Die Seidenstraße und die Ikatweberei

Zuletzt aktualisiert vor 5 Tagen

Ich war endlich wieder im Museum und zwar im MARRK. oder immer noch bekannt als das Völkerkundemuseum am Rothenbaum in Hamburg. Da läuft zur Zeit eine schöne Ausstellung über die Seidenstraße. Besonder hat mich diesmal der Ikat-Stoff interessiert.

Ikat

Ikat habt ihr noch nie gehört? Ich ehrlich gesagt auch erst vor kurzem. Als ich damals (1992) in Kashgar ankam, fielen mir gleich die bunten Gewänder der uighurisch Frauen auf mit ihren leicht psychedelischen Mustern.

Uighurische Frau mit typischer Kleidung. Ikat.
Uighurische Frau

Nun, das Kleid, das die Frau trägt, wird kein echter Ikat sein, aber es zeigt das beliebte Muster. Aber eigentlich ist es nicht das einzige Muster, das uighurischen Frauen so liebten. Sie lieben kostbare bunte Stoffe. Silberne oder mit Pailletten bestickte Kleider. Und wenn es nicht das Original sein kann, dann muss es doch ganz nah dran sein.

Eigentlich kommt die Ikat-Weberei aus Malaysia. In einem besonderen Verfahren wird der Faden in Bündeln vor dem Weben gefärbt. Das kann zu sehr komplizierten Mustern führen.

Ikat ist eine Webtechnik, bei der das Garn vor der Verarbeitung abschnittsweise eingefärbt wird. Mehrere Farben sind möglich, auch können Abschnitte ungefärbt bleiben. Der Begriff leitet sich aus dem Malaiischen ab und bedeutet als Verb: abbinden, umwickeln. Wikipedia

Das erinnert an Batic, bei dem ähnliche Techniken verwendet werden. Allerdings wird bei Batic der fertige Stoff eingefärbt und bei Ikat der Faden.

FunFact: Ikat-Stoffe waren im 18. Jahrhundert in Europa unter dem Namen Chiné als Kleidungsstoffe beliebt und werden in Japan noch heute für hochwertige Kimonos benutzt. In Osttimor wird die Ikat-Technik für die einheimischen Tais verwendet und auch auf Mallorca werden solche Stoffe hergestellt.

Trotzdem werde ich nie verstehen, wie man die feinen und kostbaren Stoffe sogar bei der Feldarbeit tragen kann,

Die Ausstellung

Die Ausstellung zeigt natürlich noch viel mehr als die Ikat-Weberei und sollte nicht nur deswegen besucht werden. Aus den Archiven hat man viele teils unentdeckte Schätze der Seidenstraße hervorgeholt. Sie zeigen das ganze farbenfrohe Erbe, aber auch die Wege des Tees oder des Apfels.

Sie ist noch bis zum 07. November zu sehen,

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Ulrike

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