Horner Rennbahn: U-Bahnstation und Stadtteilzentrum

Es wird Zeit, dass ich meinen Artikel, der einst „Der alte Bunker am Gojenboom“ hieß, überarbeite. Denn den Bunker gibt es nicht mehr. Heute (2026) ist davon nichts mehr zu sehen, auch von den Bauarbeiten nicht mehr. Lange Jahre mussten wir uns mit ständig wechselnden Absperrungen, Wegführungen und mächtigen Baumaschinen abfinden. Der Weg zur U-Bahnstation Horner Rennbahn war fast jeden Tag ein neues Abenteuer.

Das Foto oben zeigt den heutigen Zustand: Geradeaus kommt man zur Horner Rennbahn. Rechts liegt das Einkaufszentrum. Dahinter ein Parkhaus und dann liegt das Chaos der U-Bahn-Baustelle für die U4 vor einem.

Der Verkehr läuft anscheinend reibungslos. Doch wirft man einen Blick hinter das Einkaufszentrum Richtung Manshardtstraße, herrscht noch das reine Chaos. Der Bau der U4, die Richtung Danner-Allee verlaufen soll, ist noch in vollem Gange.

Horner Rennbahn

Beim Blick zurück zum Einkaufszentrum kann man schon die zukünftige Ordnung sehen.

Rund um die U-Bahn-Station Horner Rennbahn

Der Namensgeber Horner Rennbahn

Die Horner Rennbahn ist das Zentrum des Deutschen Derbys und ein schöner Freizeitpark gar nicht weit von mir. Die entsprechende U-Bahn-Haltestelle ist sozusagen meine Heimat-Haltestelle. Aber darüber hinaus gehe ich selten die wenigen Schritte zu der wirklichen Horner Rennbahn. Nur mehrmals in der Woche fahr ich mit dem Bus dran vorbei. Dabei lohnt sich der Besuch dieser Hamburger Sehenswürdigkeit sehr.

Geschichte der Horner Rennbahn

Bereits im Sommer 1855 wurde hier das erste Derby abgehalten. Erst waren die Anfänge noch bescheiden. Aber am 11. Juli 1869 fand das erste Norddeutsche Derby statt mit dem Sieger Investment. Daraus wurde später das „Deutsche Derby“, das wichtigste Rennen des Jahres.

1870 gab es eine erste Wettannahme, Deutsclands 1. Totalisator. Nach und nach wurde die Tribüne erweitert und auch für weibliche Besucher angenehm gemacht.  Mit den Frühjahrsrennen am 28. April 1912 werden die Neuanlagen auf der Horner Rennbahn eingeweiht. Dazu gehören neben den beiden großen Tribünen aus Eisenbeton auch ein Tunnel unter dem Geläuf. Die Haupttribüne ist 83 Meter breit und 17 Meter tief. Sie besitzt 3.526 Plätze, davon 2.482 Sitzplätze.

Horner Rennbahn
Das stolze Pferd Pik König ziert den Eingang zur Rennbahn und zum Flohmarkt.
Er gewann das „Rennen der Rennen“ 1992 für Albert Darboven, der dem Hamburger Renn-Club auf vielfältige Weise verbunden ist. Als stellvertretender Vorsitzender, Sponsor des IDEE 150. Deutschen Derbys und natürlich auch mit seinem Engagement als Züchter mit dem Gestüt IDEE und als Besitzer mit dem Rennstall Darboven. 

Im Zweiten Weltkrieg wird die Horner Rennbahn schwer beschädigt, so dass das Deutsche Derby fünf Jahre nicht hier stattfinden konnte: 1943 und 1944 wanderte es nach Berlin-Hoppegarten, 1945 fiel es ganz aus, 1946 fand es in München und 1947 in Köln statt. Ich finde es ganz erstaunlich, dass das Deutsche Derby trotz Krieg stattfand.

Nach dem Krieg bemüht man sich um einen raschen Wiederaufbau.

Heute man tatsächlich Pläne, die Rennbahn zu vergrößern, zu modernisieren und um eine Bahn zu erweitern.

Wenn das Derby stattfindet, 1 Woche im Juli, dann wird rund um die Horner Rennbahn alles abgesperrt.

Hamburg spielt als einer der größten Veranstalter für Galopprennen mit vielen bedeutenden Rennen eine große Rolle im deutschen Galopprennsport und der Vollblutzucht.

Seite des Deutschen Derbys

Horner Rennbahn

Wetten

Den richtigen Sieger vorauszusagen, Recht zu behalten und die Chance auf einen Gewinn: Das macht den Reiz des Wettens aus. Erleben Sie selbst, wie spannend es sein kann, wenn Ihr Pferd, auf das Sie gesetzt haben, im Finish vorne dabei ist.

galopp-hamburg.de

Jeder, der über 18 Jahre alt ist, darf wetten, und ihm werden auf der Horner Rennbahn viele Möglichkeiten dazu gegeben. Man kann schon ab 50cent wetten. Doch ich habe keine Ahnung davon. Auf der genannten Seite werden die einzelnen Arten erklärt.

In der Nähe

NH Hotel

Dies komfortable 4Sterne-Hotel hat 172 Zimmer, ausgestattet mit allem, was man so braucht. Wasserkocher, Badewanne, kostenloses WLan und mehr. Fitnessraum, Sauna und Fahrradverleih. Was will man mehr?

Während des Derbys hat man übrigens von der Sonnenterrasse die beste Aussicht auf das Rennen.

NH Hotel an der Horner Rennbahn
NH Hotel

Jugendherberge

Ein paar Meter weiter ist eine Jugendherberge. Sie hat 423 Betten und ist besonnders gut geeignet für Klassenfahrten und Familien. Das Wlan ist kostenlos in allen Gemeinschaftsräumen. Das Frühstück gibt es als Buffet. Ein Grillplatz ist da und das Grillgut kann man bei der Jugendherberge bestellen.

Spielplatz, Minigolfanlage und das Gelände der Rennbahn kann man natürlich auch benutzen. Fahrräder kann man im abschließbaren Fahrradraum sicher abstellen.

Jugendherberge Horner Rennbahn

Flohmarkt

Jeden Samstag findet in den Hallen der Rennbahn ein riesiger Flohmarkt statt. Der Flohmarkt ist tatsäch überdacht, sodass man auch bei Regenwetter in Ruhe zwischen alten und neuen Sachen sein Schnäppchen finden kann.

Der verschwundene Bunker am Gojenboom in Horn

Schon seit einiger Zeit hatte ich überlegt, dass dringend mal wieder ein Beitrag über Hamburg-Horn fällig war. Dabei dachte ich 2014 an den alten Rundbunker, der gleich an der U-Bahn-Haltestelle Horner Rennbahn, Ausgang Am Gojenboom, steht. Unter Bäumen, vergessen, aufgegeben.

Bunker am Gojenboom
Der Bunker im Sommer 2008

Außer dem Relief mit der Jahreszahl 1941 fand ich 2014 nicht viel Informationen. Weitere Recherchen im Internet ergaben, dass es sich bei diesem Bunker am Gojenboom um den Einstieg eines Röhrenbunkers handelt, der zum Schutz der Bevölkerung erbaut wurde. Es gab im Bunker am Gojenboom Platz für 50 bis 100 Personen. Nicht gerade viel. Ganz in der Nähe gibt es übrigens einen solchen Bunker, den man besichtigen kann: Hamm Bunkermuseum

Der Bunker am Gojenboom ist nicht mehr, An seiner Stelle ich jetzt eine Baustelle.
An dieser Stelle hat einmal der Bunker gestanden

In Hamburg gab es im 2. Weltkrieg rund 700 Bunker, die unterschiedlichste Bestimmungen und Formen hatten: Wikipedia: Bunker in Hamburg

Was bedeutet der Name „Am Gojenboom“?

29. Mai 1760: Erstmalige Erwähnung der Vogelstange, im norddeutschen Raum oft Papagoyenboom genannt, als sich Bauernvogt Jacob Bostelmann und Konsorten zum Landherren begaben, um die Erlaubnis zum Vogelschießen einzuholen. Wegen Schadhaftigkeit der Stange war seit 1751 nicht mehr geschossen worden. 

Demnach wissen wir, dass dieser Brauch in Horn schon seit langem bestand. Die Wandsbecker Schützengilde beispielsweise wurde 1637 gegründet, die Harburger Schützen blicken sogar auf das Jahr 1528 zurück, und ältester Verein der Welt ist die Oldenburger „St. Johannis Toten- und Schützengilde von 1192.“ Mit dem Schießen durfte erst am Sonntag nach Trinitatis und nach Beendigung des nachmittäglichen Gottesdienstes begonnen werden, anno 1760 also am 8. Juni.

Vogel und Schilde verwahrte die Witwe de Hertoghe in ihrem Haus.Über das Vogelschießen heißt es in einem Bericht: Man errichtete eine hohe Stange, an der Tritte angebracht waren, um hinaufsteigen zu können. An einem mächtigen Haken war oben ein großer hölzerner Papagei befestigt, über dem sich ein viereckiger leinener Schirm befand, um die Geschosse aufzufangen. Mit einer großen Armbrust, die an einem Gerüst vor der Stange befestigt und höher oder niedriger zu schrauben war, schoss man nach dem Ziel. Die Spannung geschah mit einem klauenartigen Haken, der durch eine am Gerüst befindliche Winde angezogen wurde. Die Geschosse bestanden aus Bolzen von Holz und Blei und flogen mit großer Kraft gegen den Vogel.

Die heutigen Straßennamen „Am Gojenboom“, „Bei den Zelten“ und „Sebastiangasse“ (Patron der Schützen) erinnern an dieses einst so beliebte Volksvergnügen.“

So steht es auf der Seite der Horner Chronik.

Die andere Seite – Horner Freiheit

Horner Freiheit
Horner Freiheit

Hinter diesem neuen und farbenfrohen Spielplatz seht Ihr das Stadtteilhaus „Horner Freizeit“.

Die Horner Freiheit ist ein Stadtteilhaus im Hamburger Stadtteil Horn und gilt als eines der wichtigsten sozialen und kulturellen Zentren im Hamburger Osten. Das Haus wurde nach über zwanzig Jahren Planung im April 2016 eröffnet und entstand als gemeinsames Projekt von Stadtteilinitiativen, Politik und Verwaltung. Ziel war es, einen offenen Treffpunkt für Bildung, Kultur, Beratung und nachbarschaftliches Leben zu schaffen. (kultur-hamburg.de)

Das Stadtteilhaus befindet sich direkt an der U-Bahn-Station Horner Rennbahn und vereint zahlreiche Einrichtungen unter einem Dach. Dazu gehören unter anderem die Bücherhalle Horn, der Stadtteilverein Horn, die Geschichtswerkstatt Horn, soziale Beratungsangebote, kirchliche Einrichtungen, Integrationsprojekte sowie das Café May. Dadurch entstand ein zentraler Ort für Begegnung, Austausch und Bürgerbeteiligung. (Bücherhallen)

Architektonisch wurde das Gebäude als offenes Haus mit viel Glas und einem zentralen Foyer konzipiert, das wie ein „Marktplatz“ funktioniert. Seminarräume, Veranstaltungsflächen und ein großer Saal mit Bühne ermöglichen Konzerte, Lesungen, Workshops, Ausstellungen und Stadtteilveranstaltungen. Besonders wichtig ist dabei der generationsübergreifende und interkulturelle Ansatz des Hauses. (Sprinkenhof)

Die Horner Freiheit steht symbolisch für die Entwicklung des Stadtteils Horn. Bereits 1995 entstand die Idee eines gemeinsamen Treffpunkts im Rahmen einer Zukunftswerkstatt. Heute gilt das Haus als identitätsstiftender Mittelpunkt des Quartiers und als Beispiel gelungener Stadtteilentwicklung in Hamburg. (Bücherhallen)

Links

Der Artikel stammt von 2014

Zuletzt aktualisiert vor 4 Tagen ago

Ulrike

1 Kommentar zu „Horner Rennbahn: U-Bahnstation und Stadtteilzentrum“

  1. Sehr interessante Idee. Mir fallen zu Abandoned erst einmal die ganzen Mauerreste in Schottland ein, die auf verlassene Kleinbauernhöfe (Crofts) hinweisen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden massenhaft Kleinbauern aus den schottischen Highlands vertrieben, sodass die Einwohnerzahl massiv abnahm und die Highlands heute viel einsamer sind als früher. Eine sehr traurige Geschichte, die diese verbliebenen Grundmauern erzählen.
    Außerdem fällt mir noch eine verlassene Alm auf einem Wanderweg im Tannheimertal ein, den ich immer gehe. Auch dort sieht man nur noch die Grundmauern.
    Ich finde beide Fälle recht traurig, weil sie nicht nur für einen verlassenen Hof stehen, sondern auch für eine Lebensart.

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