Heute kann man alle bekannten Automarken in China bekommen. Dabei ist es wichtig, dass der Name der Marke sowohl dem originalen Namen gleicht als auch eine glückverheißende oder sonstwie eine gute Bedeutung hat.

Automarken – 汽车品牌 = Qìchē pǐnpái
Fangen wir mit der ältesten deutschen Automarke in China an:
Volkwagen
大众汽车 • Dàzhòng qìchē = groß + Menge + Auto = Volkswagen
Dies war die erste Firma, die sich in China behaupten konnte. Schon 1978 begannen Gespräche. Der erste Santana wurde 1983 gebaut und konnte bald überall in China gesehen werden. Dabei wurden rund 6 Millionen Autos dieses Typs hergestellt. Der VW Santana erhielt seinen Namen aufgrund der kalifornischen „Santa-Ana-Winde“.
大众桑塔纳 • Dàzhòng Sāngtǎnà = Volkswagen + Lautmalerei
Der klassische Santana (Passat B2) stellte man lange Zeit her. Später folgten spezifische chinesische Weiterentwicklungen wie der 2000er und 3000er, bevor 2013 ein komplett neues Modell auf PQ35-Plattform erschien.
Die Produktion des Volkswagen Santana erfolgte in Shanghai. Dabei wurde diese Automarke in China schnell zum Symbol der wirtschaftlichen Modernisierung. Sie war über Jahrzehnte hinweg eines der meistgenutzten Fahrzeuge für Behörden, Taxiunternehmen und staatliche Institutionen.
1991 folgte ein weiteres zentrales Joint Venture mit der FAW Group: FAW-Volkswagen in Changchun. Damit baute Volkswagen seine Präsenz erheblich aus und legte den Grundstein für eine landesweite Produktion. In den 1990er- und 2000er-Jahren wuchs der chinesische Automobilmarkt rasant, und Volkswagen entwickelte sich zum Marktführer unter den internationalen Herstellern. Modelle wie der Jetta, der Bora und später der Passat wurden speziell für chinesische Kunden angepasst und in großen Stückzahlen produziert.

Auch der VW-Käfer hat seinen Weg nach China und in die chinesische Sprache gefunden.
大众甲壳虫 • Dàzhòng Jiǎkéchóng = Vokswagen Käfer
China wurde im Laufe der 2000er-Jahre zum wichtigsten Einzelmarkt des Volkswagen-Konzerns weltweit. Der Erfolg beruhte nicht nur auf früher Marktpräsenz, sondern auch auf konsequenter Lokalisierung: Produktion, Entwicklung und Zulieferstrukturen wurden zunehmend in China aufgebaut. Gleichzeitig investierte Volkswagen stark in Ausbildungsprogramme und technologische Kooperationen.
Wandel
Mit dem Wandel zur Elektromobilität steht Volkswagen in China vor neuen Herausforderungen. Angesichts des intensiven Wettbewerbs durch chinesische Hersteller investiert das Unternehmen massiv in die ID.-Modellreihe und neue Partnerschaften im Bereich Software und Batterietechnologie. Modelle wie der ID.4 und ID.3 werden lokal produziert und sollen Volkswagens Position im weltweit größten Markt für Elektrofahrzeuge sichern.
Aus einer frühen strategischen Partnerschaft in den 1980er-Jahren entwickelte sich somit eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte. China ist heute nicht nur Absatzmarkt, sondern zentraler Produktions-, Entwicklungs- und Innovationsstandort für Volkswagen – und entscheidend für die zukünftige Ausrichtung des gesamten Konzerns.
Funfact: Ein modernes, umstrittenes E-Auto-Klonmodell des chinesischen Herstellers Ora, das dem Käfer sehr ähnlich sieht, wird oft als Ora Ballet Cat (芭蕾猫, bālěimāo) oder Punk Cat bezeichnet.
Über die Geschichte der Automarke Volkswagen in China hat Felix Lee in einem sehr persönlichen und spannenden Buch geschrieben: Mein Vater, China und ich
Audi
奥迪 • Àodí = tiefgründig + aufklären (eigentlich phonetisch) = tiefe Weisheit
Die Geschichte von Audi in China begann vergleichsweise früh und entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Auslandsaktivitäten der Marke. Bereits Ende der 1980er-Jahre, im Zuge der wirtschaftlichen Reformen und Öffnungspolitik unter Deng Xiaoping, suchte China gezielt nach internationalen Partnern zum Aufbau einer modernen Automobilindustrie. 1988 entstand mit dem chinesischen Staatskonzern FAW Group (First Automobile Works) eine Kooperation – ein entscheidender Schritt für Audis langfristigen Erfolg im Land.

Ab 1990 produzierte man den Audi 100 in Changchun lokal. Dieses Modell entwickelte sich rasch zum bevorzugten Fahrzeug für Regierungsbehörden und Staatsunternehmen. Audi etablierte sich dadurch früh als repräsentative Marke für Funktionäre und Führungskräfte – ein Image, das die Wahrnehmung der Marke in China über Jahrzehnte prägte. Besonders die Langversionen der Limousinen, die mehr Beinfreiheit im Fond bieten, wurden gezielt für den chinesischen Markt entwickelt und fanden großen Anklang.
Die offizielle Gründung des Joint Ventures FAW-Volkswagen im Jahr 1991 festigte die Zusammenarbeit institutionell. Audi war damit einer der ersten Premiumhersteller mit lokaler Produktion in China. In den 2000er-Jahren profitierte das Unternehmen stark vom rasanten Wirtschaftswachstum und dem Aufstieg einer wohlhabenden Mittelschicht. Modelle wie der Audi A6L und später der A4L warne speziell für chinesische Kunden angepasst und in hohen Stückzahlen verkauft.
Heute
Über viele Jahre war China der wichtigste Einzelmarkt für Audi weltweit. Gleichzeitig verschärfte sich der Wettbewerb mit anderen deutschen Premiumherstellern wie BMW und Mercedes-Benz, die ebenfalls stark in China investierten. Audi reagierte mit einer Modelloffensive, dem Ausbau digitaler Angebote und verstärktem Engagement im Bereich Elektromobilität.
Heute ist China für Audi nicht nur Absatzmarkt, sondern auch Entwicklungs- und Innovationsstandort. Neben der Kooperation mit FAW wurde eine weitere Partnerschaft mit SAIC aufgebaut, um insbesondere im Bereich Elektromobilität und intelligenter Fahrzeugtechnologien schneller voranzukommen. Mit elektrischen Modellen wie dem e-tron und neuen Plattformstrategien richtet sich Audi konsequent auf die Zukunft aus. Aus einer frühen Regierungsflotte entwickelte sich so eine umfassende Marktpräsenz in einem der bedeutendsten Automobilmärkte der Welt.
Mercedes
奔驰 • Bēnchí = schnell laufen = Mercedes-Benz
Die Geschichte von Mercedes-Benz in China beginnt bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als erste Fahrzeuge der damaligen Daimler-Motoren-Gesellschaft nach China exportiert wurden. In den 1920er- und 1930er-Jahren galten die Automobile vor allem in Metropolen wie Shanghai als Symbole für Modernität, technischen Fortschritt und gesellschaftlichen Status. Nach der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 wurden westliche Luxusgüter jedoch weitgehend vom Markt verdrängt, sodass Mercedes-Benz über Jahrzehnte hinweg kaum präsent war.
Erst mit den wirtschaftlichen Reformen und der Öffnungspolitik unter Deng Xiaoping in den späten 1970er- und 1980er-Jahren kehrte die Marke schrittweise zurück. Zunächst wurden vor allem Limousinen für staatliche Institutionen und Regierungsstellen importiert. In den 1990er-Jahren gewann Mercedes-Benz zunehmend an Bedeutung im wachsenden chinesischen Automobilmarkt, der sich dynamisch entwickelte und eine neue wohlhabende Mittelschicht hervorbrachte. Erneut sind Fahrzeuge ein Statussymbol für wirtschaftlichen Erfolg.

Ein entscheidender Wendepunkt war 2005 die Gründung des Joint Ventures Beijing Benz Automotive Co., Ltd. gemeinsam mit dem chinesischen Partner BAIC. Mit der lokalen Produktion der Automarke Audibegann eine neue Phase der Marktintegration. Modelle wie die C-Klasse, die E-Klasse – häufig in einer speziell verlängerten Version für den chinesischen Markt – sowie verschiedene SUV- und Elektromodelle werden seither direkt in China gefertigt. Die Langversionen spiegeln die besondere Bedeutung des Fondbereichs wider, da viele Käufer Wert auf Komfort im hinteren Sitzbereich legen.
BMW
宝马 • Bǎomǎ = kostbares Pferd
Die Zeichen stehen für Prestige und hohe Qualität. Es gibt zudem den umgangssprachlichen Spitznamen 别摸我 (bié mō wǒ), was „fass mich nicht an“ bedeutet und phonetisch an „BMW“ erinnert.
Die Geschichte von BMW in China begann vergleichsweise später als die einiger Wettbewerber, entwickelte sich jedoch rasch zu einem zentralen Bestandteil der globalen Unternehmensstrategie. Erste Fahrzeuge wurden in den 1990er-Jahren nach China exportiert, als sich der Markt im Zuge der Reform- und Öffnungspolitik unter Deng Xiaoping zunehmend für internationale Hersteller öffnete. Zunächst galten BMW-Modelle, insbesondere die 7er-Reihe, als repräsentative Fahrzeuge für Unternehmer und staatliche Führungskräfte.
Ein entscheidender Schritt erfolgte 2003 mit der Gründung des Joint Ventures BMW Brilliance Automotive gemeinsam mit dem chinesischen Partner Brilliance China Automotive. In Shenyang entstand ein modernes Produktionszentrum, das kontinuierlich erweitert wurde. Mit der lokalen Fertigung begann für BMW eine neue Phase der Marktintegration und des starken Wachstums.

Besonders erfolgreich war BMW mit speziell für China entwickelten Langversionen der 3er- und 5er-Reihe, die mehr Beinfreiheit im Fond bieten – ein wichtiges Kaufargument für viele chinesische Kunden. In den 2010er-Jahren entwickelte sich China zum größten Einzelmarkt für BMW weltweit. Das Unternehmen investierte massiv in Produktionskapazitäten, Forschung und Entwicklung sowie in lokale Lieferketten.
Ein weiterer Meilenstein war die Stärkung der Elektromobilität. BMW produziert in China unter anderem den vollelektrischen iX3 für den Weltmarkt. Darüber hinaus investiert das Unternehmen in Batterietechnologie, Digitalisierung und intelligente Vernetzung, um im zunehmend wettbewerbsintensiven chinesischen Markt konkurrenzfähig zu bleiben.
Heute ist China für BMW nicht nur Absatzmarkt, sondern auch Innovations- und Produktionsstandort von strategischer Bedeutung. Aus anfänglichen Importen entwickelte sich innerhalb von zwei Jahrzehnten eine enge industrielle Partnerschaft. Der chinesische Markt spielt eine entscheidende Rolle für Wachstum, Elektrifizierung und die langfristige Ausrichtung des Unternehmens.
Fazit
Die Geschichte der deutschen Automarken in China ist gleichzeitig ein Spiegelbild der Innovationfreude und des rasanten chinesischen Fortschritts.

Links
Sorry, ich habe alte Fotos diverser Automarken für diesen Artikel genommen. Dabei habe ich nicht jede genannten Automarke fotografiert. Denn unterwegs habe ich nicht an so einen Artikel gedacht.
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