Klaus Störtebeker, bewunderter Seeräuber

Klaus Störtebeker, ein Held und wagemutiger Seefahrer – jedenfalls in meinen Jugenderinnerungen. Er war eine Mischung aus Robin Hood und Seeräuber in nördlichen Gefilden. Es gibt viele Geschichten und Legenden um ihn.

Störtebeker vor dem Hamburger Maritimen Museum.
Klaus Störtebeker
auch Klaas Störtebecker, Claas Störtebeker oder Nikolaus Storzenbecher (* um 1360; † angeblich am 20. Oktober 1401 in Hamburg) soll ein Seeräuber und neben den berüchtigten Kapitänen Gödeke Michels, Hennig Wichmann, Klaus Scheld und Magister Wigbold einer der Anführer der auch als Likedeeler (niederdeutsch: Gleichteiler) bezeichneten Vitalienbrüder gewesen sein.

Schon die vielen angeblichs und vielleichts in seinen Geschichten und Legenden über ihn zeigen, wie unsicher und im Nebel der Legenden und Geschichten ein Klaus Störtebecker existiert. Hat es ihn überhaupt gegeben?

In Hamburg ist er fast ein Nationalheld. Hier möchte ich ein wenig von ihm erzählen.

Klaus Störtebeker – sein Leben

Zeitgenössische Quellen zu Klaus Störtebeker fehlen. Um seine Person ranken sich zahlreiche Legenden, die nicht historisch belegt sind. Diese Legenden werden auch mit einem Nicolao (Nikolaus) Stortebeker und mit einem aus Danzig stammenden Johann Störtebeker (der mindestens bis 1413 lebte) in Verbindung gebracht. Nach Ansicht einiger Historiker war Johann Störtebeker das historische Vorbild für die letztlich legendäre Gestalt des Klaus Störtebeker.

Der Legende nach soll er in Hamburg sein Ende gefunden haben. Es dürfte vor 620 Jahren, wohl am 20. Oktober anno 1401, gewesen sein, als er zusammen mit mehr als 70 seiner Kumpanen auf dem Richtplatz geköpft wurde.

Wie alt Störtebeker war, als er starb, ist unklar, seine Biografie lückenhaft. Eine hanseatische Armada um das Flaggschiff „Bunte Kuh“, die der aus den Niederlanden stammende Hamburger Kaufmann Simon von Utrecht ausgerüstet hatte, soll die Piraten in einer Seeschlacht vor Helgoland gestellt haben.

Störtebekers Hinrichtung

Vor seiner Hinrichtung soll Störtebeker dem Henker das Versprechen abgenommen haben, dass diejenigen Piraten am Leben bleiben sollten, an denen er ohne Kopf noch vorbeilief. Er schaffte tatsächlich 11 Personen, bevor er fiel. Doch die wurden auch geköpft, denn der Henker hielt sich nicht an sein Versprechen. Es ist aber allerdings nicht sehr wahrscheinlich, dass sich das Ganze so zugetragen hat.

Ob ein 1878 auf dem Grasbrook gefundener Totenschädel, der mit einem eisernen Nagel durchstoßen wurde, zu den sterblichen Überresten Störtebekers gehört, konnten kanadische DNA-Experten nicht klären. Die Knochen waren zu alt, um genetisches Material zu isolieren, das die Wissenschaftler mit noch lebenden Namensvettern hätten vergleichen können. Er wird heute im Museum für Hamburgische Geschichte ausgestellt.

Nach Angaben des Hamburger Museums ist es jedoch wahrscheinlich, dass es sich bei dem Schädel des zwischen 1390 und 1450 Hingerichteten um den eines der Hauptmänner der Vitalienbrüder handelt, zu denen auch Störtebeker gehörte.

Seine Herkunft ist umstritten

Sein Nachname wird mit „Stürz den Becher“ übersetzt. Wurde der Freibeuter so genannt, weil er – wie überliefert – einen damals üblichen Krug mit vier Litern Bier oder Wein in einem Zug austrinken konnte? Möglich ist es, beweisbar ist diese These jedoch nicht.

Störtebeker in der Speicherstadt.
Störtebeker in der Speicherstadt

In Wismar gibt es noch heute eine Familie „Störtebeker“. Aber ob und wie sie mit dem berühmten Piraten verwandt ist, konnte man noch nicht herausfinden. Andere Überlieferungen deuten darauf hin, dass Störtebeker gar kein Pirat war, sondern ein Kaufmann aus Danzig.

Die Legende um seine Hinrichtung hat ihn jedenfalls zu Hambursg Volkshelden gemacht.

Verden und die Latarespende

Die Lätare-Spende geht auf ein Vermächtnis zurück, welches Klaus Störtebeker der Stadt Verden kurz vor seiner Hinrichtung vermacht haben soll: Jedes Jahr werden in Verden am Montag nach dem Sonntag Lätare – drei Wochen vor Ostern, in der Mitte der Fastenzeit – Brote und Heringe an die Bevölkerung verteilt, unter anderem von Störtebeker selbst.

In seinem Vermächtnis legte Störtebeker die Menge der Brote und des Fischs genau fest, ebenso wie den Empfängerkreis: Die Armen der Stadt, Geistliche und städtische Beamte sollten Empfänger von Brot und Fisch sein.

Mittlerweile hat sich dies gelockert und jeder, der während der Veranstaltung „Lätare-Spende“ vor Ort ist, bekommt Brot und Heringe, solange welche vorrätig sind. In den Überlieferungen ist auch nachzulesen, dass Störtebeker dem Verdener Dom sieben Kirchenfenster zur Verbüßung der sieben Hauptsünden – Hochmut, Geiz, Wollust, Völlerei, Neid, Zorn und Trägheit des Herzens – gestiftet haben soll. Diese Fenster sind leider nicht mehr erhalten. 

Viele Orte im Norden Deutschland erinnern heute an Störtebeker. Zahlreiche Geschichten haben ihren Eingang in die Literatur gefunden. Auf Rügen finden jedes Jahr die Störtebeker Festspiele statt.

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