Kreismuseum Syke und der Gesseler Goldhort

Zuletzt aktualisiert vor 4 Wochen

Wie ein Märchen leuchtet die Geschichte vom Gesseler Goldhort: Am Ende des Regenbogens findet man einen Goldschatz. Und dieser verschwindet nicht wie im Märchen.

Gesseler Goldhort - goldene Spiralen
Geeseler Goldhort

Der Goldtopf am Ende des Regenbogens

Nun ist der Leprechaun (Irischer Kobold) aber nicht nur reich an Gold, sondern mindestens ebenso geizig und durchtrieben. Er denkt nicht daran, das Glück seines Reichtums mit den Menschen zu teilen. Daher versteckt er das Gold an Orten, an denen es schier unmöglich zu finden ist: am jeweiligen Ende eines Regenbogens. Und wenn man bedenkt, dass der Regenbogen in Wahrheit kein Bogen, sondern ein geschlossener Kreis ist, ist dies tatsächlich das ultimative Versteck…

Statt sich also auf die Suche nach dem Ende des Regenbogens zu machen, sollte man laut Legende den Leprechaun selbst dazu bringen, sein Versteck preiszugeben. Man sollte den Kobold fangen, an den Schultern packen und auf dem Weg zum versteckten Schatz keine Sekunde lang aus den Augen lassen, da er sonst sofort wieder verschwindet.

Grüne Insel

Nein, die Wissenschaftler wissen sogar, wo und wie sie ihn gefunden haben. In Gessel im Kreis Diepholz. Doch dort ist der Gesseler Goldhort nicht mehr und irgendwie auch nicht im Kreismuseum Syke.

Der eigentliche Schatz ist jetzt im Landesmuseum Niedersachsen, wo er irgendwie auch hingehört. Doch im Kreismuseum Syke ist ihm mit dem neugebauten Forum Gesseler Goldhort ein würdiger Platz gegeben.

In dem neuen, modernen Anbau wird der älteste Teil der Geschichte erzählt. Rundum den Gesseler Goldhort wird gezeigt, wie und wo die Archäologen die 1,7 kg Goldringe und anderes gefunden haben.

Was macht den Gesseler Goldhort so besonders?

Der Hort wurde im Zuge des Trassenbaus der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) gefunden. Dabei wurden sieben Millionen Quadratmeter Fläche vollständig archäologisch untersucht. Das Besondere an diesem 3.300 Jahre alten Fund ist es, dass er als bisher erster und einziger Hortfund vom Auffinden bis zur Ausstellung wissenschaftlich begleitet werden konnte.

Die Präsentation des Geeseler Goldhort

Eine Dokumentation, die sich auch in der neuen Ausstellung widerspiegelt. Der Goldhort ist das Herzstück der Ausstellung, doch drumherum können die Besucher den Archäologen quasi über die Schulter blicken. Ihrer Arbeit ist das neue Forum ebenso gewidmet wie dem Gold.

Interessante Feststellungen hat man mittlerweile gemacht. Die Forscher haben herausgefunden, dass das Gold aus Zentralasien, vermutlich Afghanistan, stammt und einige Zeit im Umlauf war, bevor es vergraben wurde. Die Schlichtheit der Ringe, die wahrscheinlich nicht als Schmuck dienen konnten, führt zu der Vermutung, dass es sich um eine frühe Form von Geld handeln könnte, und von einem Händler in einer Notsituation vergraben wurde. Leider und für uns zum Glück konnte er sein Gold nicht wieder ausgraben.

Feuersteinwerkzeug aus Syke

Auch sonst haben die Menschen in dieser Zeit weitreichende Handelsbeziehung gehabt. Eine Speerspitze aus rotem Flint stammt eindeutig von Helgoland. Denn nur dort kam er vor.

Unter dem Raum mit dem Goldschatz gibt es ein „Forschungslabor“, wo Schüler sich an einzelnen Tischen als Archäologen versuchen können.

Das Syker Kreismuseum

Auch sonst lohnt sich der Besuch des Syker Kreismuseum. In alten Bauernhäusern unter großen schönen Bäumen findet der Besucher ein modernes Heimatmuseum.

Syker Kreismuseum

Da kann der Besucher sehen, wie ein Kaufmannsladen oder eine Schreinerwerkstatt ausgesehen hat. Alles modern aufbereitet und mit Erklärungen, Bildschirmen versehen.

„Das Kreismuseum versteht sich als ein lebendiger Geschichtsstandort. Neben dem ständigen Museumsbestand laden vor allem die wechselnden Ausstellungen, Sonderveranstaltungen und Mitmach-Angebote zu Museumsbesuchen ein. Diese Angebote gibt es für Jung und Alt. Wir sind ein generationsübergreifendes Museum für die gesamte Familie.“ Kann man auf der Webseite des Museums erfahren.

Es fällt mir schwer, all das, was ich von der Vielfalt des bäuerlichen Lebens vor 100 oder 200 Jahren gesehen habe, zusammenzufassen. Seht es selber!

Kreismuseum Syke

Besonders interessant fand ich die kleine Ausstellung über Hauswirtschaft und über das Leben der Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg zu sehen bekam. Brachte es mir das Leben meiner Mutter nahe. Diese hatte nach ihrer Flucht aus Schlesien auch kurze Zeit in Norddeutschland auf dem Lande gelebt.

In einem alten Bauernhaus gibt es neben den original Stuben und einigen Ausstellungen eine große Fläche frei, die man für Hochzeiten und Workshops in ungewöhnlicher Umgebung nutzen kann.

Kreismuseum Syke
Kreismuseum Syke

Info

Stand 08-2022

Öffnungszeiten:

Montag Ruhetag

Dienstag – Samstag 14.00 – 18.00 Uhr

Sonntag 12.00 – 18.00 Uhr

Feiertage 14.00 – 18.00 Uhr

Eintritt: 4,- €

Anreise von Bremen mit dem Zug.

Von dem Bahnhof in Syke kann man die Busse 102 oder 153 zum Kreismuseum nehmen.

Man kann auch gemütlich vom Bahnhof in 25 Minuten zum Kreismuseum zu Fuß gehen. Hierfür nimmt man den Ausgang Richtung Stadtzentrum und biegt direkt auf die Straße „Auf den Wührden“ ab. Dem Straßenverlauf folgt man bis zu der kleinen Seitenstraße „Im Hachetal“. Hier biegt man – anders als von Google Maps vorgeschlagen – links in die Straße „Im Hachetal“ ein und nimmt am Ende der Straße den kleinen Feldweg, der entlang der pittoresken Hache direkt zum Museum führt.

Website des Museums

Ihr könnt auch eine schöne archäologische Wanderung zum Fundort des Gesseler Goldhort machen.

Links

Kreismuseum Syke
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