Reis ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt. Wenn Du nach Asien reist, wirst Du nicht drumherum kommen. Ob als Beilage, als Sushi oder sogar als Nudeln, meistens wird Dir Reis serviert.
Als Reis werden die Getreidekörner der Pflanzenarten Oryza sativa und Oryza glaberrima bezeichnet. Oryza sativa wird weltweit in vielen Ländern angebaut. Reis ist vor allem in Asien ein Grundnahrungsmittel und bildet damit die Nahrungsgrundlage eines großen Teils der Weltbevölkerung.
Verschiedene Reissorten
So vielfältig wie die Menschen so vielfältig sind die Sorten: Von einem klaren Weiß bis zu einem tiefen Schwarz reicht die Farbpalette, mal appetitlich duftend, mal einfach und klebend: Reis ist eine ideale Begleitung zu allen Gemüse und Fleisch.
Es gibt langkörnigen (z.B. Basmati) oder auch kurzere runde Reiskörner. In China liebt man ihn leicht klebend. So ist er einfacher mit den Essstäbchen aufzunehmen. Vor allem ist er gänzlich ungewürzt.
Systematik

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Gattung: Oryza
Art: Reis
Wissenschaftlicher Name
Oryza spec. (insb. Oryza sativa L. und Oryza glaberrima Steud.)
Geschichte
Die Theorie, dass Reis unabhängig von einander zweimal domestiziert wurde, nämlich im Gebiet des Yangtze und in Indien, wurde mittlerweile fallen gelassen. Stattdessen nimmt man, auch aufgrund von DNA-Analysen, an, dass er zuerst im Delta des Perlflusses (Südchina) angebaut wurde und sich von dort über China und Südostasien bis nach Indien ausbreitete.
Den ältesten gekochten Reis fanden die Archäologen in Siedlungen, die aus der Zeit um 7.000 v.Chr. stammen. Die ältesten direkten Daten liegen zwischen 6000 und 7000 v. Chr. und kommen aus Pengtoushan (um 7.000 ein Reiskorn, das in Keramik eingebettet war) im Yangtze-Tal und in Jiahu im Huai-Tal (Henan, Peiligang-Kultur).
Es wurde zunächst Reis im Trockenbau angepflanzt. Erst nach und nach setzte sich den Anbau in Wasser durch, denn es ist ursprünglich keine Wasserpflanze, sondern hat sich seit Jahrtausenden durch Zucht und natürliche Selektion an die Überflutung der Felder angepasst. Viele Unkräuter und bodenlebende Schädlinge werden durch die Flutung am Wachstum gehindert, was der hauptsächliche Grund für den Wassereinsatz beim Reisanbau ist.
Neue Forschungsergebnisse verändern unser Verständnis der Umstände und des Zeitpunkts der Domestikation von Hühnern, ihrer Ausbreitung über Asien in den Westen und zeigen, wie sich ihre Rolle in den Gesellschaften während der letzten 3.500 Jahre verändert hat. Experten fanden heraus, dass der voranschreitende Reisanbau wahrscheinlich einen Prozess in Gang setzte, der dazu führte, dass Hühner zu einem der zahlreichsten Tiere der Welt wurden. Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass Hühner zunächst als Exoten galten und erst einige Jahrhunderte später zum „Nahrungsmittel“
Das Wort „Reis“
Chinesisch
米饭 • mǐfàn = (gekochter) Reis
Dieses Wort verwendet man für den gegarten oder gekochten Reis. Ist der botanische Reis gemeint, bevorzugt man
稻 • dao = Reis, Oryza sativa
Chengyu:
巧妇难为无米之炊
qiǎo fù nán wéi wú mǐ zhī chu
Bedeutung: Eine kluge Frau kann ohne Reis nicht kochen.
Dem deutschen Wort Reis liegt das mittellateinischen risum zu Grunde, das dem lateinischen oriza entstammt bzw. dem altgriechischen óryza. Von hier lässt sich die Spur zurückverfolgen zum mittelpersischen wrizey und schließlich zum altindischen vrīhí, wo sie sich dann verliert.

Vitamine und Mineralien
Habe ich schon erwähnt, dass Reis sehr gesund ist? Hier kommt der Beweis!
Hauptnahrungsbestandteile:
Kohlenhydrate76%,
Eiweiß 7-8%,
Fett 1,3%,
Mineralstoffe 0,6%,
Ballaststoffe ca. 2%.
Der Nährwert beträgt etwa 1500kJ/100g
Mineralien und Vitamine
Die Zahlen zu den Inhaltsstoffen sind auf 100 g bezogen. In Klammern der tägliche Bedarf (nach Deutsche Gesellschaft für Ernährung 2008).
Kalzium 23mg (1000mg), Eisen 2,6mg (Männer 10mg, Frauen 15mg), Kalium 150mg (2000mg), Magnesium 150mg (350mg)
Vitamin B1 0,4mg (1,2mg), Vitamin B2 0,1mg (1,5mg), Vitamin B6 0,7mg (1,5mg), Vitamin E 0,75mg (14mg), Folsäure 0,016mg (0,4mg), Niacin 5mg (16mg)
Aus: https://www.medicoconsult.de/reis/

Übrigens enthält Reis kein Gluten.
Reis kochen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Reis zu kochen. Ich bevorzuge die chinesische Variante.
1 Tasse Reiskörner, 2 Tassen Wasser
Reis waschen, alles zusammen schnell zum Kochen bringen (am besten mit Deckel auf dem Topf). Sobald er kocht, runterschalten und bei kleiner Flamme so lange köcheln, bis kein Wasser mehr sichtbar ist.
Heute ist es auch ganz einfach, einen Reiskocher zu benutzen. Diese Geräte sind sehr preiswert. Aber ich persönlich brauche keinen.

Der schwarze Reis
Ich habe Schwarzen Reis in Xishuangbanna, Südchina, 1992 kennen gelernt. Erst habe ich etwas skeptisch geguckt, doch dann war ich begeistert von dem würzigen Aroma.
Bei schwarzem Reis handelt es sich um Mittelkornreis, der nussig schmeckt und relativ bissfest ist. Seine Farbe erhält er durch die große Menge an Anthocyanen. Bei ihnen handelt es sich um pflanzliche Farbstoffe, die zum Beispiel auch in Heidelbeeren oder Kirschen vorkommen. Sie besitzen viele Antioxidantien und sollen entzündungshemmend wirken.
Ich hatte 1992 Bedenken, dass ich nie wieder Schwarzen Reis essen, schließlich gab es damals nicht an jeder Ecke einen Asia-Supermarkt. Welch eine Freude, als ich ihn in Hamburg in einem asiatischen Laden entdeckte!
Übrigens
Bei einem Festessen und wenn man in einem Restaurant isst, sollte Reis nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Chinesen haben sonst die Sorge, dass die übrigen Speisen nicht ausreichen, um die Leute auf angenehme Weise zu sättigen. Deshalb wird er auch erst zum Schluss gereicht. Doch sie gewöhnen sich an uns Deutschen und Westler, die gerne ihre Sättigungsbeilage zu Beginn des Essens haben wollen.
Chinesen essen ausserdem viel Nudeln und in nomadisch geprägten Gebieten auch Brot.
Aus Reis werden auch Schnaps, Bier und Essig hergestellt. Und viele Süßigkeiten gibt es!

Wann sind die Reisterrassen am schönsten?
Wann ist die beste Reisezeit und wann sehen die Reisterrassen am schönsten aus? Der eine meint, dass es im April am schönsten ist, wenn die frischen Setzlinge in leuchtendem Grün strahlen. Im Oktober zeigt sich der reife Reis in einem goldenen Gelb in der Sonne. Im Winter sind die Terrassen manchmal weiß mit Schnee gepudert.
Auch die Zeiten, wo nur die dunkle Erde (im Winter) zu sehen ist, oder die Felder mit Wasser geflutet sind, also im März, haben ihren besonderen Reiz. Die Felder sind beeindruckend als Fotomotiv durch ihre Strukturen, nicht so sehr durch die Farben. Finde ich.
Der Junge Hán Xin und der Reis
Ein Korn Reis, tausende aus Gold
Es war einmal, vor sehr langer Zeit, in einem kleinen Dorf im alten China, ein Junge namens Han Xin. Damals wusste noch niemand, dass aus diesem stillen, oft hungrigen Jungen eines Tages ein berühmter General werden würde.
Han Xin war arm. Sehr arm sogar. Oft hatte er nichts weiter als ein paar Körner Reis in seiner kleinen Schale. An manchen Tagen reichte selbst das nicht, und sein Magen knurrte wie ein ungeduldiger Tiger im Bambuswald. Doch obwohl er wenig besaß, hatte Han Xin etwas Kostbares: Geduld und einen klugen Kopf.
Ein Märchen
Eines Abends saß er am Rand eines Feldes, während die Sonne langsam hinter den grünen Hügeln versank. In seiner Hand hielt er ein einziges Reiskorn. Er betrachtete es lange.
„Wie klein du bist“, murmelte er. „Und doch kann aus dir eine ganze Pflanze wachsen.“
Da kam ein alter Bauer des Weges. Sein Bart war weiß wie Winterreis, und seine Schritte waren langsam, aber ruhig. Er sah den Jungen und lächelte.
„Warum starrst du so ernst auf dieses Korn?“ fragte der Bauer.
Han Xin hob den Blick. „Weil ich glaube, dass selbst das Kleinste groß werden kann.“
Der Bauer nickte. „Das ist eine kluge Erkenntnis.“
Dann setzte er sich neben den Jungen und begann zu erzählen:
„Ein einziges Reiskorn kann eine Pflanze hervorbringen. Diese Pflanze trägt viele Körner. Pflanzt man sie wieder, entstehen noch mehr. Mit Geduld kann aus einem Korn ein ganzes Feld werden.“
Han Xin hörte aufmerksam zu. In seinem Kopf begannen die Gedanken zu wachsen wie junge Reishalme im Frühling.
„Dann“, sagte er langsam, „kann aus einem Korn tausend werden.“
Der Bauer lächelte geheimnisvoll. „Und wer klug handelt, kann aus tausend Körnern tausend Stücke Gold machen.“
Der Wind strich durch die Felder, und die Reispflanzen rauschten leise, als würden sie das Geheimnis bestätigen.
Han Xin stand auf, verbeugte sich vor dem alten Mann und sagte: „Dann werde ich lernen, geduldig zu sein. Wie ein Bauer, der sein Feld bestellt.“
Viele Jahre später erinnerten sich die Menschen an den Jungen, der einmal mit einem einzigen Reiskorn in der Hand über die Zukunft nachgedacht hatte. Denn aus dem armen Jungen war ein großer Stratege geworden.
Und so erzählte man sich im ganzen Land:
Manchmal beginnt großer Reichtum nicht mit Gold –
sondern mit einem einzigen Korn Reis,
einem klaren Gedanken
und der Geduld, beides wachsen zu lassen. .

Der Reisfisch
Es gibt einen kleinen Fisch, der auch im Aquarium gerne gehalten wird. Es ist der Reisfisch oder Medaka. Er lebt in den Reisfeldern Ostasiens. Für ihn ist es sehr wichtig, dass die Gewässer, die sein Lebensbereich sind, ruhig und wenig fliessend sind.
In den Reisfeldern frisst er gerne Mückenlarven. Am liebsten erkunden die schönen Medaka futtersuchend den oberflächennahen Bereich der Felder und Tümpel. Treffen sie sich untereinander, gibt es bei den friedlichen Reiskärpflingen keine Streitereien oder gar Kämpfe. Die männlichen Reisfische zeigen den Damen gerne balzend ihre Schönheit, ohne sie dabei aber zu sehr zu bedrängen. Es sind durch und durch friedliche Gesellen
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Sehr interessanter Beitrag. Reis ist eine der besten Zutaten für jede ausgewogene Mahlzeit. Und jeder von uns sollte sich dafür interessieren, wie man sich richtig ernährt, um gesund zu bleiben und sich lange wohl zu fühlen.
Wow, super Webseite … werde hier auch in Zukunft zurückgreifen 😉 DANKE !!!! Liebe Grüße Mia