Sensationsfund in Sanxingdui!

2025/2026: Das eiserne Artefakt aus der Grube 7 der Ausgrabungsstätte Sanxingdui ist für die Archäologie von besonderem Interesse, da Eisen in China erst deutlich später als Bronze in größerem Umfang verwendet wurde. Sanxingdui liegt in der Provinz Sichuan und gehört zu den bedeutendsten archäologischen Fundstätten Chinas. Die Kultur von Sanxingdui wird meist auf die späte Bronzezeit datiert und entwickelte sich etwa zwischen 1700 und 1100 v. Chr. Berühmt ist die Fundstätte vor allem für ihre riesigen Bronzemasken, Bronzefiguren, Goldobjekte sowie kunstvoll bearbeiteten Jade- und Elfenbeingegenstände.

Grube 7 und das eiserne Artefakt

Die sogenannte Grube 7 gehört zu den sechs Opfergruben, die ab 2020 neu entdeckt und wissenschaftlich untersucht wurden. Während der Ausgrabungen fanden Archäologen neben zahlreichen Bronze-, Gold- und Jadeobjekten auch ein kleines eisernes Artefakt. Dieser Fund sorgte für großes Interesse, weil Eisenfunde aus einer so frühen Fundstätte ungewöhnlich sind. Wäre das Objekt tatsächlich gleichzeitig mit den übrigen Gegenständen der Grube entstanden, würde dies die bisher bekannte Entwicklung der Eisenverarbeitung in China erheblich beeinflussen.

Um das Alter des eisernen Artefakts zu bestimmen, wurden mehrere wissenschaftliche Methoden angewendet. Da Eisen selbst nicht direkt mit der Radiokarbonmethode datiert werden kann, untersuchten die Forschenden zunächst organische Materialien aus derselben Fundschicht, beispielsweise Holzkohle, verkohlte Pflanzenreste und andere kohlenstoffhaltige Überreste. Diese Proben wurden mithilfe der Radiokarbonmethode (C14-Datierung) analysiert und ergaben ein Alter, das zur späten Shang-Zeit passt. Zusätzlich wurde die genaue Lage des Eisengegenstands innerhalb der Fundschicht dokumentiert. Die Archäologen überprüften sorgfältig, ob das Objekt ungestört in der ursprünglichen Schicht lag oder möglicherweise erst zu einem späteren Zeitpunkt in die Grube gelangt war. Diese stratigraphische Untersuchung ist wichtig, weil ein jüngerer Gegenstand durch natürliche Prozesse oder menschliche Eingriffe in ältere Schichten gelangen kann.

Darüber hinaus wurde das Artefakt mit modernen materialwissenschaftlichen Verfahren untersucht. Metallografische Analysen sowie Untersuchungen der chemischen Zusammensetzung lieferten Hinweise darauf, wie das Eisen hergestellt wurde und welche Verunreinigungen es enthält. Solche Analysen können Rückschlüsse auf die verwendete Technologie und damit auch auf die wahrscheinliche Entstehungszeit erlauben. Gleichzeitig wurden Korrosionsschichten untersucht, um festzustellen, ob sie mit einer langen Lagerung im Boden übereinstimmen.

Eisernes Artefakt – neuester Forschungsstand

Nach dem derzeitigen Forschungsstand gehen viele Wissenschaftler jedoch vorsichtig mit dem Fund um. Es ist noch nicht endgültig geklärt, ob das eiserne Artefakt tatsächlich aus der ursprünglichen Nutzungszeit der Opfergrube stammt oder ob es erst in einer späteren Epoche in die Schicht gelangte. Deshalb wird die Datierung nicht allein auf den Eisengegenstand gestützt, sondern auf den gesamten archäologischen Kontext, die Radiokarbondaten der Begleitfunde, die Stratigraphie sowie die naturwissenschaftlichen Materialanalysen. Erst die Kombination dieser verschiedenen Methoden ermöglicht eine möglichst zuverlässige zeitliche Einordnung.

Der Fund zeigt, wie wichtig moderne archäologische Forschung ist. Heute reicht es nicht mehr aus, ein Objekt nur nach seinem Aussehen zu beurteilen. Vielmehr werden archäologische, naturwissenschaftliche und chemische Untersuchungen miteinander verbunden, um Herkunft, Alter und Herstellungsweise möglichst genau zu bestimmen. Das eiserne Artefakt aus der Grube 7 von Sanxingdui bleibt deshalb ein bedeutender Forschungsgegenstand, der neue Erkenntnisse über die Entwicklung der Metallurgie und die Kulturgeschichte des alten China liefern könnte.

Leider konnte ich kein Foto von dem Artefakt finden, das ich für den Artikel nutzen konnte.

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Ulrike
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