Das chinesische Schriftzeichen Mann (nán) setzt sich zusammen aus
田 • tián = Acker
力 • lì = die Stärke, die Kraft
Da das Schriftzeichen Mann ja sehr einem Männlein ähnelt, erlaube ich mir die Frage, ob sich der Mann über seine Felder (Besitz) im Kopf und seine Kraft im Körper definiert.
War da nicht noch was anderes?
Die Frau
Das ist das alte Schriftzeichen, aus dem sich das Schriftzeichen heraus entwickelt hat: Mit ein wenig Phantasie kann man eine knieende Frau erkennen.
女 • nǚ = Frau
Die beiden Zeichen kann man heute immer noch oft an den Toiletten sehen:
Ich darf natürlich nicht vergessen, dass Mann und Frau am besten sind, wenn sie sich als Paar ergänzen:
夫妇 • fūfù = Das Ehepaar
夫 • fū = Der Ehemann
妇 • fù = Die Ehefrau
Hinsichtlich der ehelichen Moral befürwortete man in der alten Zeit Chinas die drei weiblichen Gehorsamspflichten (gegenüber dem Vater vor der Ehe, gegenüber dem Mann in der Ehe und gegenüber dem Sohn nach dem Tod des Mannes) und die vier weiblichen Tugenden (Sittsamkeit, geziemende Sprache, richtiges Betragen und Fleiß).
Jetzt sind die Frauen nicht mehr Anhängsel und Werkzeuge der Männer und immer mehr selbständig. Sie wollen die Qualität der Ehe und die Zuneigung der Ehepartner. Man hält die Aufrechterhaltung der Ehe ohne Liebe nicht mehr für moralisch und zeigt sich gegenüber einer außerehelichen Affäre aus Liebe tolerant und sympathisiert sogar damit. Die traditionelle Keuschheit hat, obwohl sie in gewissem Maße zu kritisieren und abzulehnen ist, auch noch einen großen Einfluss auf die Männer und wirkt dann auf die Frauen zurück. Quelle: China Today
不分性别的 • bù fēn xìngbié de = genderneutral
Links
- China, Fussball und ich
- Was ist das Größte? LieblingsChinesisch
- Konfuzius und der Respekt
- Museum of Chinese Women and Children in Peking
- Frau und Gesellschaft – China Nachrichten
- Gendern – was soll das?
Der Artikel stammt aus 2014 und wurde 2021 überarbeitet.
- Xian, das alte Chang’an - 15. September 2024
- LieblingsChinesisch: Der Reiseführer - 8. September 2024
- Jetenburger Kirche, eine weitere Sehenswürdigkeit in Bückeburg - 4. September 2024
Vielen DANK für die Ergänzung, ich kannte die Zeichen bisher nicht, interessant!
LG, Petra
Ja, das richtig. Die Kinder lernen zunächst Pinyin zu schreiben. Das ist die lateinische Umschrift für das Chinesische.Pinyin ist heutzutage sehr wichtig, weil es die Voraussetzung ist, im Computer, Handy usw. Chinesische Schriftzeichen zu schreiben. Was leider dazu führen kann, dass die Leute keine Schriftzeichen mehr mit der Hand schreiben können. Geht mir übrigens auch so. Lesen kann ich noch. Doch wenn ich chinesisch schreiben will, tippe ich auch am liebsten Pinyin und erkenne dann das richtige schriftzeichen, auch wenn ich vorher nicht gewusst hätte, wie ich es schreiben soll.
LG
Ulrike
Faszinierend! Ulrike, ist es richtig, dass Schüler in China zuerst die lateinische Schrift lernen, um ihre eigene Sprache schnell und einfach schriftlich darstellen zu können, bevor sie Chinesische Schriftzeichen erlernen? Wünsche dir einen kreativen Tag,
Jutta
Die Japaner mussten Kanji japanisieren. Meinten sie. Und dann noch Hiragana und Katakana erfinden, um arme unschuldige Mädchen wie mich zu quälen 😉
Danke, Deine Antwort hatte ich noch nicht gesehen und davon unabhängig geantwortet. Auch in China werden vermehrt Wörter aus zwei Zeichen verwendet. Doch die Grundregel gilt nach wie vor: 1 Schriftzeichen = 1 Silbe = 1 Wort. Das ist in Japan anders, weil es dort mehrsilbige Wörter gibt.
女 = Frau, hat sich aus dem Bild einer knieenden Frau entwickelt, sagt man
人 = Mensch, reduziert auf zwei Beine
LG
Ulrike
… und die Frau ist der Mensch mit der Schere?
人 bedeutet Mensch, 女 eine Frau. Zumindest in China 😉 In Japan ist man da etwas anderer Meinung und liest das 1. anders und fügt 2. oft noch Symbole hinzu. Aber das gehört nicht hierher und ich lasse die Ulrike wieder weiter erklären 😀
Jetzt hätte ich gerne das Zeichen für Frau noch gewußt… 😉 oder auch Mensch wäre sicher interessant?
LG, Petra
Bei Männern muss ich eigentlich passen. Aber deine Definition trifft zu. Die alten Chinesen und Japaner sahen sich genau so. Nur die Philosophen nicht. Aber die haben die Kanji nicht erfunden.