Wie ein mächtiges Portal steht am Anfang der Langen Reihe des Stadtteils St. Georg die Dreieinigkeitskirche. Wenn man den Hauptbahnhof „hinten“ verlässt, dann ist sie ein Bauwerk, an dem der Blick hängenbleibt.
Die Heilige Dreieinigkeitskirche im Hamburger Stadtteil St. Georg gehört zu den geschichtsträchtigsten evangelischen Kirchen der Hansestadt. Sie verbindet mittelalterliche Ursprünge, barocke Architektur, die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau der Nachkriegszeit zu einem außergewöhnlichen kulturhistorischen Ensemble.

Die Ursprünge der Gemeinde reichen bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück. Damals befand sich vor den Toren Hamburgs das St.-Georgs-Hospital mit einer kleinen Kapelle für Kranke und Reisende. Aus dieser Kapelle entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eine eigenständige Kirche. Bereits im 15. Jahrhundert wurde das Gotteshaus erweitert und erhielt einen Turm. Mit dem Wachstum der Vorstadt St. Georg genügte die mittelalterliche Kirche bald nicht mehr den Anforderungen der Gemeinde. (Wikipedia)
Im 18. Jahrhundert entschied man sich deshalb für einen vollständigen Neubau. Zwischen 1743 und 1747 entstand nach Plänen des Architekten Johann Leonhard Prey eine barocke Kirche. Zur feierlichen Einweihung komponierte Georg Philipp Telemann eigens das Oratorium „Heilig, heilig, heilig ist Gott“. Damit wurde die Kirche früh zu einem bedeutenden Ort der Kirchenmusik in Hamburg. (Wikipedia)
Während der Luftangriffe auf Hamburg im Juli 1943 wurde die Kirche nahezu vollständig zerstört. Nur Teile des Turms und einzelne historische Elemente blieben erhalten. In den 1950er Jahren entstand nach Entwürfen des Architekten Heinz Graaf ein moderner Neubau, der bewusst als innerstädtische Konzertkirche konzipiert wurde. Das neue Kirchenschiff orientierte sich an der klaren Formensprache der Nachkriegsmoderne, während der barocke Turm nach historischen Vorlagen rekonstruiert wurde. Gerade diese Verbindung aus alter und neuer Architektur gilt heute als charakteristisch für die Kirche. (Hamburg)

Ausstattung der Kirche
Besonders bemerkenswert ist die Ausstattung der Kirche. Vor dem Gebäude steht seit 1959 die Reiterstatue des heiligen Georg als Drachentöter, geschaffen vom Bildhauer Gerhard Marcks. Sie entwickelte sich zu einem Wahrzeichen des Stadtteils. Ebenfalls von großer kunsthistorischer Bedeutung ist die spätmittelalterliche Kreuzigungsgruppe aus Bronze um 1490. Sie zählt zu den ältesten erhaltenen Kunstwerken Hamburgs und gilt als bedeutendes Zeugnis norddeutscher Gusskunst. Das Original befindet sich heute geschützt im Turmbereich der Kirche; im Außenraum steht ein Nachguss. (Hamburg)

Auch im Inneren verbindet die Kirche religiöse Funktion mit kultureller Nutzung. Farbige Glasfenster, eine große Konzertorgel und die ausgezeichnete Akustik machen sie bis heute zu einem wichtigen Veranstaltungsort für geistliche Musik und Konzerte. Die Kirche ist damit nicht nur Gotteshaus, sondern auch kultureller Mittelpunkts vielfältigen Stadtteils St. Georg. (Hamburg Tourismus) Sie wird heute von der Kirchengemeinde St. Georg Borgfelde verwaltet.
Das Symbol „Alpha und Omega“
Das Symbol „Alpha und Omega“ stammt aus dem griechischen Alphabet. Alpha ist der erste, Omega der letzte Buchstabe. In der christlichen Tradition stehen sie für Anfang und Ende, Vollkommenheit und Ewigkeit Gottes.

Die Grundlage dafür findet sich in der Bibel, besonders in der Offenbarung des Johannes. Dort sagt Christus: „Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“ (Offenbarung 22,13). Damit wird ausgedrückt, dass Gott beziehungsweise Christus über die gesamte Zeit und Schöpfung hinaus besteht. Alles hat seinen Ursprung in ihm und findet auch in ihm sein Ziel.
In Kirchen erscheint das Symbol häufig an Altären, Kanzeln, Glocken, Fenstern oder Eingangsportalen. Es soll Gläubige daran erinnern, dass Gottes Gegenwart das gesamte Leben umfasst – von Geburt bis Tod und darüber hinaus. Oft werden Alpha und Omega zusammen mit dem Christusmonogramm „Chi-Rho“ dargestellt, einem weiteren alten christlichen Zeichen.
Besonders in älteren Kirchen hat das Symbol auch eine kunsthistorische Bedeutung. Es verbindet Sprache, Glauben und Bildkunst zu einer kurzen, leicht erkennbaren Botschaft über Ewigkeit und göttliche Vollendung.
Essen für alle
Immer Donnerstag wird in der Kirche mit Hilfe der Hamburger Tafel Essen verteilt. Am Freitag gibt es dann eine Suppe. So ist mit viel Engagement für Hamburgs Notleidende gesorgt. Bis zu 200 Gäste kommen an diesen Tagen. Für viele ist es der Höhepunkt der Woche, wenn sie in der ruhige Atmosphäre zur Ruhe kommen und eine warme Mahlzeit genießen können.
Quellen:
- hamburg.de – Heilige Dreieinigkeitskirche
- Wikipedia – Hl.-Dreieinigkeits-Kirche (Hamburg-St. Georg)
- Deutsche Stiftung Denkmalschutz
- Hamburg Tourismus – Dreieinigkeitskirche St. Georg
Restaurant Zur Alten Flöte
Gleich gegenüber der Dreieinigkeitskirche ist das Restaurant Zur Alten Flöte, da wo Hamburg noch ganz akt und heimelig wirkt-
Das portugiesische Restaurant Zur Alten Flöte gehört zu den traditionsreichsten Gaststätten im Hamburger Stadtteil St. Georg. Das Gebäude wurde bereits im Jahr 1661 erstmals als Gaststätte erwähnt und zählt damit zu den ältesten noch bestehenden Lokalen des Viertels. Heute verbindet das Restaurant historische Atmosphäre mit portugiesischer Küche und gilt vielen Gästen als ruhiger Gegenpol zum bekannten Portugiesenviertel am Hafen. (portugiese-hamburg.de)

Die Familie Viegas führt das Restaurant seit vielen Jahren und setzt vor allem auf traditionelle portugiesische Fisch- und Fleischgerichte, Tapas sowie eine gemütliche, beinahe familiäre Atmosphäre. Besonders hervorgehoben werden in Beschreibungen die historische Einrichtung mit alten Bildern Hamburgs sowie das kleine, rustikale Ambiente des denkmalgeschützten Hauses. (portugiese-hamburg.de)
Das Restaurant gilt als feste Größe der portugiesischen Küche in Hamburg und wird besonders von Stammgästen und Kennern der mediterranen Küche geschätzt. (Bewertungen Tripadvisor)

Und noch etwas möchte ich nicht unerwähnt lassen: Hier liegt auch das 2-Sterne-Hotel Beifang (auch Bee Fang), das vornehmlich chinesische Gäste anspricht.
Links
- St. Georg, Hamburg lebhafter und bunter Stadtteil
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- Hamburg Wandsbek
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