Was Sie dachten, NIEMALS über CHINA wissen zu wollen

Was Sie dachten, niemals über China wissen zu wollen. 55 süßsaure Einblicke in ein Land mit vielen Menschen. Buchrezension

Ein unterhaltsamer Kulturenthüller über all die Dinge, die einem sonst niemand verrät, schreibt der Verlag Conbook auf seiner Seite.

Ein Buch von Martina Bölck.

Über die Autorin

Fernreisen fanden in der Kindheit von Martina Bölck eher im Kopf statt. Die Realität hieß Niederbayern, Schwarzwald oder Mecklenburg. Dass Reisen lebensveränderndes Potenzial haben kann, entdeckte sie zum ersten Mal mit 18 auf einer Interrailtour mit der besten Freundin durch Italien und Frankreich. Nach dem Studium (Germanistik und Psychologie) folgten längere Auslandsaufenthalte, ein halbes Jahr Buenos Aires, drei Monate Istanbul.

Und schließlich fünf Jahre China. Dort versuchte sie, chinesischen Studierenden die deutsche Sprache und Kultur näherzubringen, fuhr in den Semesterferien kreuz und quer durchs Land – und lernte dabei auch viel über sich selbst. Seither reist sie immer wieder mal nach China, lernt weiterhin eifrig Schriftzeichen und beschäftigt sich in Vorträgen, Radiosendungen und Artikeln mit dem Land. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind: alternative Lebensentwürfe jenseits von Konsum und Hektik, Lebensgeschichten von interessanten Frauen und die reizvollen Unwägbarkeiten interkultureller Begegnungen. Sie lebt und arbeitet als freie Autorin und Dozentin in Hamburg. (Text aus dem Buch)

Der Verlag ConBook zu dem Buch

Wollten Sie schon immer mal wissen, wann die Chinesen eigentlich gelb wurden und welche Rolle Konfuzius heutzutage spielt? Oder interessiert es Sie mehr, wie sich chinesische Eltern den idealen Schwiegersohn vorstellen, wie junge Chinesinnen schmollen, worüber man beim Smalltalk so redet und wie ein Leben ohne Google, Facebook und Co. funktioniert?

Dieses Buch gibt Ihnen 55 Puzzleteile an die Hand, mit denen Sie Ihr Bild von China ergänzen können. Dabei werden Sie entdecken, dass das bevölkerungsreichste Land der Welt manchmal ganz anders ist, als man es sich vorstellt, und dass es weit mehr zu bieten hat als die Große Mauer und die Verbotene Stadt.

Einige Überschriften

  • Menschen aus dem Ausland sind in China eine seltene Spezies
  • Selbst die anonymste Wohnsiedlung hat in China noch etwas Heimeliges
  • Im gesprochenen Chinesisch sind Läuse und Löwen schwer zu unterscheiden
  • In China dreht sich alles ums Essen
  • Geld und Erfolg machen das Christentum in China attraktiv – und verdächtig
  • Seit wann sind »die Chinesen« eigentlich gelb?
  • Ein Leben ohne Google und Co.? China macht’s möglich!
  • China und Japan sollte man nicht in einen Topf werfen
  • Chinesische Eltern wissen, was gut für ihr Kind ist. Glauben sie.
  • Chinesische Hochzeitsfotos sind ein Stresstest für die Beziehung
  • Der gesellschaftliche Wandel in China macht an der Schlafzimmertür nicht halt
  • In China ist der Familienstand keine Privatangelegenheit
  • Chinesinnen lassen sich nach einer Geburt erst einmal richtig verwöhnen
  • Heißes Wasser und Rückwärtsgehen gehören in China zu den lebensverlängernden Maßnahmen
  • Chinesische Schriftzeichen sind faszinierend, nervig und ein schönes Hobby
  • Chinesische Reisegruppen haben wenig Zeit und brauchen heißes Wasser
  • Solange sie singen und tanzen, sind nationale Minderheiten in China beliebt
  • Neue Altstadtviertel verschönern Chinas Städte
  • In China hat man ein Faible für Zahlen und Rankings

Meine Meinung zu dem Buch

„NIEMALS über CHINA wissen wollen“, naja. Eigentlich reiht sich das Buch in die zahllosen Gebrauchsanweisungen für China ein. Es ist nicht neu, dass China weit mehr als die Große Mauer und die Verbotene Stadt zu bieten hat.

Vieles kennen wir schon, wenn wir uns jemals mit China beschäftigt haben. Allerdings werden aktuelle Entwicklungen benannt und manchmal auch Vergleiche mit Deutschland gezogen.

Beispiel:

„Und bei uns?
Natürlich erleichtern auch bei uns Beziehungen das berufliche Weiterkommen, doch idealerweise sollte die persönliche Leistung die entscheidende Rolle spielen. Statt von Vitamin B oder Vetternwirtschaft spricht man deshalb heutzutage lieber vom positiver besetzten Networking. Das Beziehungsnetz ist in Deutschland allerdings deutlich weitmaschiger als in China, die Beziehungen sind weniger verpflichtend und oft auf den beruflichen Bereich beschränkt. Ein weiterer Unterschied ist, dass in Deutschland Beziehungen zwischen zwei Personen bestehen und man nicht noch, wie in China, auch für Kinder, Freunde und Bekannte der Bekannten zuständig ist.“

Vieles ist amüsant und kurzweilig zu lesen. Auch mir hat es viel Spaß gemacht, Altes wiederzuentdecken und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Aber „niemals über China wissen“ finde ich doch etwas übertrieben ausgedrückt.

Fazit

Was Sie dachten, NIEMALS über CHINA wissen zu wollen: Meine entschiedene Empfehlung vor allem für Leute, die das erste Mal nach China wollen. Eine kurzweilige Lektüre für alle, die das Land schon kennen.

September 2022 (1. Auflage)
Taschenbuch mit zweifarbigem Innenteil, 256 Seiten
ISBN: 978-3-95889-369-6€ 9,95 [D] • € 10,30 [A] • SFr. 14,50* [CH]

Niemals über China

https://www.conbook-verlag.de/buecher/was-sie-dachten-niemals-ueber-china-wissen-zu-wollen/

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4 Kommentare

  • Sehr interessant! Was die Autorin wollte und wie es rüberkommt bzw.auf eine Chinakennerin wirkt, ist doch zweierlei. Dass sie eigene Ideen einbringt, setze ich voraus. Ja und die ganze Neugier nutz nichts, wenn man nicht nach China reisen kann.

  • Hilke Veth

    Hilke:
    Meine Meinung zum Buch von Martina Bölck: Was Sie dachten, niemals über China wissen zu wollen.

    Der Titel ist – besonders in der augenblicklichen politischen Situation – provokant und reißerisch, zugegeben. Aber wer sich in die einzelnen Themen, die die Autorin behandelt, vertieft, wird feststellen, dass sie manches Bekannte, aber auch sehr viel Ungewöhnliches zu bieten hat. Zum Beispiel Witz und Ironie. Wo findet man das sonst in Gebrauchsanweisungen über China? Gebrauchsanweisung will es auch nicht sein, das merkt die Autorin schon im Vorwort an. Dazu präsentiert sie neben harten Fakten viele Klischees und stellt sie immer wieder in Frage, erzählt von der Vielzahl und Komplexität der chinesischen Welt, den psychischen, sozialen, politischen und historischen Bedingungen. Dabei beansprucht sie nie Vollständigkeit. Für mich ist das Buch mit all den Themen tiefsinniges Kaleidoskop über eigene Erfahrungen mit sehr gut recherchiertem Hinterwissen mit dem Land. Bei genauerer Betrachtung übrigens sind die Themen nicht beliebig zusammengestellt, sondern höchst kunstvoll angeordnet – ein sinnhaftes Puzzle, das – wie Martina Bölck auch im Vorwort bemerkt, Neugier wecken und dazu anregen soll, sich selber ein Bild zu machen—–jenseits aller Klischees.

  • Ja, das ist wohl so.

  • Nemorino

    Klingt schon interessant, mindestens für jemand wie mich der noch nie in China war (außer Hong Kong).

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