Schienenersatzverkehr SEV

Zuletzt aktualisiert vor 3 Monaten

„Schienenersatzverkehr“: Das Wort muss man sich mal langsam auf der Zunge zergehen lassen, von rechts nach links durch den Mund rollen lassen. Es stößt an die Zähne, ist unbequem und nicht leicht auszusprechen.

Schienersatzverkehr

„Schienenersatzverkehr“: Mancher Hamburger bekommt Schnappatmung, wenn er das liest oder hört.

„Schienenersatzverkehr“ hört man allerdings überall. Und wenn man erleichtert aufatmen will, weil es nicht mehr da ist, so taucht es nach ein paar Tagen an anderer Stelle wieder auf.

Es ist das Signal, dass es bei S-Bahn und U-Bahn in Hamburg aufgrund von kleinen und großen Baustellen zu Streckensperrungen kommt.

Beispiel für Schienersatzverkehr gefällig?

Von der Horner Rennbahn zum Hauptbahnhof sind es 5 Stationen. Normalerweise easy und schnell. Jetzt gibt es zwei Wochen lang eine Sperrung bei einer Station unterwegs. Das heißt, Schienersatzverkehr vom Rauhen Haus bis Berliner Tor, also eine Station von Horner Rennbahn bis zum Rauhen Haus mit der U-Bahn, dann mit dem Bus weiter bis Berliner Tor und dann mit der U-Bahn eine Station bis zum Hauptbahnhof.

Die HVV-App bietet mir als Alternative, mit dem Bus nach Wandsbek Markt zu fahren und dort mit der U3 zum Hauptbahnhof. Was soll das denn? Der Umweg bedeutet, dass ich doppelt so lange wie normal brauche. Zum Hauptbahnhof gibt es glücklicherweise noch andere Möglichkeiten.

Horner Rennbahn Oktober 2022
Horner Rennbahn Oktober 2022

Doch wenn man noch weiter will?

Zwei Monate lang musste ich von der Haltestelle Horner Rennbahn nach Ohlsdorf bzw, Sengelmannstraße fahren. An sich kein Problem: Ich steige in die U2 ein, fahre bis Jungfernstieg und steige dort in die U1 um. Damit war nach zwei Wochen Schluss, denn drei Wochen war die Strecke zwischen Kellinghusen und Lattenkamp gesperrt.

Also hieß es, mit dem Bus nach Wandsbeker Chaussee fahren und dann mit der SBahn weiter. Schienersatzverkehr im Anschluss zu meinem eigentlichen Ziel. Naja, ging eigentlich, war nur einmal Umsteigen mehr.

Kaum war das überstanden und ich konnte mich ca. 10 Tage über die normale Verbindung freuen, wurde die S-Bahn-Strecke vom Hauptbahnhof bis Barmbek gesperrt. Also wieder eine andere Route fahren. Mittlerweile war die U2 von Horner Rennbahn gesperrt – siehe oben.

An die rot-weissen Absperrungen hat man sich schon gewöhnt.

Was machen Gehbehinderte und Blinde?

Das waren nur zwei Beispiele von Baustellen in Hamburg. Es gibt zahlreiche. Auch wenn der Tourist, nachdem die Bauarbeiten am Jungfernstieg und in der Mönckebergstraße erledigt sind, nicht mehr so sehr belästigt wird, für die Hamburger ist es ein ständiges Ärgernis.

Gehbehinderte haben mit zusätzlichen Umstiegen zu tun, Treppen rauf und runter. Wenn man Glück hat, funktionieren Rolltreppen und Aufzüge. Es sind auf jeden Fall zusätzliche beschwerliche Wege.

Für Blinde stelle ich es mir ganz schrecklich vor. Da hat man sich einen Weg eingeprägt, ist einigermaßen selbstständig und dann muss man mit unbekannten Wegen zurechtkommen. Hilfe steht nur in geringem Umfang zur Verfügung.

Baustellen über Baustellen

Es gibt zur Zeit weit mehr Baustellen in Hamburg, als ich hier schildern kann. Von der Baustelle an der Horner Rennbahn, die voraussichtlich noch bis 2024 dauern wird, habe ich schon geschrieben.

Die Station Alsterdorf ist zwar nach Monaten wieder in Betrieb. Aber drumherum tobt eine Großbaustelle wohl noch monatelang.

Auch zwischendurch trifft man auf die rot-weissen Absperrungen. Ärgerlich, um es noch freundlich auszudrücken. Eine aktuelle Aufstellung findet Ihr auf hamburg.de .

Es gibt aktuell (Oktober 2022) 715 Baustellen in Hamburg, sagt die Mopo! Über die aktuellen Baustellen im UBahn- und SBahn-Verkehr könnt Ihr Euch auf HVV informieren.

Wie geht es Euch damit? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Schreibt mit in den Kommentaren!

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