Achtsamkeitsmeditation à la Ulrike

Meine tägliche Routine normalisiert sich langsam. Fester Bestandteil ist mein Spaziergang zu einer bestimmten Parkbank. Dort sitze ich in der Sonne und meditiere. Dabei habe ich eine ganz auf mich eingestellte Achtsamkeitsmeditation entwickelt.Achtsamkeitsmeditation Parkbank

Damals, als ich einem Tempel in Thailand die Vipassanameditation lernte, wurde uns gesagt, dass wir uns ganz und gar auf unseren Atem konzentrieren sollten. Störende Gedanken sollte man nicht aufkommen lassen. Den Kopf freimachen, ganz im Hier und Jetzt des Atems verweilen Da habe ich schon innerlich protestiert. Ich habe aber auch diese Form der Meditation gelernt. Sie ist in manchen Zeiten/Situationen sehr förderlich.

Da ich aber mich bei meiner Achtsamkeitsmeditation ganz achtsam auf meine Umgebung konzentrieren möchte und mit allen meinen Sinnen im Hier und Jetzt sein möchte, habe ich für mich persönlich folgende Meditation entwickelt.

Kirschblüten

Ich setze mich gerade hin auf meiner Parkbank. Die offenen Hände liegen sanft auf meinen Oberschenkeln. Ich schließe meine Augen und beginne meine Achtsamkeitsmeditation mit einem kleinen Ritual:

Namo Tassa Bhagavato Arahato Sammāsambuddhassa. *

Ich nehme Zuflucht zum Buddha
Ich nehme Zuflucht zum Dharma **
Ich nehme Zuflucht zur Sangha  ***

Ich nehme Zuflucht zum Buddha
Ich nehme Zuflucht zum Dharma
Ich nehme Zuflucht zur Sangha

Ich nehme Zuflucht zum Buddha
Ich nehme Zuflucht zum Dharma
Ich nehme Zuflucht zur Sangha

Ich nehme wahr: Die Wärme der Sonne

Ich nehme wahr: Den Wind im Gesicht

Ich nehme wahr: Das Zwitschern der Vögel

Ich nehme wahr: Die Geräusche der Autos

Ich nehme wahr: Die schnellen Schritte eines Menschen

Ich nehme wahr: Das Klappern an den Müllcontainern

Ich nehme wahr: Das Lachen der Kinder

Ich nehme wahr: Meine Gedanken gehen spazieren

Namo Tassa Bhagavato Arahato Sammāsambuddhassa.

Blüten im Frühling

Ich atme ein.

Ich atme aus.

Ich nehme wahr: Den Gesang eines Buchfinken

Ich nehme wahr: Den Duft von frischgeschnittenem Gras

Ich nehme wahr: Das Summen eines Insekts

Ich nehme wahr: Den Boden unter meinen Füßen

Erinnerungen an die Meditation mit Rosemary in Thailand: Feeling the touch of the feet on the ground – feeling – letting go of anger into the ground…

Ich nehme wahr: Meine Gedanken gehen spazieren.Amsel

Namo Tassa Bhagavato Arahato Sammāsambuddhassa.

Ich nehme wahr: Die warme Sonne auf meinem Gesicht

Ich nehme wahr: Das Kitzeln eines Haares

Ich nehme wahr: Das Klopfen eines Spechtes

Ich nehme wahr: Das Rascheln der Blätter im Wind

LöwenzahnIch öffne langsam die Augen.

Ich sehe: Die grünen Bäume

Ich sehe: Die Kirschblüten

Ich sehe: Das rote Eichhörnchen

Ich sehe: Die schwarze Amsel

Ich sehe: Die Spaziergängerin, die mich freundlich anlächelt

Ich sehe: Einen bunten Schmetterling

Ich sehe: Den gelben Löwenzahn

Ich nehme wahr: Meine Gedanken wandern

Ich atme ein

Ich atme aus

Namo Tassa Bhagavato Arahato Sammāsambuddhassa.

Ich beende meine Achtsamkeitsmeditation mit einer kleinen Verbeugung.

Mögen alle Menschen Inneren Frieden finden! Mögen alle Menschen die Kraft finden, mit ihren Sorgen, inneren Kämpfen und äußeren Widrigkeiten umzugehen!

 

Langsam stehe ich auf und gehe nach Hause.

Das Leben, die Welt ist schön!

Gesundheit und Frieden!

Magnolie

Meine persönliche liebende Güte-Meditation Metta.

* Verehrung ihm, dem Erhabenen, dem Heiligen, dem vollkommen Erwachten!

** Dharma = die Lehre

*** Sangha = die Gemeinschaft (der Mönche, der Buddhistischen Lehrer)

Vipassanameditation
Vipassanā (pali „Einsicht“) bezeichnet im Buddhismus die „Einsicht“ in die Drei Daseinsmerkmale Unbeständigkeit (anicca), Leidhaftigkeit bzw. Nichtgenügen (dukkha) und Nicht-Selbst (anatta).

Der Übungsweg zur Entfaltung dieser Einsicht wird „Vipassana-Meditation“ (vipassanā-bhāvanā), „Einsichtsmeditation“ oder „Vipassana-Praxis“ genannt. Vipassana-Praxis ist ein Weg, um das durch Nichtsehen (avijjâ) und Verblendung (kilesa) verursachte Leiden (dukkha) zu überwinden bzw. im Leben die Befreiung des Nirwana zu erlangen. Er wird auf einen Kommentar (Visuddhi-Magga) zu den im Pali-Kanon überlieferten Lehrreden des historischen Buddha zurückgeführt.

Die Vipassana-Praxis und das Erreichen ihrer Ziele ist grundsätzlich an keine Religionszugehörigkeit gebunden. Vipassana-Meditation wird auch von Nicht-Buddhisten geübt und gelehrt. Wesentlicher Teil der verschiedenen Schulungsmethoden ist die Übung von Achtsamkeit (sati).

In der psychologischen Literatur wird Vipassana-Meditation gewöhnlich „Achtsamkeitsmeditation“ statt Einsichtsmeditation genannt. Wikipedia

Nachhaltigkeit unterwegs - der Mittlere Weg

Buddha in Timmendorfer Strand

Ulrike

6 Kommentare

  • Angelika

    Sehr schöne Anleitung! Danke dafür! Ich lese viel über Meditation und Achtsamkeit – dabei sind mir unlängst zwei kritische Texte untergekommen, die meiner Ansicht nach aber doch auch wahre Gedanken enthalten: “Warum Mönche meditieren müssen” (V. Rationi) und “Die Achtsamkeitsfalle” (C. Bear). Kennt ihr das schon? Im Prinzip geht es um das Thema Meditation als Flucht, könnte man sagen ..

    Liebe Grüße, Angelika

    • Hallo! Danke für deinen Kommentar und die Hinweise auf die Text. Ich glaube, den zweiten Text kenne ich. Ist ja neuerdings Trend und jeder meint, darauf aufspringen zu müssen.
      Beste Grüße
      Ulrike

  • Das klingt kompliziert, aber ich werde es versuchen. Danke für die Übungen.

  • Schöner Impuls für meine Meditation.
    Danke

Ich freue mich über Deinen Kommentar,!