Gold in China und der Welt

Gold ist etwas, dem ich überall auf der Welt begegnet bin. Es ist ein faszinierendes Metall. Es oxidiert nicht und glänzt schon als Nugget in der Erde. Wen wundert es, dass die Menschen früh davon angezogen waren! Dazu kommt noch eine einfache Bearbeitung. Doch manche Menschen übertreiben und dehalb nennen heute manche es protzig und geschmacklos, was man aktuell bei Trumps „Renovierungen“ sieht.

Goldene Dose

Wie und wann wurde Gold erstmals benutzt?

Gold gehört zu den ersten Metallen, die der Mensch nutzte. Der Grund ist simpel: Gold kommt gediegen, also in reiner Form, in der Natur vor. Es musste nicht geschmolzen oder aufwendig verarbeitet werden. Menschen konnten Goldnuggets oder -flitter einfach aufsammeln, hämmern und formen.

Die frühesten gesicherten Goldfunde stammen aus der Zeit um 4500–4000 v. Chr.. Besonders bekannt ist der Gräberfund von Varna in Bulgarien (Kupferzeit). Dort wurden tausende Goldobjekte entdeckt – Schmuck, Perlen und Symbole –, die zu den ältesten bekannten Goldartefakten der Welt zählen. Das zeigt, dass Gold schon sehr früh mit Status, Macht und Ritualen verbunden war.

Goldhut von Berlin

Unabhängig davon wurde Gold auch in anderen Regionen früh genutzt, wie etwa in Mesopotamien, Ägypten und im Industal. In Ägypten spielte Gold spätestens ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. eine zentrale Rolle. Es galt als „Fleisch der Götter“ und war eng mit dem Sonnenkult verbunden. Pharaonen ließen sich mit goldenen Grabbeigaben bestatten, um ihre göttliche Natur auch im Jenseits zu bewahren.

Die Art der Nutzung war anfangs rein symbolisch: Gold wurde zu Schmuck, Amuletten, Grabbeigaben und Kultobjekten verarbeitet. Werkzeuge oder Waffen stellte man daraus nicht her, da Gold zu weich ist. Erst deutlich später entwickelte sich Gold zu einem Tausch- und Zahlungsmittel. Die ersten bekannten Goldmünzen wurden im 7. Jahrhundert v. Chr. im Königreich Lydien (heutige Türkei) geprägt.

Zusammengefasst:
Gold wurde zuerst wegen seiner Schönheit, Seltenheit und Unvergänglichkeit geschätzt – nicht wegen seines materiellen Nutzens. Diese frühe symbolische Bedeutung erklärt, warum Gold bis heute als Zeichen von Reichtum, Macht und Beständigkeit gilt.

Quellen

  • Renfrew, C.; Bahn, P.: Archaeology: Theories, Methods, and Practice. Thames & Hudson.
    → Grundlegendes Werk zur Frühgeschichte von Materialien und Metallen.
  • Higham, T.: Prehistory of the Balkans. Routledge.
    → Enthält Informationen zu den Goldfunden von Varna.
  • Anthony, D. W.: The Horse, the Wheel, and Language. Princeton University Press.
    → Kontext zur Kupfer- und Frühmetallzeit in Europa.
  • Museum of Varna (Bulgarien): Ausstellungskatalog The Varna Chalcolithic Necropolis.
    → Zentrale Quelle zu den ältesten bekannten Goldartefakten (ca. 4500 v. Chr.).
  • Encyclopaedia Britannica: Artikel „Gold (chemical element)“ und „History of Gold“.
    → Überblick zu früher Nutzung, Symbolik und späterer Monetarisierung.
  • Craddock, P. T.: Early Metal Mining and Production. Edinburgh University Press.
    → Technische und archäologische Einordnung früher Metallverarbeitung.

Gold als Währung – Vergangenheit, Bedeutung und Zukunft

Gold zählt zu den ältesten Tausch- und Wertaufbewahrungsmitteln der Menschheit. Schon vor über 5.000 Jahren nutzten Hochkulturen wie die Ägypter, Babylonier und später die Römer Gold für Handel, Steuern und Machtdemonstration. Doch welche Rolle spielte Gold als Währung, warum verlor es diese Funktion – und könnte es sie eines Tages zurückgewinnen?

Historische Rolle von Gold

Gold eignete sich früh als Währung, weil es selten, haltbar, teilbar und allgemein anerkannt war. Im Mittelalter und in der Neuzeit wurden Goldmünzen geprägt, deren Wert direkt an das enthaltene Edelmetall gebunden war.
Besonders prägend war der Goldstandard, der im 19. und frühen 20. Jahrhundert in vielen Ländern galt. Papiergeld konnte jederzeit in eine feste Menge Gold umgetauscht werden. Dadurch war die Geldmenge begrenzt und Inflation schwerer möglich.

Goldene Buddhas

Abschaffung des Goldstandards

Im 20. Jahrhundert erwies sich der Goldstandard zunehmend als unflexibel. Wirtschaftskrisen, Kriege und wachsender Welthandel erforderten eine anpassungsfähigere Geldpolitik.
1971 beendeten die USA unter Präsident Nixon die Goldbindung des Dollars – ein Wendepunkt, nach dem nahezu alle Währungen zu Fiatgeld wurden. Dieses besitzt keinen inneren Wert, sondern beruht auf staatlichem Vertrauen.

Vorteile von Gold als Währung

Gold bietet mehrere Eigenschaften, die es theoretisch wieder attraktiv machen könnten:

  • Wertstabilität über Jahrhunderte
  • Begrenzte Verfügbarkeit
  • Unabhängigkeit von Staaten und Zentralbanken
  • Schutz vor Inflation und Währungsabwertung

Deshalb gilt Gold bis heute als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten.

Nachteile und praktische Probleme

Als moderne Währung ist Gold jedoch schwer einsetzbar:

  • Keine flexible Steuerung der Geldmenge
  • Aufwendig in Lagerung und Transport
  • Unpraktisch für digitale und schnelle Zahlungsprozesse
  • Kann Wirtschaftswachstum bremsen

Diese Faktoren sprechen gegen eine Rückkehr zu einer reinen Goldwährung.

Gold in der heutigen Welt

Heute fungiert Gold nicht mehr als offizielles Zahlungsmittel, sondern als Wertreserve. Zentralbanken halten große Goldbestände, Anleger nutzen es zur Absicherung gegen Krisen. In Kombination mit digitalen Technologien (z. B. goldgedeckte Token) entstehen neue Hybridmodelle, jedoch ohne Gold als klassische Währung.

Fazit

Gold hat als Währung eine zentrale Rolle in der Wirtschaftsgeschichte gespielt. In der modernen, globalisierten und digitalen Welt ist es dafür jedoch zu unflexibel. Seine Bedeutung liegt heute weniger im täglichen Zahlungsverkehr, sondern im langfristigen Werterhalt und als Vertrauensanker in unsicheren Zeiten.

Die Bedeutung und Geschichte des Gold in China

Aus archäologischer Sicht spielte Gold in China eine andere Rolle als in vielen westlichen Kulturen. Funde zeigen, dass Gold zwar früh bekannt war, aber über lange Zeit kein dominantes Material des Alltags oder der Machtrepräsentation wurde. Bereits im Neolithikum (ab ca. 3000 v. Chr.) tauchen vereinzelte Goldobjekte auf, vor allem in Grenzregionen wie Gansu oder Xinjiang. Diese frühen Funde deuten darauf hin, dass Gold zunächst eher als exotisches oder fremdes Material galt und vermutlich über Kontakte mit zentralasiatischen Kulturen nach China gelangte.

In der Shang- und Zhou-Zeit (ca. 1600–256 v. Chr.) ist Gold archäologisch zwar belegt, bleibt jedoch selten. Gräber dieser Epochen enthalten überwiegend Bronze-, Jade- und Keramikobjekte. Gold erscheint meist in Form kleiner Schmuckelemente, Einlagen oder dünner Bleche und hatte vor allem symbolische oder dekorative Bedeutung. Die klare Dominanz der Bronze in Ritualgefäßen zeigt, dass Gold noch keinen zentralen Platz im religiösen oder politischen System einnahm.

Vergoldete Masken in Sanxingdui, Chengdu
Vergoldete Masken in Sanxingdui

Spannende Funde

Besondere Goldfunde stammen aus der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.). Dabei brachten Archäologische Ausgrabungen, etwa von Fürstengräbern, Goldbarren, Goldornamente und vergoldete Objekte zutage. Besonders bekannt sind die reich ausgestatteten Gräber der regionalen Elite, in denen Gold zusammen mit Jade als Zeichen von Rang, Unsterblichkeitsvorstellungen und kaiserlicher Gunst verwendet wurde. Dennoch zeigen selbst diese Gräber, dass Gold eher ein Prestige- und Belohnungsmetall war, während Silber und Kupfer wirtschaftlich wichtiger blieben

Die Goldmasken und Zepter von Sanxingdui stellen innerhalb der chinesischen Archäologie einen Sonderfall dar und weisen auf eigenständige religiöse Konzepte sowie externe Kontakte hin.

Fußnote
Robert Bagley, Ancient Sichuan: Treasures from a Lost Civilization (Princeton: Princeton University Press, 2001), 214–223..

Ein spannender Sonderfall ist das Königreich Shu im heutigen Sichuan. Die spektakulären Funde von Sanxingdui (ca. 1200–1000 v. Chr.) enthalten große Goldmasken, Zepter und Folien, die sich stark von der zeitgleichen Kultur im Zentralraum unterscheiden. Archäologisch wird dies oft als Hinweis auf eigenständige religiöse Vorstellungen und auf weitreichende Handelskontakte interpretiert. Diese Goldobjekte gehören zu den frühesten Beispielen monumentaler Goldverwendung in Ostasien.

Besonders deutlich wird die Sonderstellung von Gold in den Fürstengräbern der Han-Dynastie, in denen Gold gemeinsam mit Jade als Statussymbol fungierte.

Fußnote:
Wu Hung, The Art of the Yellow Springs: Understanding Chinese Tombs (Honolulu: University of Hawai‘i Press, 1995), 88–92.

Jade Totenanzug im Nationalmuseum
Jade Totenanzug im Nationalmuseum

In späteren Dynastien, besonders Tang und Song, nimmt die archäologische Sichtbarkeit von Gold jedoch wieder ab, zumindest im Bestattungswesen. Gold erscheint nun häufiger in Form von Schmuck, fein gearbeiteten Alltagsobjekten oder Tempelkunst, was mit Urbanisierung, Handel und technischem Fortschritt zusammenhängt. Das Münz- und Wirtschaftssystem basierte jedoch weiterhin überwiegend auf Kupfer und Silber, was sich auch in den archäologischen Funden widerspiegelt.

Trotz der Präsenz von Gold blieb Silber über Jahrhunderte das zentrale Metall des chinesischen Geldsystems.

Fußnote
⁵ Peng Xinwei 彭信威, A Monetary History of China, übers. von Edward H. Kaplan (Bellingham: Western Washington University Press, 1994), 45–49.

Zusammenfassung

Zusammenfassend zeigen archäologische Befunde, dass Gold in China nie das zentrale Leitmetall war, sondern eine spezialisierte, symbolisch aufgeladene Rolle spielte. Es stand für Macht, Transzendenz und kulturelle Kontakte nach außen, weniger für monetäre Stabilität. Gerade diese begrenzte, aber gezielte Nutzung macht Goldfunde in der chinesischen Archäologie besonders aussagekräftig für Fragen nach sozialer Hierarchie, Religion und interkulturellem Austausch.

Goldbarren
So ähnlich sahen chinesische Goldbarren aus

Literaturverzeichnis

Bagley, Robert. Ancient Sichuan: Treasures from a Lost Civilization. Princeton: Princeton University Press, 2001.

Chang, K. C. The Archaeology of Ancient China. 4. Aufl. New Haven: Yale University Press, 1986.

Peng, Xinwei 彭信威. A Monetary History of China. Übersetzt von Edward H. Kaplan. Bellingham: Western Washington University Press, 1994.

Wu, Hung. The Art of the Yellow Springs: Understanding Chinese Tombs. Honolulu: University of Hawai‘i Press, 1995.

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