Chongqing Hu Guang Huiguan Versammlungshalle

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Chongqing Hu Guang Huiguan (湖广会馆 Hù Guǎng)

Chongqing ist schon immer wegen seiner zentralen Lage am Yangtze, wo sich mehrere alte Handelswege trafen, eine für Kaufleute wichtige Stadt gewesen. Heute soll die Stadt die größte der Welt sein mit mehr als 30 Millionen Einwohnern. Das hört sich zunächst einmal ziemlich erschreckend an. Im zentralen Stadtgebiet leben rund 8 Millionen Einwohner.Chongqing Hu Guang Versammlungshalle - Eingangstor

Die Geschichte der Händler und Kaufleute ist heute inmitten all der modernen Hochhäuser und glänzenden Einkaufsstraßen kaum noch sichtbar. Mit der Rückbesinnung auf alte Werte und Geschichte bemüht man sich, alte Gebäude zu renovieren und dem Publikum zugänglich zu machen. So geschah es auch mit der Hu Guang Versammlungshalle, die ich kurz nach ihrer Renovierung 2005 besuchte.

Lage der Chongqing Hu Guang Huiguan

Der Chongqinger „Hu-Guang-Huiguan-Komplex“ liegt auf dem mit etwa mit 30 Grad geneigten Steilhang des linken Jangtse-Ufers. Seine Front weist in Richtung Fluss, rückwärtig wird er von der Stadtmauer begrenzt.

Der erhalten gebliebene und restaurierte Komplex besteht aus mehreren regionalen Huiguan (Versammlungshäuser) – dem „Guangdong Gongsuo“ ( 广东公所, Guǎngdōng Gōngsuǒ) – benannt nach der Provinz Guangdong, dem „Qi’an Gongsuo“ (齐安公所, Qí’ān Gōngsuǒ) – benannt nach einem alten Namen der Stadt Huanggang in der Provinz Hubei – und dem „Yu Wang Gong“ (禹王宫, Yǔ Wáng Gōng) bzw. „Yu Wang Miao“ (禹王庙, Yǔ Wáng Miào) – einem großen Tempel.

Geschichte

So eine Versammlungshalle oder Halle der Guilden ist das deutlichste Denkmal für die Kaufleute aus ganz China, die sich in Chongqing niederließen und sich mit dem Gebäude einen Treffpunkt einrichteten. Hier konnten sie sich mit Kollegen aus ihrer Provinz treffen, Spezialitäten aus der Heimat essen, heimische Opern- und Theaterdarbietungen genießen. Auch einen Tempel mit den vertrauten heimischen Göttern richteten sie ein.

In der Chongqing Hu Guang Guildenhalle trafen sich vor allem Kaufleute aus Hubei, Guangdong, Guangxi and Hunan. Ursprünglich wurden die ersten Gebäude in der Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet. Die hölzernen Hallen brannten mehrfach ab und wurde immer wieder renoviert.

Im 20. Jahrhundert trugen viele kriegerische Ereignisse und die Kulturrevolution dazu bei, dass der beeindruckende Gebäudekomplex langsam verfiel. Schließlich aber entschied man sich zur Renovierung, die 2005 soweit vollendet war, dass man Touristen die Tore öffnete.Chongqing Hu Guang Huiguan 

Heute ein faszinierendes Museum

Heute bieten die schönen Gebäude viele  Möglichkeiten, sich mit der Geschichte Sichuans und Chongqings zu beschäftigen. Manchmal kann man eine Sichuan-Oper erleben. In einem Museum wird über die Migrationsbewegungen in China in den letzten Jahrhunderten informiert. Bei einem Tee kann man die Stimmung der vielfältigen Architektur auf sich wirken lassen. Man kann verschiedene traditionelle Dachformen, Pavillons, Terrassen, mehrstöckige Gebäude, Mansarden, Hallen, Wandelgänge und schön gestaltete Brandschutzwände beobachten.

Ich persönlich fand die Hallen sehr schön, teilweise mit kunstvollen Schnitzereien versehen. Die dunklen, mit hölzernen Säulen versehenen Gebäude stehen in einem starken Kontrast zu den umliegenden modernen Hochhäusern. Meiner Meinung nach ist die Chongqing Hu Guang Versammlungshalle eine völlig zu Unrecht von Touristen wenig besuchte Sehenswürdigkeit. Selbst in Reiseführern wird sie selten erwähnt.Chongqing Hu Guang Huiguan 

Infos (Stand November 2019)
Adresse
4 East Shuimen Street (东水门正街 East Water Gate Street) Chongqing

Eintrittspreis. 30,- RMB

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Chongqing Hu Guang Huiguan 

Blick auf den im Dunst liegenden Yangtze

Ulrike

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