Blopgparade: Mein liebstes Reisesouvenir

Zuletzt aktualisiert vor 1 Tag

Da ruft mal wieder eine Blogparade! Ulrike Löhr vom Blog Zypresse fragt nach dem liebsten Reisesouvenir. Da könnte ich viele Geschichten erzählen. Und deshalb halte ich mich nicht zurück, sondern präsentiere euch mein liebstes Reisesouvenir!

Weil ich viel über China schreibe, scheint ja nur ein besonders schönes Souvenir aus China infrage zu kommen.

Hier eine Auswahl meiner Reisesouvenirs, die meine Wohnung schmücken:

Ich könnte die Geschichte der bunten Maske aus Sri Lanka erzählen, die meine Mutter auf der gemeinsamen Reise erwarb, des Bernsteinanhängers aus dem tibetischen Xiahe, das Hufeisen, das ein Pony in Dali verlor, die alte Glaskugel, die ich einst am Strand von Skagen in Dänemark fand. Alles, was in meiner Wohnung rumsteht und wie ein Souvenir aussieht, hat eine Geschichte zu bieten.

Mein liebstes Souvenir: Der Flaschenöffner

Doch ich entscheide mich hierfür: Dieser olle rostige Flaschenöffner ist mir sehr ans Herz gewachsen. Die Geschichte dazu spielt natürlich in China. 2005 auf einer Yangtze-Kreuzfahrt. Ich war unterwegs mit einigen Kollegen, alles China-Kenner. Das brachte es mit sich, dass wir unser Bier lieber am Kiosk kauften als in der Bar des Schiffes. Leider hatte nur einer von uns ein Schweizer Messer mit Flaschenöffner dabei. Mein Schweizer Messer hatte man mir schon am Frankfurter Flughafen abgenommen, weil ich es leichtsinnigerweise ins Handgepäck getan hatte.Flaschenöffner Reisesouvenir

Nun war ich abhängig von Andreas und seinem Messer, wenn ich ein Bier trinken wollte. Das ging gar nicht! Also hielt ich Ausschau nach einem Flaschenöffner. Es gab ja so viele Souvenirshops bei jeder Sehenswürdigkeit! Da musste es doch einen hübschen bunten aus Emaille oder mit einer interessanten Prägung geben! Gab es aber nicht!

Als das Schiff mal wieder anlegte und wir durch eine schier endlose Reihe von Souvenirbuden geschleust wurden, fragte ich einen Mann: „Hast Du einen Flaschenöffner?“ 开瓶子的东西? (Ein Ding zum Öffnen von Flaschen?) Nein, hatte er nicht, aber er fragte seine Freunde. Schon reichten mir alle ihre persönlichen Flaschenöffner entgegen. Da waren einige merkwürdige Gerätschaften dabei. Ich stand in einer heftig diskutierenden Menge und schaute mich um. Alle lachten, nannten enorm hohe Preise und meinten, dass ihrer der beste sei.

Ich weiß nicht mehr, warum ich mich für diesen rostigen Öffner entschied. Ich glaube, es war der einzige, der halbwegs zuverlässig aussah. Der Preis war exorbitant und ich konnte meinen Lieblingssatz anbringen: „你开玩笑“ = „Du machst wohl Witze!“ Alles lachte! Ich auch! Schließlich erwarb ich den Flaschenöffner für wenig Geld (aber immer noch zu teuer, egal!) Natürlich stand an der nächsten Ecke schon eine lachende Verkäuferin bereit, mir ihre letzten Flaschen kalten Bieres zu verkaufen. Stolz und glücklich betrat ich das Schiff. Endlich hatte ich die Möglichkeit, meine Flaschen selbst zu öffnen. Bis heute hat der chinesische Flaschenöffner den besten Platz unter einigen ähnlichen Öffnern. Er ist definitiv mein liebstes Reisesouvenir!

Das T-Shirt aus Calcutta

Calcutta Souvenir
Zu den T-Shirts, die ich als Andenken liebe und bewahre, gibt es eine schöne Geschichte von unterwegs:

T-Shirt als Souvenir

Ich präsentiere stolz mein T-Shirt mit der Straßenbahn von Calcutta – Das T-Shirt habe ich immer noch.

Calcutta 1992: In den Tiefen des Bazars Zurück beim Hotel gehen Tony und ich noch einmal in den großen Bazar. Natürlich stürzen sich sofort die jungen Männer auf uns, um uns irgendetwas zu zeigen und zu verkaufen. Uns geht das sehr auf die Nerven. Tony macht sich einen Spaß mit den Jungs, indem er sagt, dass wir ein T-Shirt kaufen möchten, auf dem die Straßenbahn von Calcutta drauf ist. Natürlich glauben wir nicht eine Sekunde, dass es so etwas gibt. Wir wollen einfach, dass die Jungs aufgeben, wenn sie merken, dass sie unsere Wünsche nicht erfüllen können.

Doch dann meldet sich ein etwa 14jähriger Junge und sagt sehr bestimmt, dass er weiß, wo wir ein solches T-Shirt kaufen können. Ungläubig folgen wir ihm. Er führt uns immer tiefer in den Bazar hinein. Ich habe Angst, dass wir uns verlaufen, aber Tony beruhigt mich. Er ist neugierig, was uns der Junge zeigen wird.

Schließlich kommen wir zu einem kleinen Laden, der bis zur Decke mit T-Shirts vollgestopft ist. Der Junge spricht kurz mit dem Ladeninhaber. Der nickt und zieht aus den Stapeln ein blaues T-Shirt.

Es ist unglaublich! Da ist tatsächlich eine Zeichnung der Straßenbahn drauf! Wir können gar nicht anders, wir kaufen gleich mehrere. Tony ist total glücklich. Ich  komme aus dem Staunen gar nicht raus. Der Junge bekommt von uns ein dickes Trinkgeld und vom Verkäufer sicher auch noch eine Provision.

Dabei fällt mir ein chinesisches Lieblingswort ein:

Das Ding oder DingsbumsDongxi

Wie Ihr seht, setzt es sich aus den Wörtern “Osten” und “Westen” zusammen.

Kann man nicht geradezu sehen, wie jemand den Kopf von Osten nach Westen und zurück dreht, den Kopf schüttelt?! Dies “Ding” ist ein eher umgangssprachliches Wort. Mehr wie “Dingsbums”. Es gibt noch andere Bedeutungen für das “Ding”. Dongxi wird gerne im Zusammenhang mit eher suspekten Dingen verwendet. Siehe unten.schamlosSehr nützlich ist folgende Frage:

这个是什么东西      zhège shì shenme dōngxī?

Mit dem Finger zeigen und fragen: “Was ist das für ein Ding?” Man muss allerdings darauf gefasst sein, dass eine längere Erklärung auf Chinesisch folgt, denn Du hast ja mit Deiner Frage gezeigt, dass Du Chinesisch sprechen kannst.

Verbotenes Reisesouvenir

Als Hobby-Archäologin krieg ich sowieso meisten “nen Hals”, wenn ich von Raubgrabungen oder unbedarften Touristen höre, die mit ihrer Gier Altes zerstören.

Ja, da mag man meinen, ein solches kleines Steinchen ist doch nicht schlimm. Bei den Millionen von Touristen, die durch die antiken Stätten rauschen, summiert sich das. Wenn nur jeder Hundertste ein Steinchen mitnimmt, dann sind das bei Rom mit rund 15 Millionen Touristen im Jahr 150.000 Steinchen. Dann würde Rom bald nicht mehr stehen!

Bei Korallen. Muscheln und Co. kommt hinzu, dass bei entsprechender Nachfrage mancher Einheimischer auf die Jagd geht, um den andenkenhungrigen Touristen etwas anbieten zu können. Deshalb: Finger weg von der Muschelschale am Strand! Denn wer die mitnimmt, zeigt, dass der Bedarf da ist.

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Ulrike
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