Für den 03.09.2015 war in Peking eine enorme Parade anlässlich des 70jährigen Ende des 2. Weltkrieges in Fernost geplant. Ich befand mich genau zu der Zeit in Chinas Hauptstadt. Hier beschreibe ich meine Eindrücke vom Tag vor der großen Parade 2015.
Freitag, 2.09.2015 – Der Tag vor der Parade
Ich wohne in einem hübschen Hotel in den Hutongs (Altstadt) nördlich vom Glocken- und Trommelturm Schon auf der Fahrt vom Westbahnhof hierher vorgestern war es nicht zu übersehen, dass ein wichtiges Ereignis bevorsteht. Die Fahrt ging vorbei an der Verbotenen Stadt, natürlich nicht am Platz des Himmlischen Friedens oder gar auf dem großen Changan Boulevard, denn da war schon alles abgesperrt. Aber auch so konnte ich sehen, dass die Nebenstraßen ebenfalls abgesperrt werden. Entsprechende Zäune stehen bereit. Überall leuchteten neue rote Fahnen in der Sonne.
Ja, das ist eine der guten Seiten des Feiertages: Die Sonne scheint. Man kann die Westberge klar in der Ferne sehen, sogar vom Platz vor dem Glockenturm aus. Anscheinend haben die Maßnahmen zur Luftverbesserung anlässlich der Parade gewirkt. Etliche Fabriken mussten schließen, um den Ausstoß von CO2 zu reduzieren. Die Feinstaubwerte sind niedrig. Am Tag danach hat es übrigens geregnet.
Heute (02.09.15) sind die roten Nationalfahnen überall, weitere werden aufgehängt. Und noch eine Farbe dominiert in diesem Stadtviertel: Ein schönes Hellblau. Überall sind – meistens – Frauen mit blauen Poloshirts und roten Armbinden zu sehen. Wenn man sich die Aufschrift auf dem Rücken genauer ansieht, dann entdeckt man, dass diese Leute freiwillige Sicherheitshelfer sind. Polizisten habe ich dagegen in diesem Viertel eher wenige gesehen.
An den Geschäften und Restaurants hängen Schilder in den Schaufenstern, auf denen die Zeiten stehen, an denen sie während der Feiertage geschlossen haben. Manche sind heute schon zu. Die meisten oder vielleicht sogar alle haben mindestens am Donnerstag Vormittag, wenn die Parade stattfindet, geschlossen.
Es scheint mir auch, dass auf der relativ großen Straße beim Hotel und auch auf der 2. Ringstraße ganz in der Nähe heute weniger Verkehr als sonst ist.
Nun bin ich gespannt, wie es nun morgen sein wird, ob ich wenigstens einen Teil meiner Pläne umsetzen kann.

Freitag, 4.09.2015 – Der Tag nach der Parade
Wie bestellt fängt es am Freitag Morgen an zu regnen. Noch ist es nicht schlimm und so mache ich mich auf, um mir den Platz des Himmlischen Friedens anzugucken. Als Regenwetterprogramm habe ich mir den Besuch des Nationalmuseums vorgenommen.
Allerdings scheinen sich meine Pläne mit denen halb Pekings zu überschneiden. Die U-Bahn ist voll. Beim Aufstieg auf den Platz des Himmlischen Friedens staut sich alles, weil dort die Regenschirmverkäufer aufgestellt haben. Es regnet mittlerweile in Strömen.

Ich mag keine Regenschirme. Langsam schiebe ich mich durch die Menge, immer darauf bedacht, mir nicht die Augen ausstechen zu lassen. Denn die Chinesen tragen ihre Schirme genau auf meiner Augenhöhe.
Was für ein Gedränge! Viele Wege sind versperrt. Auf der Changan Straße vor dem Tor des Himmlischen Friedens fahren zwar Autos. Doch als Fußgänger kommt man nicht dorthin. Die Verbotene Stadt ist nur durch Nebeneingänge zu erreichen. Das Ende der Schlange vor dem Nationalmuseum verpasse ich. Wegen der Schirme und dem strömenden Regens kann ich kaum etwas sehen. Dann eben kein Museum!
Weiter geht’s auf den Platz des Himmlischen Friedens. Auch hier großes Gewusel. Bunte Regenschirme überall. Wenig Polizei oder Soldaten. Doch vielleicht sehe ich die auch nicht bei dem vielen Regen.
Auch die Straße vor der großen Halle des Volkes ist abgesperrt. Auch dahinter kommt man nicht so einfach dahin, wohin man will. Mittlerweile bin ich total durchnässt. Trotzdem gehe ich weiter zu Fuß, vor allem nachdem eine Taxifahrerin einfach mal 100 Yuan für den Weg zum Hotel verlangt, für einen Weg, der mit Taxameter höchstens 20 – 25 Yuan kostet. Für das so gesparte Geld gönne ich mir ein leckeres Essen in einem ungewöhnlichen Restaurant.

Links
- Ausflug am Tag der Parade: Fahai-Tempel und Eunuchen-Museum
- Wie Du die Touristenmassen in China vermeidest

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- Verfolgung und Ermordung durch die Nazis - 5. Juli 2026



Danke! Nun bin ich schon fast wieder zuhause. Ich hab ganz viel zu erzählen… Und ich genieße es, in Peking zu sein, einer Stadt, die mir von Mal zu Mal noch besser gefällt.
Ich freue mich schon auf deinen Feiertags-Bericht! 😀 Und wünsche dir weiterhin eine schöne Zeit.