Magnolie, ein Baum voller Schönheit und Freude

Jetzt ist wieder die Zeit: Es wird Frühling und die Magnolie in der Nachbarschaft fängt an zu blühen. Hier sind die Knospen noch geschlossen, doch sie sind schon prall und scheinen nur noch auf den richtigen Moment zu warten, an dem sie aufspringen und ihre volle Pracht entfalten können. Dann wird sie da stehen wie eine königliche Braut in ihrem zartrosa und weißen Gewand. Ein wirklich atemberaubender Anblick!

Magnolie, eine wahre Pracht von Weiss und Rosa.

Es gibt unzählige Arten von Magnolien. Die meisten fallen durch ihre großen Blüten auf. Von den mehr als 350 bekannten Arten ist die Tulpen-Magnolie die häufigste in Deutschland. Und sie kommt ursprünglich aus China! Darüber will ich hier schreiben.

Die robusten Blüten der Magnolie werden übrigens nicht von Bienen, sondern von pollenfressenden Käfern bestäubt. Dies ist ein Indiz dafür, dass es diese Pflanze schon vor dem Bestehen der Bienen gab und diese Gattung daher sehr alt sein muss! 

Die Samen der Magnolie.
Der Samenstand

Woher kommt die Magnolie?

China habe ich schon genannt, aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Es gibt tatsächlich einige Arten, die in Nordamerika beheimatet sind. So gibt es dort auch viele kleine Orte, die nach ihr genannt werden.

Die Magnolie ist wohl 100 Millionen Jahre alt. Auch in Mitteleuropa gab es sie bis zu den Eiszeiten. Erst als der französische Botaniker Charles Plumier (* 20. April 1646 in Marseille; † 20. November 1704 in Santa Maria bei Cádiz) sie in den USA entdeckte, wurde sie auch in Europa eingeführt. Er benannte sie nach dem Botaniker Pierre Magnol und gab ihr den Namen „Magnolie“. Die erste Magnolie kam erst 1740 durch einen Händler, der zwischen Europa und Amerika hin- und herreiste, nach Frankreich.

Nun kommen wir auf China und Ostasien zurück. Mit der Einfuhr der Yulan-Magnolie und der Purpurmagnolie Ende 18. Jahrhunderts entstand durch Kreuzung die prachtvolle und heute so beliebte Tulpen-Magnolie (Magnolia × soulangeana).

Zuvor war vor allem die Yulan-Magnolie seit 2000 Jahren als Zierpflanze in China bekannt.

Die Magnolie in China

In China sind Magnolien das Sinnbild für weibliche Schönheit, für Reinheit und Süße. Ursprünglich standen Magnolien nur dem Kaiser zu, der sie als besondere Auszeichnung verschenkte. Ferner sind Magnolien seit Alters in Asien als Tempelbaum beliebt. Wer Magnolien verschenkt, schenkt Schönheit und Freude.

Magnolien

Auf Chinesisch:

木兰 • mùlán = Baum + Orchidee = Magnolie

玉兰 • yùlán = Jade + Orchidee = Yulan Magnolie

In buddhistischen Tempeln in China wurde sie schon im 7. Jahrhundert zur Zierde der Klostergärten gezüchtet.

Da die geöffneten Magnolienblüten äußerst frostempfindlich sind, symbolisieren sie auch die Zerbrechlichkeit von Schönheit und mahnen zum vorsichtigen Umgang mit ihr. Gleichzeitig stehen sie für den Wunsch nach Ewigkeit und Langlebigkeit.

Weiße Magnolien sind ein Sinnbild für Unschuld und Reinheit. Rosa gefärbte Blüten symbolisieren jugendliche Leichtigkeit und Freude.

Die Magnolie in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Man sagt, dass die Betrachtung der eleganten Blüte beruhigen wirkt, das Herz öffnet und die Fantasie beflügelt. Das wird in der TCM genutzt. Sie lindert seelische Probleme, Angst und Zorn.

Die zugeordneten Organe sind Milz, Lunge, Magen und Dickdarm. Die Blüten vertreiben äußere Windkälte, sie sind bei chronischem Schnupfen, Geruchsverlust und Kopfschmerzen angebracht. Die (giftigere) Rinde bewegt laut TCM das Qi und wandelt Feuchtigkeit um. Sie ist ein Mittel bei chronischer Bronchitis, Brechreiz und Erbrechen, sowie Durchfall und Appetitlosigkeit.

Sie hat eine antioxidative, antibakterielle und hautberuhigende Wirkung. Das macht sie wirksam bei Allergien. Allerdings ist die in der TCM genutzte eine andere Form der Magnolie, die Magnolia officinalis.

Die Blüte ist essbar

Wie man schon an der Verwendung in der TCM sehen kann, ist die Magnolienblüte essbar. Ich habe ein schönes Rezept gefunden:

Ausgebackene Magnolienblüte
Ich habe es leider noch nicht ausprobiert.

  • Frische BIO-Magnolienblüten
  • Grünes-Drachen-Mehl (aus dem Asiashop)
  • Wasser 
  • Jasminblütenzucker
  • Weißwein
  •  neutrales Öl zum Ausbacken

    Zubereitung: Nach Belieben alle Zutaten miteinander zu einem Ausbackteig vermengen und die Magnolienblüte darin panieren. Neutrales Öl erhitzen und die Blüte darin goldbraun ausbacken. 

.von: Blütengenuss 

Links zu Pflanzen und Tieren auf dem Bambooblog

Magnolienknospen.
Ulrike
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