

Fazit

Es bleibt spannend. Während im Westen Länder wie Indien, Neuseeland oder USA eine mehr oder weniger freizügige Öffnung in absehbarer Zeit planen, bleibt China geschlossen.

Wann kann ich wieder nach China reisen? Das ist eine Frage, die uns wohl noch eine Weile begleiten wird. Frühestens nach den Olympischen Winterspielen eher ab dem Sommer wird es wohl soweit sein. Wenn man optimistisch ist. Manche reden aber auch vom Sommer 2023.

Dann auch nur unter strengen Hygiene-Vorschriften wie häufiges Testen, eine vielleicht kurze Quarantäne.

Informationen mit vielen weiterführenden Links findet Ihr auf den Seiten der GTAI-Germany Trade & Invest ist die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing.

Sie schreibt zu restriktiven Reisebeschränken und ihrer kompletten Lockerung folgendes: „Betroffen sind Firmen, Kultureinrichtungen und Vertreter von Wissenschaft und Medien. Dabei geht die Tendenz angesichts der hohen Infektionszahlen im Ausland und der wachsenden Zahl an Mutanten zu einer Zunahme der Restriktionen. Beobachter gehen davon aus, dass frühestens 2022, wohl aber erst 2023 mit einer Normalisierung der Situation zu rechnen ist.“

Wie sehe ich persönlich die Situation? Die meisten China-Spezialisten haben dicht gemacht. Die Kolleginnen und Kollegen haben jetzt Arbeit in einem anderen Bereich. Ich hätte keine neuen Job mit China-Fokus gefunden. Ich habe Glück gehabt, denn ich bin seit Mai Rentnerin. Also muss ich mir keine Gedanken mehr um einen Job machen.

Aber natürlich will ich mal wieder in mein Lieblingsland. Bis dahin erfreue ich mich an chinesischen Ausstellungen und treffe nich mit meinen chinesischen Freundinnen.

Links

Letzte Artikel von Ulrike (Alle anzeigen)

2 Kommentare

Ich freue mich auf Deinen Kommentar!