Landungsbrücken Hamburgs Tor zur Welt

Zuletzt aktualisiert vor 2 Wochen

Die Landungsbrücken sind eine der Top-Sehenswürdigkeiten Hamburgs. Und mit seiner Aussicht auf dem Hafen auch das Kernstück. Was wäre Hamburg ohne Hafen?!

Landungsbrücken
Landungsbrücken

Geschichte

Bis ins 19. Jahrhundert legten die Schiffe aus aller Welt an, wo gerade Platz war. Doch die Anlegestellen reichten bei immer größer werdenden Betrieb nicht mehr aus.1866 entstand mit dem Sandtorhafen eine erste moderne Umschlaganlage. In Schuppen konnte Ware zwischengelagert werden, Dampfkräne erleichterten den Umschlag. 1872 fand hier die erste Umladung vom Schiff auf die Bahn statt – der Grundstein für die Entwicklung Hamburgs zum größten Eisenbahnhafen Europas war gelegt.

Der heutige, ab 1907 errichtete Schiffsanleger besteht aus schwimmenden Pontons, die über neun bewegliche Brücken vom Festland aus zugänglich sind. Die 688 m lange Anlegestelle diente ursprünglich den Personendampfern der Überseelinien als Anlegestelle.

Hamburg Hafengeburtstag 2014 Segelschifee

Der alte Schiffsanleger wurde im Zweiten Weltkrieg bei der Operation Gomorrha zerstört, so dass die heutigen Pontons während des Wiederaufbaus von 1953 bis 1955 entstanden sind. Das letzte im Krieg zerstörte Teilstück zwischen den Brücken 2 und 3 wurde erst 1976 neu erbaut.

Übersicht Landungsbrücken

Die Landungsbrücken beginnen im Westen mit der Brücke 10 und dem Elbtunnel und enden im Osten mit dem Glockenturm und Brücke 1. Im weitesten Sinne kann man im Westen noch den Fischmarkt und die Fischauktionshalle dazu zählen. An dem anderen Ende ist die Überseebrücke mit die Schiffe Rickmer Rickmers und Cap Dan Diego.

Heute fahren die Kreuzfahrtschiffe nicht mehr von den Landungsbrücken ab. Auch die großen Containerschiffe biegen, wenn sie flussaufwärts kommen, in die großen Containerhäfen ab. Hamburg ist übrigens Deutschlands größter Containerhafen und der drittgrößte in Europa.

Landungsbrücken
Landungsbrücken

So sind die Landungsbrücken den Schiffen für die Hafenbesichtigungen und den Fähren nach Finkenwerder und Helgoland vorbehalten. Es herrscht einständiges An- und Ablegen, neugierig von vielen Touristen beguckt.

Die Attraktionen von Westen nach Osten

Fischauktionshalle und Fischmarkt

Damit ist man eigentlich schon Altona. In der Fischauktionshalle wurde bis in 1950 Jahre Fisch gehandelt. Heute ist sie eine beliebte Event-Location. Am Sonntag kann man hier entspannen oder auch tanzen zu Live-Musik.

Das und ein leckeres Brunch bieten sich an, wenn man schon früh auf dem Fischmarkt gewesen ist.

Fischauktionshalle

Der Fischmarkt ist ein wunderbarer Ort zum Gucken und auch zum Einkaufen. Übrigens ist der Alkoholausschank auf dem Fischmarkt nicht erlaubt.

Fischauktionhalle und Anleger.

Die Landungsbrücken

Aus den Landungsbrücken ist eine große Touristenattraktion geworden. Zahlreiche Souvenirläden verkaufen Dir alles, was es zum Thema Hamburg gibt, sogar die Hamburger Luft in Dosen.

Dazwischen gibt es Restaurants und Imbissstände. Mein liebstes ist die Brücke 10. Dort soll es das beste Krabbenbrötchen geben. Außerdem starten hier die Hop-on-Hop-off Schiffe. Diese fahren im Hafen alles an, was sehenswert ist, und man kann beliebig aus- und einsteigen.

Fischbrötchen

Ob Matjes, Bismarckhering oder Aal – alles kommt in so ein Fischbrötchen. Passt auf, dass es auch wirklich frisch ist! Ich finde es ja etwas überteuert, wenn man 4,-€ für etwas Fisch auf einem dünn mit Butter beschmierten Brötchen zahlt. Nur so ca. einmal im Jahr gebe ich 10, € für ein Krabbenbrötchen aus – für die Seele.

Landungsbrücken Brücke 10

Hafengeburtstag

Zum Hafengeburtstag im Mai herrscht hier immer großes Gedränge. Manchmal glaube ich, dass es an ein Wunder grenzt, wenn niemand in die Elbe fällt. Doch es ist großartig, die vielen großen und kleinen Segelschiffe zu sehen und auch mal eines von Innen zu besichtigen.

Wer nicht direkt am Wasser gehen möchte, für den gibt es eine erhöhnte Plattform. Da ist man weiter von den Schiffen entfernt, aber es gibt Restaurants und man hat einen schönen Blick auf das Gewusel.

Hamburg Hafengeburtstag Mai 2014

Auf dem Gebiet des Hamburger Hafens gibt es zum Hafengeburtstag viele Buden und Live-Musik. Und die Fischbrötchen kosten noch etwas mehr als sonst.

Das Gebäude

Hinter den Landungsbrücken liegt ein großes langes Gebäude, das mit allerlei Türmchen und großen Fenstern schon von weitem lockt. Das sind die alten Abfertigungshallen, in denen vor 100 Jahren die Überseepassagiere abgefertigt wurden.

Mit seiner Länge von 205 m und mit seinen zahlreichen Durchgängen bzw. Brücken zu den Schiffsanlegern sowie Kuppeln und Türmen setzt es deutliche bauliche Akzente. Die Bauplastiken stammen von Arthur Bock.

Eisbärskulptur an den Landungsbrücken.

In dem Gebäude ist heute eine Touristinformation sowie Restaurants und Geschäfte untergebracht. Davor liegen die Haltestellen der verschiedenen Sightseeingbusse.

Das östliche Ende

Die eigentlichen Landungsbrücken sind damit schon zuende. Eine Brücke führt hinüber zum Bahnhof Landungsbrücken, wo die U-Bahn-Linie 3 hält und im Untergeschoss die S-Bahnen S1 und S3 stoppen.

Der Bahnhof ging zunächst unter dem Namen Hafentor gemeinsam mit dem Streckenabschnitt Millerntor (heute St. Pauli) – Rathausmarkt (heute Rathaus) als letztes Teilstück des Hochbahn-Rings am 29. Juni 1912 in Betrieb. 1920 wurde die Station in Landungsbrücken umbenannt.

Hamburg Landungsbrücken
Landungsbrücken

An den Landungsbrücken Brücke 1 und 2, die durch eine große Fußgängerbrücke zu erreichen sind, legen die Fähren nach Finkenwerder und Steinwerder ab. Da sie zum HVV gehören, können sie mit den normalen Fahrkarten genutzt werden. Ein preiswerte Alternative zu den teuren Hafenrundfahrten.

Übrigens: Unter dem Bahnhof liegt ein kleiner Bunker au WWII mit Raum für ungefähr 150 Menschen.

Überseebrücke

Die eigentlichen Landungsbrücken sind hier zuende. Aber man kann einfach weitergehen zur Überseebrücke. Die Pontonanlage wurde 1930 von der Reederei Hamburg Süd gebaut und diente als Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe und Fähren nach England. Seit 1989 hat das Museumsschiff „Cap San Diego“ hier seinen Liegeplatz.

Cap San Diego

1962 läuft die von der „Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrt-Gesellschaft Eggert & Amsinck“, kurz Hamburg Süd, in Auftrag gegebene Cap San Diego bei der Deutschen Werft AG in Hamburg-Finkenwerder vom Stapel. Sie war bis in die 1980er als Stückgutfrachter unterwegs.

Cap San Diego mit der Elbphilharmonie.

Heute dient sie als Museums- und Hotelschiff. Sie ist komplett fahrtüchtig und bietet auch Ausflüge an. Zum Beispiel kann man mit ihr bei der Auslaufparade zum Hafengeburtstag teilnehmen.

Rickmer Rickmers

Rickmer Rickmers.

Die Rickmer Rickmers ist ein dreimastiges stählernes Frachtsegelschiff, das heute als Museums- und Denkmalschiff im Hamburger Hafen bei den St. Pauli-Landungsbrücken liegt.

Auf der Werft der Bremerhavener Reederei Rickmer Clasen Rickmers lief die Rickmer Rickmers als Vollschiff im August 1896 vom Stapel. Sie wurde nach dem Enkel des Reeders, Rickmer Rickmers (1893–1974), benannt.

1974 gründete der Vorsitzende des Hamburger Hafen-Vereins Fiete Schmidt den Verein Windjammer für Hamburg mit dem Ziel, „Hamburgs Vergangenheit als Kauffahrtei- und Schifffahrtstadt in lebendiger Erinnerung zu halten.“ Der Verein wurde 1978 auf die frühere Rickmer Rickmers aufmerksam und tauschte sie 1983 in heruntergekommenem Zustand gegen die Yacht Anne Linde (jetzt Polar). Nach einer mehrjährigen Restaurierung dient sie seither unter ihrem ersten Namen als Museumsschiff an den Hamburger Landungsbrücken.

Landungsbrücken – mein Kraftort in Hamburg

„Wenn nichts mehr geht, ich vollkommen am Boden bin, dann gehe ich zu den Landungsbrücken!“ Habe mich mal gesagt. Das tue ich immer noch: Mir den Wind um die Nase wehen lassen, in die Welt hinein träumen: Hier kann ich meine Seele baumeln lassen und zur Ruhe kommen.

Kraftort Landungsbrücken Hamburg
Auf dem Weg zum Glück

Fazit

Ein Ausflug zu den Landungsbrücken ist ein absolutes Muss für jeden Besucher Hamburgs! Hier kann ich die Seele baumeln lassen und eine Nase voll große weite Welt nehmen.

Die war nur ein kurzer Überblick. Es gibt noch viel mehr zu entdecken, z.B. der Alte Elbtunnel.

Links

Hamburg Dock
Blick von den Landungsbrücken über die Elbe.
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