Lieblingsgeräusche von unterwegs

Zuletzt aktualisiert vor 1 Monat

Es gibt diese Geräusche, die ganze Welten entstehen lassen, genauso wie Düfte. Da klingt ein bekanntes Lied und Du bist für einen Moment in Peking oder Rom. Aber es sind auch einfache Geräusche, die mir die Tränen der Sehnsucht in die Augen treiben.

Das Rauschen des Regens zum Beispiel oder Gesang der Zikaden. Darüber möchte ich heute schreiben.

Regen. mal laut, mal leise

Frühlingsregen, der mit einem leisen Ploplop auf Blätter fällt.

„Nächtlicher Regen“
Erste Grillen, sie zirpen und dann nicht
Die Lampe schwach, geht aus, dann gibt sie Licht
Vom Fenster fern, ich weiß von Regennacht
Bananenblatt als erstes davon spricht

von Bai Juyi (772 – 846)

China bei Regen: Lotosblume
Regentropfen auf Lotosblättern

Der leichte Frühlingsregen, der sanft die Haut streichelt, den man kaum hört.

Oder der starke Sommerregen, der tosend auf Dächer prasselt: Damals zum Beispiel, als ich eine Fahrradtour durch die Lüneburger Heide gemacht habe und gezeltet habe. Herrlich im trockenen Zelt sich in den Schlafsack zu kuscheln und dem Prasseln des Regens zu lauschen!

Ein tobendes Urwaldgewitter! Fantastisch! Wenn der Regen wie eine Wand vor dem Fenster steht. Blitze, Donner mit donnerndem Getöse mich umhüllen. Das Geräusch, das der Donner verursacht, wenn er krachend von den Bergwänden zurückgeworfen wird! Da hab ich mich unterwegs gerne mal auf die Terrasse gesetzt und einfach nur geguckt und gelauscht.

Überhaupt scheint es mein Schicksal zu sein, auf Reisen immer wieder in Regen zu geraten. Naja, wenn ich zur Regenzeit in Japan oder auf Madagaskar bin, dann ist das kein Wunder. Aber auch in Gebieten, wo es nicht oder nur selten regnet, bin ich in Regen geraten: In Jordanien zum Beispiel, während der Fahrt durch die Wüste kam es zu heftigem Regen. Sofort waren die Straßen überflutet und teilweise nicht mehr passierbar. Da musste ich dann geduldig ausharren und warten, bis es weiter ging.

Aber Regen hat mich noch nie aufgehalten. Denn meistens regnet es ja nur kurz und es gibt reichlich Möglichkeiten, während des Regens zum Beispiel in ein Museum zu gehen. Dass mir Regen jemals die Laune verdorben hat, kann ich nicht behaupten.

Irland

Ein wahres regnerisches Highlight war Irland. Damals, vor vielen Jahren, war ich drei Wochen in Irland. Da hat es an den meisten Tagen geregnet. Nichtsdestotrotz sind wir über Felder und an der Küste entlang, um Steinzeitgräber, alte Kirchen und Hochkreuze zu besichtigen. Abends dann ein leckerer Whiskey vor dem knisternden Kaminfeuer ! Einfach herrlich!

Regen im Wendland

Das einzig blöde an Regen ist, dass ich da nicht wirklich gute Fotos machen kann. Dazu hab ich zumindest früher nicht die richtige Ausrüstung gehabt. Aber ich habe es immer als besondere Herausforderung gesehen, halbwegs vernünftige Foto bei Regen zu machen. Darüber habe ich anderer Stelle geschrieben.

Das Meer rauscht, mal leise kräuselnd, mal gewaltig tosend

Die tobende Brandung, die sich an steilen Felsen bricht genauso wie das leise Murmeln, wenn sich die Wellen an einem flachen Strand auslaufen, sind absolute Lieblingsgeräusche. Stundenlang kann ich Strand sitzen und dem Klang der Wellen lauschen.

Meeresrauschen
Der Strand von Side

Doch am liebsten ist mir ein aufgewühltes Meer mit hohen Wellen! Ich werde kaum seekrank und liebe es, wenn sich ein Schiff auf der See bewegt. Ich liebe es, auf der Koje in einer Schiffskabine zu liegen, die Bewegung des Meeres zu fühlen und den Klang der See zu hören.

Herrlich, am Strand zu sitzen und zu meditieren. Das ist auf Kho Phangan genauso schön wie an der Ostsee. Da falle ich schon fast automatisch in den Meditationsmodus. Dazu der Duft der frischen Meeresbrise, das Schreien der Möwen! Mehr brauche ich nicht, um glücklich zu sein!

Zikade und Frösche machen Geräusche!

Das Quaken der Frösche unterwegs kann einen wirklich fertig machen, wenn man eigentlich schlafen will.

Es gibt ja wirklich Menschen, die sich in ihrem Urlaub beschweren, weil die Frösche nachts beim Hotel zu laut gequakt haben! Das ist mir völlig unbegreiflich! Ich habe einmal, als ich in der Türkei war, vor lauter Begeisterung über das Quaken, nachts die Fenster aufgerissen und lag stundenlang wach im Bett, um den Fröschen zu lauschen.

Oder Zikaden! Das sind Geräusche, die man den kleinen Tierchen gar nicht zutraut!

Und doch: Wenn ich dann wieder zuhause bin und sie nicht höre, dann sehne ich mich nach ihnen.

Frosch in China

Angeregt wurde dieser Betrag von einer Blogparade vor vielen Jahren. Leider ist der Blog von Mutter Chaos zum Erliegen gekommen. Ich empfehle Euch den Artikel „Lieblingsgeräusche in Peking“ vom Blog ombidombi.

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2 Kommentare

  • Danke, Ecki, könnte noch mehr Geräusche aufzählen. Aber das sund meine liebsten. LG Ulrike

  • Hallo Ulrike,

    Ein gutes Thema und wunderbar geschrieben.
    Ich kann das alles sehr gut verstehen und auch nachvollziehen,
    dem Gewitter zuschauen, den Nacht-Geräuschen im Wald zuhören,
    eine stürmische See erleben, das ist alles großes Kino….

    Bleib gesund und viele liebe Grüße!

    Ecki

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