Das bunte Sandmandala

Das Sandmandala

Tibetische Woche im Hamburger Völkerkundemuseum MARKK

So habe ich das Entstehen des Sandmandalas im August 2014 erlebt:

Im Völkerkundemuseum entsteht 2014 ein Universum, eine komplette bunte Welt: Ein Sandmandala. Das Mandala steht im Buddhismus für das Universum oder auch einen Palast, in dem sich die Buddhas versammeln. Es soll auf einzigartige Weise Mitgefühl und Harmonie in unseren Alltag bringen.

Es dient als Meditationsobjekt und schon die Herstellung bringt Verdienste für das nächste Leben. Viele Mythen, Geschichten und Bilder fließen in den Aufbau des Mandalas ein und dienen zur Anregung, über die Welt nachzudenken, Mitgefühl zu entwickeln und zu beten.

Sandmandala 2014

Das Mandala des Völkerkundemuseums ist dem Medizinbuddha gewidmet, auf Tibetisch Mänlä. Er steht für das medizinische Wissen der Menschen, ist Lehrer und Beschützer der Ärzte. Kranke können durch die Anrufung seines Namens auf Heilung hoffen. Der Medizinbuddha befreit die Wesen auch von den drei „geistigen Giften“ Gier, Hass und Verblendung.

Mönch bei der Arbeit am Sandmandala

Ich habe am Donnerstag mit großem Staunen erlebt, wie die drei buddhistischen Mönche mit äußerster Konzentration die feinen Linien mit ihren traditionellen Geräten ziehen. Da geht kaum ein Sandkorn daneben, da wird jeder Kreis perfekt. Und ringsum schauen die Besucher und machen Fotos. An einem Tisch gleich in der Nähe werden tibetische Gebetsfahnen und tibetisches Kunsthandwerk verkauft und über Tibet informiert.

Farben für das Sandmala
Der bunte Sand

Für die Gestaltung der Sandmandalas nutzen die Mönche sehr fein gemahlenen, gefärbten Sand. Der Sand wurde so fein gemahlen, dass man ihn als Puder bezeichnen könnte. Zuerst wird auf einer großen Holzplatte, mit Bleistift, der kreisförmige Grundriss eines Mandala gezeichnet. Dabei wird immer von innen nach außen gestaltet.

Sandmandala Werkzeuge
Das Werkzeug
Kind vor dem Tisch mit dem Sandmandala

Ein junger Tibeter erzählt mir, dass die Mönche aus dem südindischen Kloster Sera Jhe kommen. Sie reisen schon seit ein paar Wochen durch Deutschland mit ihrer Kunst und werden nach dem Besuch des Dalai Lamas wieder in ihre Heimat zurück kehren.

Unter dem Schutz des Dalai Lamas

Ein Bild des Dalai Lamas wacht im Hintergrund über das Geschehen, erhöht auf einem Altar Davor gibt es Meditationskissen, auf denen die Mönche anscheinend manchmal meditieren und beten. Mir erscheint das etwas merkwürdig, wirkt dies doch ein wenig so, als würde der Dalai Lama wie ein Gott verehrt. Aber das sind so die Dinge, die ich beim Tibetischen Buddhismus nicht verstehe und die mich auch ein wenig abschrecken. Aber das Mandala fasziniert mich.

Im Hintergrund der Altar mit dem Foto des Dalai Lamas
Im Hintergrund der Altar mit dem Foto des Dalai Lamas

Eine besondere Bedeutung kommt der Auflösung des Mandalas zu. Die Botschaft die dahinter steckt: „Alles im Leben ist vergänglich“. Und somit wird die segensreiche Kraft des Mandalas, mit Hilfe des Elementes Wasser und dem natürlichen Kreislauf (Wasser, Wolken, Regen) über den gesamten Planeten verteilt.

Um dies zu verdeutlichen, wird das Sandmandala am Sonntag in einer feierlichen Zeremonie aufgelöst. Anschließend wird der Sand in die Alster gestreut. Mich beeindruckt es sehr, dass die Mönche in der Lage sind, ihr in mühevoller Arbeit entstandenes Kunstwerk loszulassen.

Das Sandmandala ist Teil der Tibetischen Woche, die im Vorfeld des Dalai Lama Besuchs in Hamburg, im Völkerkundemuseum statt findet. Ausstellungen und Vorträge ergänzen das Programm.

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Sandmandala 2014
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6 Kommentare

  • Ulrike

    Für die tibetischen Mönche hat das Sandmandala eine ganz besondere meditative Bedeutung.

  • Ein schönes Kunstwerk das Sandmandala. Habe im Fernsehen mal gesehen, wie eine Frau mit Sand Bilder gemalt hat und gleich wieder verwischt hat um gleich das nächste Bild zu malen – faszinierend.

  • Ulrike vom Bambooblog

    Oh, bitte! Die Vorstellung, dass Du Deine schönen Texte im Fluss versenken könntest, ist gruselig!
    Das Mandala kann man ja heutzutage fotografieren. Aber früher? Soviel Mühe! So viel großartige Kunst! Und dann verschwindet das Mandala im Wasser! Ich bewundere die Mönche.

  • Der Dalai Lama ist ein netter Mensch. Ganz unumstritten ist er aber nicht. Und er ist bei aller Weisheit nur ein Mensch, das gilt es zu bedenken.

    Besitz bedeutet diesen Mönchen nichts. Da sind sie uns einen großen Schritt voraus. Ich würde meine Texte nur ungern in einem Fluss versenken. Aber das verlangen meine Leser zum Glück auch nicht 😉

  • Ulrike vom Bambooblog

    Ja, es ist faszinierend. Die Mönche sind schon einige Zeit in Deutschland und haben das Sandmandala auch in anderen Städten gestreut. Aber ich glaube nicht in München. Die kommen aber bestimmt wieder! Dann in München einfach die Augen offen halten!

  • Faszinierend! Da hätte ich auch ungemein gerne zugesehen.

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