Orte in China – von der Landkarte verschwunden

Verschwundene Orte

Da ich seit 1987 regelmäßig nach China reise, habe ich viele Orte und Städte gesehen und erlebt. Manche von denen scheinen seitdem geheimnisvollerweise von der Landkarte verschwunden zu sein.

Vor allem einen Ort habe ich immer wieder gesucht: Nanping in Sichuan. Diesen kleinen Ort habe ich 1987 auf meinem Ausflug zum Naturschutzgebiet Jiuzhaigou kennen gelernt. Ein kleines ruhiges Städtchen damals, geprägt vom Handel und den nationalen Minderheiten der Umgebung: Tibeter, Qiang und mehr. Ein verschwundener Ort?

Nanping Markt 1987 verschwundene Orte

Nanping Markt 1987

Nanping – Jiuzhaigou

1987 hatten wir gar keine Ahnung, wo wir da genau unterwegs waren. Auch deshalb habe ich alle paar Jahre noch mal nach geguckt. Klar, Jiuzhaigou gewann an Bekanntheit und ist heute ein beliebtes Reiseziel in Sichuan. Die großartige Natur, die frische Luft und die schneebedeckten Berge sind ein ganz besonderer Gegensatz zu den übervölkerten Metropolen Chinas. So machen hier vor allem im Oktober, wenn die Laubfärbung an den Indian Summer in Kanada erinnert, Millionen von Chinesen Urlaub.

Doch wo war nur der hübsche Ort Nanping geblieben? War er zu klein, um auf den Landkarten aufzutauchen? Was war geschehen? Jetzt habe ich ihn gefunden, diesen vergessenen Ort mitten in den Bergen von Sichuan! Auf google maps fand ich einen Ort mit der Bezeichnung „Jiuzhaigou – Nanping“. Was würde ich ohne google maps machen!

Nanping hat sich also den Namen Jiuzhaigou angeeignet, weil Jiuzhaigou einfach bekannter ist. Die Menschen kommen nach Nanping und wohnen dort, um das Naturschutzgebiet Jiuzhaigou zu besuchen. Was liegt da näher, als den Ort umzubenennen?!

Es gibt noch mehr verschwundene Orte!

Wenn man sich genauer mit diesem Phänomen der Namensänderungen beschäftigt, stößt man auf mehr Orte, deren Name sich aus Marketing-Gründen umbenannt haben:

Zhongdian – Shangri La

Dieser alte Ort, in dem einige schlaue Marketingleute das mystische Shangri La gefunden haben wollen, hat sich vor ein paar Jahren in Shangri La umbenannt. Der eigentliche Ortsname ist schon fast vergessen.

Tunxi – Huangshan

Tunxi: Wer hat diesen Ortsnamen schon mal gehört? Wohl kaum jemand. Aber Huangshan? Das ist Chinesisch für „Gelbes Gebirge“, der Pilgerort für jeden Liebhaber von spektakulären Sonnenaufgängen. Heute heißt Tunxi „Huangshan“, was viel werbewirksamer ist. Auch einfacher zu merken für den Reisenden.

Simao – Pu’er

Immer mehr Orte ziehen nach: Pu’er in Yunnan hat früher einmal Simao geheißen. Pu’er ist der berühmte Ziegeltee, der in diesem Gebiet seit rund 1.700 Jahren angebaut wird.

Dies sind nur die bekanntesten Beispiele. Wenn Ihr noch mehr “verschwundene” Orte in China wisst, die in den letzten Jahren ihren Namen geändert haben, dann schreibt mir einen Kommentar!

Ulrike
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7 Kommentare

  • Du bist ganz schön hartnäckig, das gefällt mir.

  • Thomas

    Xiamen hieß früher Amoy.

  • Thomas

    Yuan Yang – die Reisterrassen in Yunnan.
    Es gibt einmal Yuan Yang County und dann Yuan Yang new city (Nansha) und Yuan Yang old town (Xinjiezhen).
    Beide Städte sind Yuan Yang, aber es ist ein riesengroßer Unterschied, ob du in Nansha oder Xinjiezhen bist.
    Hat schon oft für Verwirrungen bei Reisenden geführt, besonders wenn man mit dem Bus von Kunming zu den Reisterrassen will.

    An Tu hieß früher Ming Yue.
    An Tu dürfte den wenigsten ein Begriff sein, aber das Changbai Gebirge gehört zum Kreis An Tu, was ja ein bekanntes und beliebtes Ausflugsziel ist, besonders bei Südkoreanern.

Ich freue mich über Deinen Kommentar!