Der Takin – ein außergewöhnliches Tier des Himalayas

Den Takin habe ich nun verschiedentlich im Zoo gesehen, darunter auch im Serengeti-Park. Allerdings sind mir noch keine guten Fotos gelungen. Nun habe ich mich, entschlossen, trotzdem über das faszinierende und merkwürdig aussehende Tier zu schreiben und dazu Fotos von Pixabay und Wikimedia zu nutzen.

Der Takin (Budorcas taxicolor) ist ein großes, kräftig gebautes Säugetier aus der Familie der Hornträger (Bovidae). Obwohl er auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Ziege, Rind und Moschusochse aussieht, gehört er zu den ziegenartigen Tieren. Takine leben in den Gebirgsregionen des östlichen Himalayas und in Teilen Chinas, Indiens, Bhutans und Myanmars. (Mammal Diversity Database)

Die Entdeckung des Takins

Für die westliche Wissenschaft wurde der Takin im 19. Jahrhundert bekannt. Der britische Naturforscher Brian Houghton Hodgson beschrieb die Art 1850 erstmals wissenschaftlich. Seine Untersuchungen beruhten unter anderem auf Fellen und Schädeln von Tieren aus den Mishmi-Bergen im östlichen Himalaya. (Mammal Diversity Database)

Für die Menschen, die in der Heimat des Takins lebten, war das Tier natürlich schon lange vorher bekannt. „Entdeckt“ bedeutet hier also genauer gesagt, dass es 1850 erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde.

Aussehen

Der Takin ist ein ungewöhnlich kräftiges Tier. Erwachsene Tiere können etwa 150 bis 350 Kilogramm wiegen und eine Schulterhöhe von ungefähr 70 bis 140 Zentimetern erreichen. Sein Körper ist gedrungen, die Beine sind kurz und kräftig und die Hufe breit. Dadurch kann er sich auch auf steilen und steinigen Berghängen sicher bewegen. (Tierpark Berlin)

Besonders auffällig ist sein langes, dichtes Fell. Die Farbe kann je nach Unterart von gelblich-golden über hellbraun bis dunkelbraun reichen. Manche Tiere besitzen außerdem einen dunklen Streifen entlang des Rückens. Das Fell schützt den Takin vor dem kalten und feuchten Klima der Bergregionen. (Store norske leksikon)

Sowohl Männchen als auch Weibchen tragen Hörner. Diese sind an der Basis relativ breit und biegen sich nach hinten und anschließend wieder leicht nach oben.

Lebensraum

Von IUCN Red List of Threatened Species, species assessors and the authors of the spatial data., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11352437

Takine leben in den Gebirgen des östlichen Himalayas und Südwestchinas. Ihr Lebensraum reicht von bewaldeten Bergregionen bis zu subalpinen Wiesen. Je nach Jahreszeit können sie in Höhen von mehreren tausend Metern vorkommen. (Mammal Diversity Database)

Im Sommer halten sich viele Tiere in höheren Regionen auf. Im Winter ziehen sie in niedrigere Gebiete, wo sie leichter Nahrung finden. Dabei können sie teilweise weite Strecken zurücklegen. (Animal Diversity Web)

Nahrung

Der Takin ist ein Pflanzenfresser. Er ernährt sich vor allem von Blättern, Gräsern, Kräutern und Zweigen. Im Winter, wenn weniger frische Pflanzen vorhanden sind, frisst er auch immergrüne Blätter und Äste. (Tierpark Berlin)

Obwohl der Takin sehr schwer und etwas unbeholfen aussieht, kann er erstaunlich geschickt an Nahrung gelangen. Er kann sich auf die Hinterbeine stellen, um höher gelegene Blätter zu erreichen. Außerdem ist er kräftig genug, kleinere Bäume oder dickere Äste herunterzudrücken oder sogar abzubrechen. (Animal Diversity Web)

Takine benötigen außerdem viele Mineralstoffe. Deshalb besuchen sie manchmal sogenannte Salzlecken, an denen sie wichtige Mineralien aufnehmen können. (Animal Diversity Web)

Verhalten und Sozialleben

Takine sind gesellige Tiere. Sie können in größeren Herden zusammenleben, wobei sich die Größe der Gruppen je nach Jahreszeit verändert. In höheren Regionen können sich im Sommer besonders große Gruppen bilden. Im Winter werden die Gruppen häufig kleiner. Ältere Männchen leben teilweise auch allein. (Animal Diversity Web)

Takine
Von Dirk – originally posted to Flickr as 063 – Baby Takin (Thimphu), CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10613551

Die Tiere sind meist am frühen Morgen und am späten Nachmittag besonders aktiv. Bei Gefahr können sie die anderen Tiere warnen. Anschließend versuchen sie, in dichter Vegetation Schutz zu finden. Trotz ihres schweren Körpers können Takine sich auf steilen Berghängen überraschend geschickt bewegen. (Animal Diversity Web)

Fortpflanzung

Die Paarungszeit liegt je nach Population ungefähr im Sommer. Nach der Paarung dauert die Tragzeit etwa sieben bis acht Monate. Normalerweise bringt ein Weibchen ein Jungtier zur Welt. (Animal Diversity Web)

Die Jungtiere entwickeln sich relativ schnell. Schon wenige Tage nach der Geburt können sie ihrer Mutter folgen. In manchen Populationen bilden mehrere Jungtiere eine Art „Kindergarten“, der von einem erwachsenen Weibchen bewacht werden kann. (Tierpark Berlin)

Feinde und Gefährdung

Der Takin wird auf der Roten Liste der IUCN als „Vulnerable“ (gefährdet bzw. gefährdet im Sinne der Kategorie „Vulnerable“) eingestuft. Zu den wichtigsten Gefahren gehören die illegale und übermäßige Jagd, der Verlust seines Lebensraums und die Zerschneidung seiner Wanderwege. Auch Störungen durch Menschen und die Konkurrenz mit Nutztieren können Probleme verursachen. (Mammal Diversity Database)

Der Lebensraum des Takins ist schwer zugänglich, weshalb es teilweise schwierig ist, die genaue Größe seiner Bestände zu bestimmen. Schutzgebiete spielen deshalb eine wichtige Rolle für den Erhalt der Art. (IUCN Rote Liste)

Von Elias Neideck – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26056567

Der Takin und Bhutan

Der Takin besitzt auch eine besondere kulturelle Bedeutung. Er gilt als Nationaltier Bhutans. Dort ist er besonders bekannt und wird unter anderem in Schutzgebieten gehalten.

Interessante Fakten

  • Der wissenschaftliche Name des Takins lautet Budorcas taxicolor.
  • Die Art wurde 1850 von Brian Houghton Hodgson wissenschaftlich beschrieben. (Mammal Diversity Database)
  • Takine können 150 bis 350 Kilogramm schwer werden. (Tierpark Berlin)
  • Sie können sich auf ihre Hinterbeine stellen, um Blätter zu erreichen.
  • Sie sind ausgezeichnet an das Leben in steilen Bergregionen angepasst.
  • Der Takin ist ein Pflanzenfresser und ernährt sich unter anderem von Blättern, Gräsern und Kräutern.
  • Der Goldtakin besitzt ein besonders auffälliges goldenes Fell.
  • Der Takin steht auf der IUCN-Roten Liste als Vulnerable. (Mammal Diversity Database)

Der Takin in China

Der Takin und China sind eng miteinander verbunden, denn China beherbergt einen großen Teil des weltweiten Takin-Bestandes. Besonders bekannt ist der Sichuan-Takin bzw. Goldtakin, der in den Bergregionen Zentral- und Südwestchinas vorkommt.

In China kommt der Takin vor allem in den Gebirgsregionen von Sichuan, Gansu, Shaanxi und Yunnan sowie in angrenzenden Gebieten vor. Dort lebt er in Wäldern, Bergwiesen und subalpinen Regionen.

Eine besonders bekannte Population befindet sich im Qinling-Gebirge in der Provinz Shaanxi. Dort lebt unter anderem der sogenannte Goldtakin (Budorcas taxicolor bedfordi). Sein helles, goldbraunes Fell macht ihn besonders auffällig.

Bedeutung für China

Der Takin ist in China ein bedeutendes Wildtier und steht unter staatlichem Schutz. Große Teile seines Lebensraums liegen in Naturschutzgebieten. Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen gehören der Erhalt der Bergwälder, der Schutz vor Wilderei und die Überwachung der Bestände.

Der Takin ist außerdem ein Beispiel dafür, wie wichtig die chinesischen Gebirgsregionen für die biologische Vielfalt sind. Neben dem Takin leben dort auch andere seltene Tiere, beispielsweise der Große Panda, der Goldstumpfnasenaffe und verschiedene Arten von Wildschafen.

Der Goldtakin

Besonders berühmt ist der Goldtakin von Shaanxi. Er besitzt ein dichtes, goldgelbes Fell und ist an die kalten Winter der Qinling-Berge angepasst. Im Winter wächst sein Fell besonders dicht, wodurch er auch niedrige Temperaturen gut überstehen kann.

China hat deshalb eine besondere Verantwortung für den Schutz dieser Tierart. Zwar ist der Takin insgesamt noch nicht vom Aussterben bedroht, seine Lebensräume können jedoch durch Abholzung, Straßenbau, Landwirtschaft, Tourismus und Wilderei beeinträchtigt werden.

Fazit

Der Takin ist eines der ungewöhnlichsten Tiere des Himalayas. Mit seinem massigen Körper, dem dichten Fell und den gebogenen Hörnern sieht er zwar etwas schwerfällig aus, ist aber hervorragend an das Leben in steilen Gebirgslandschaften angepasst. Er ernährt sich von Pflanzen, lebt häufig in Gruppen und wandert je nach Jahreszeit zwischen verschiedenen Höhenlagen.

China ist eines der wichtigsten Länder für den Schutz des Takins. Besonders die chinesischen Bergregionen sind entscheidend für das Überleben verschiedener Takin-Populationen – darunter des berühmten Goldtakins.

Obwohl der Takin bereits 1850 wissenschaftlich beschrieben wurde, ist über seine Lebensweise und seine Bestände noch nicht alles bekannt. Der Schutz seiner Lebensräume und vor allem der Schutz vor übermäßiger Jagd sind deshalb besonders wichtig für seine Zukunft. (pahar.in)

Links zwischen Himalaya und Wüste

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Ulrike
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