Drachenboot – Fest

Zuletzt aktualisiert vor 5 Monaten

Der 25. Juni 2020 ist in China ein offizieller Feiertag: Drachenboot – Fest.

Eigentlich ein lokaler Brauch in Südchina, der seit mehr als 2.000 Jahren nachweisbar ist, wurde das Drachenboot-Fest 2008 zum offiziellen nationalen Feiertag für ganz China. Damit wollte man die immer schwieriger werdende Situation der Urlaubstage rundum den Nationalfeiertag (1. Oktober) und Frühlingsfest entschärfen, an denen sich die chinesischen Massen in Urlaub begeben und das öffentliche Leben für ca. 1 Woche fast zum Erliegen kommt.

Drachenboot Fest in Taipeh

Drachenboot Fest in Taipeh

Im Büro habe ich mal rumgefragt, ob das Drachenboot – Fest denn auch in Deutschland von den Chinesen gefeiert wird. Erstaunte Blicke von allen, die schon länger als 10 Jahre in Deutschland leben:

Drachenboot-Fest bedeutet allenfalls das Essen der Klebreiskuchen Zongzi. Und: „Das ist doch einfach ein lokales Fest in Südchina.“ Trotzdem finden auch in Deutschland über den Sommer verteilt Drachenbootrennen statt. Das größte in Hannover, meiner alten Heimat! Allerdings nicht im Corona-Jahr 2020.

Was macht dieses Fest so würdig, dass man es feiert, ja zum offiziellen Feiertag erklärt hat?

Die Legende
Es gab einmal einen Dichter, Qu Yuan (340 – 278 v. Chr.). Er war Minister im Staate Chu. Er trat dafür ein, gegen die Qin zusammen mit den Qi zu kämpfen. Damals gab es noch kein geeintes China, sondern viele kleine Staaten, die sich spinnefeind waren. Deshalb hieß die Zeit auch die Periode der „Streitenden Reiche“ (476–221 v. Chr.).

Qu Yuan war in seinem Land bekannt als besonders loyal und ehrlich. Er setzte sich für Frieden und Wohlstand ein. Er wurde von dem neidischen und korrupten Prinzen Zi Lan verleumdet und infolgedessen vom König aus dem Land verbannt. Qu Yuan war so patriotisch, dass er im Exil aus Trauer viele Gedichte schrieb. Die machten ihn sehr berühmt.

Aber als er sein letztes Werk vollendet hatte, nahm er einen großen Stein, umarmte diese und sprang mit ihm in den Fluss Miluo, wo er ertrank. Er wollte lieber sterben, als seine Heimat erobert und besetzt durch den Staat Qin zu sehen.

Die Menschen entlang des Flusses waren entsetzt. Die Fischer suchten seine Leiche mit Booten. Sie fütterten die Fische im Fluss, um die Fische von dem Dichter abzulenken und damit sie ihn nicht fressen. Dieses spezielle Futter bestand aus salzigen Eiern und Zongzi, den Klebreiskuchen.

Andere Legenden besagen, dass die Fischer sich Sorgen machten, weil die Leiche nie gefunden wurde. Um den Dichter, der möglicherweise noch als unglücklicher Geist sein Unwesen am Fluss trieb, schmissen sie Reis in den Fluss, um den Geist zu beruhigen. Das taten sie jedes Jahr am 5. Tag des 5. lunaren Monats.

Aber in einem Jahr erschien Qu Yuan den Trauernden und berichtete, dass ein riesiges Monster den Reis gestohlen habe. Der Geist von Qu wies die Leute an, den Reis in Blätter zu wickeln und mit fünffarbigem Band zu umwickeln, bevor das in den Fluss geschmissen wurde.

Um an den großartigen patriotischen Dichter zu erinnern, essen auch heute noch die Menschen Zongzi und salzige Eier. Da Qu Yuan am 5. Tag des 5. lunaren Monats starb, wird das Fest auch „Doppelfünf“ genannt. Der Tag fällt in der Regel in den Juni.

Die Drachenbootrennen sollen an die zahlreichen Versuche der Fischer, die Leiche Qu Yuans zu finden, erinnern. Mittlerweile hat sich daraus ein Sport entwickelt, der überall auf der Welt sehr beliebt ist.

Drachenboot-Chronometer

Drachenboot -Chronometer

Mehr zu dem in dem Foto gezeigten Drachenboot – Chronometer gibt es hier.

Drachenboot Rennen - die Regeln
Nur einige Kriterien müssen immer erfüllt sein: Das Boot muss einen Drachenkopf und einen Drachenschwanz haben, zur Mannschaft gehören außer den Paddlern immer ein Trommler und ein Steuermann.

In Europa gibt es Richtlinien der EDBF (European Dragon Boat Federation) zur Bootsgröße. Demnach ist ein europäisches Standard Drachenboot 12,49 Meter lang, 1,16 Meter breit und wiegt etwa 250 Kilogramm. Besetzt wird es mit 16 bis 20 Paddlern, einem Steuermann und einem Trommler.

Die Strecken, die gefahren werden, reichen von 250 Metern Sprint bis zu 5000 Metern Langstrecke. Eine Distanz von 250 Metern legt eine gute Mannschaft unter einer Minute zurück. Die Paddler erreichen dabei bis zu 110 Schläge pro Minute.

Recht unterschiedlich sind auch die Klassen, die gefahren werden. Es gibt Frauen- und Männerboote, in China die traditionellen Langboote, in Europa auch Open Besetzung nicht vorgeschrieben) und Mixed (mindestens acht Frauen im Boot). Planet Schule

Sehr interessanter und amüsanter Artikel über das Drachenboot – Fest findet Ihr bei Shaoshi. Da gibt es auch das Rezept für die Zongzi.

Weitere Daten:

  • 14. Juni 2021
  • 3. Juni 2022

Zongzi, Klebreis in Bananenblatt verpackt

Das klassische Rezept mit eine Füllung aus Roten Bohnen und Datteln:

Zutaten: (für ca. 10 Zongzi)

  • 450 Gramm Klebreis
  • 50 Gramm chinesische rote Bohnen
  • Bananenblätter
  • getrocknete Datteln
  • etwas Bast (alternativ: Garn)

Zubereitung:

1. Den Reis und die Bohnen unter kaltem Wasser abspülen, zusammen in einen Topf mit Wasser geben und für ca. 20 Minuten einweichen. Die Bananenblätter müssen ebenfalls ca. 15 Minuten in warmem Wasser eingeweicht werden.

Wen der intensive Geruch der Bananenblätter stört, kann auch Bambusblätter nehmen.

2. In der Zwischenzeit die Datteln entkernen.

3. Anschließend 2 bis 3 kleine oder zurechgeschnittene Blätter leicht überlappend nebeneinander legen, zu einer Tütenform zusammenrollen und 2-3 EL der Reis-Bohnenmasse sowie 2-3 Datteln einfüllen und festdrücken. Die Blätter werden so gefaltet, dass die Masse fest eingeschlossen ist und die Form dreieckig ist. Das Ganze mit Bast umwickeln und fest zusammen schnüren.

4. Die Klebreis-Päckchen in einen Topf mit Wasser geben und aufkochen lassen. Anschließend bei mittlerer Kochhitze 1,5-2 Stunden garen. Gegebenenfalls etwas Wasser zwischendurch nachgießen.

5. Die Klebreis-Päckchen aus dem Wasser nehmen, abtropfen lassen und den Faden aufschneiden. Die Blätter sind nicht für den Verzehr geeignet!

Die Zongzi können warm oder auch kalt verspeist werden.

Links:

Ulrike
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5 Kommentare

  • bambooblog

    Wer ist Michael?
    In China gibt es zwar nicht so viel Urlaub, dafür aber eine schöne Einrichtung: Feiertage, die aufs Wochenende fallen, werden am nächsten Werktag nachgeholt.

    Beste Grüßejavascript:void(0)
    Ulrike

  • Franz-Josef Knüwer

    Hallo Michael, so kommst Du ja auch mal zu einigen mehreren freien Tagen.
    Sicherlich gibt es bei euch nicht so viele Urlaubstage wie in Deutschland.

  • bambooblog

    Aha! Sehr interessant! Danke gleichfalls fürs Verlinken! Hmm, vielleicht geht die Erinnerung mit dem großen Abstand auch verloren…

  • Danke fürs Verlinken! Ich habe deinen Artikel bei mir auch aufgenommen, sie ergänzen sich so gut 😀

    Interessant, was deine Kollegen dazu sagen! Nanjing zählt dann wohl südlich genug. Mein Mann erinnert sich, dass sie früher (als das noch kein offizieller Feiertag war) auch schon immer den Nachmittag frei hatten. Und neben Zongzi war auch immer schon das Essen im Kreis der Familie (Eltern und Kinder) sehr wichtig.

Ich freue mich über Deinen Kommentar!