Samarkand – Tashkent

Seidenstraße 2007 – letzte Besichtigungen in Afrosiab und Rückkehr

Unsere Reise entlang der Seidenstraße geht zu Ende. Nach all den besonderen Eindrücken am Tag zuvor (mehr), kann uns heute fast nichts mehr beeindrucken. Und doch! Es gibt auf jeden Fall noch ganz besondere Eindrücke für uns an diesem letzten Tag!

Afrosiab mit Blick auf Samarkand
Im Vordergrund Afrosiab. In der Ferne die Kuppeln von Samarkand

Alexander der Große und Afrosiab

Mein Archäologen-Herz hüpft vor Freue, als wir Afrosiab besuchen, eine riesige Ausgrabungsfläche. Hier soll Alexander der Große gewesen sein! Auf Afrosiab beruft sich Samarkand, als man dort das 2.500jährige Jubiläum gefeiert hat. Afrosiab war ein mythischer König und die eigentliche Stadtgründung liegt in einem mystischen Nebel. Spätestens im 13. Jahrhundert wurde die Stadt von den Mongolen komplett zerstört. Unter Timur entstand dann Samarkand, wie wir es heute sehen mit seinen prächtigen Moscheen und Mausoleen.

Afrosiab ist heute eine ausgedehnte öde Ausgrabungslandschaft, in der wohl nur noch der erfahrene Archäologe etwas erkennt. Oder aber Toni, unser genialer Reiseleiter, der uns fast jeden Stein erklären kann.

Afrosiab

Natürlich besuchen wir auch das Museum auf dem Gelände. Dort können wir interessante Funde aus den Anfängen der Stadt bewundert, die man hier ausgegraben hat. Highlights sind die Fresken aus einem Grab des 7. Jahrhunderts. Die Farben und Details sind einfach toll. Leider herrscht hier Fotografierverbot.

Afrasiab (usbekisch Afrosiyob, von persisch افراسياب, DMG Afrāsiyāb) war eine Stadt in Zentralasien und Vorläuferort der Stadt Samarkand in Usbekistan. Ihr Tell liegt im Nordosten des historischen Zentrums von Samarqand. Er besteht aus einer Zitadelle und der eigentlichen befestigten Stadt. Der Tell ist ca. 220 Hektar groß und von dreieckiger Form. Er weist vier Bauphasen auf. Die Stadt hatte ein System rechtwinkliger gepflasterter Straßen und entsprechender Wohnblocks. Auch Moscheen und Werkstätten wurden ausgegraben.“ Wikipedia

Afrosiab ist seit 2001 zusammen mit Samarkand UNESCO Weltkulturerbe.

Observatorium des Ulugh Beg

Weiter geht’s zum Observatorium des Ulugh Beg, diesem genialen frühen Wissenschaftler aus der zeit Timurs, von dem ich nun schon öfters berichtet habe. Eine tolle Anlage! Nicht mit kleinen optischen Geräten wurden hier damals präzise Messungen angestellt, sondern mit riesigen aus Stein errichteten Sextanten und einer monumentalen Sternwarte. In dem Museum dazu findet man unter anderem alte Weltkarten und auch die etwas handlicheren Instrumente zur Vermessung der Welt.

Ulugh Beg machte sich mit seiner wissenschaftlichen Genauigkeit viele Menschen zum Feind. Er wurde schließlich hingerichtet und sein Kopf soll hier ausgestellt worden sein.

Ehrlich gesagt: Ich weiß all die tollen Eindrücke kaum zu würdigen, denn mich hat wieder heftiges Bauchweh gepackt. So lerne ich am ehesten die Toilette des Museums kennen. Aber schon die ist einen Besuch wert! Meine Bewertung: 5-Sterne-Toilette!

Störche an der Autobahn

Eine vier-stündige Busfahrt bringt uns nach Taschkent. Wir müssen einen kleinen Umweg fahren, denn die Straße führt an einer Stelle zu nahe an Grenzgebiete zu Tadschikistan heran.

Storchenester auf der Hochspannungsleitung
Storchennester unterwegs nach Tashkent

Auf diese Weise können wir zu aller Freude sehen, wohin es die vielen Störche von Buchara verschlagen hat. Malerisch haben sie ihre riesigen Nester auf alten Hochspannungsmasten verteilt. Nicht nur ein oder zwei sondern hunderte! Klar, dass es einen ausgedehnten Fotostopp gibt!

Tashkent

Tashkent Theater

Am frühen Nachmittag erreichen wir schließlich Tashkent. Kurz werden noch ein paar moderne Highlights besichtigt: Theater, Freundschaftsladen, U-Bahn…

Tashkent im Kaufhaus
Tashkent U-Bahn
U-Bahn-Station
Abschiedsessen in Tashkent

Richtige Begeisterung kommt erst auf, als wir zum Abschiedsessen in ein wunderbares Restaurant mit Usbekischen Spezialitäten geführt werden. Herrlich!

Tashkent – Deutschland

Der letzte Tag in Stichworten: 2:30 Uhr Wecken. 3:00 Uhr Frühstück. Da wir anscheinend nicht die einzigen sind, die den frühen Flug nach Frankfurt erreichen müssen, ist ein kleines Buffet aufgebaut. 3:30 Uhr Abfahrt, 4:00 Uhr Ankunft am Flughafen. Für den Koffertransfer bis zum Checkin ist gesorgt. Unser Reiseleiter kann leider nicht in den Flughafen rein. Das ist sehr bedauerlich, weil wir mal wieder Probleme mit dem Pass eines Mitreisenden haben. Aber nach einigem Hin und Her ist auch das gelöst.

Fazit:

Eine fast vierwöchige Reise entlang der Seidenstraße von Almaty über Turfan, Kashgar, den Pamir-Highway, Fergana, Buchara und Samarkand liegt hinter uns. Ich werde sie noch lange nicht vergessen!

Usbekistan Fahne

Meine persönlichen Highlights? Die Taklamakan-Wüste, der Karakulsee, der Pamir Highway, Buchara, Samarkand. Großartige Erlebnisse und Eindrücke! Vielleicht fahre ich noch mal nach Usbekistan. Denn ich habe Chiva noch nicht gesehen.

Links

Die Seidenstraße – Geschichte und Geschichten

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