Mandarine und Apfelsine – Glück aus China

Zuletzt aktualisiert vor 1 Monat

Mandarinen und Apfelsinen sind die beliebtesten Vitaminbringer im Winter. Sie dürfen auf dem bunten Weihnachtsteller nicht fehlen. Wusstet Ihr, dass sie aus China stammen? Die Namen verraten es schon. In China spielen die leckeren orangenen Früchte eine bedeutende Rolle als Glücksbringer!Zitrusfrüchte

Mandarinen und andere Zitrusfrüchte aus China

Viele Zitrusfrüchte, die für uns so selbstverständlich zum täglichen Leben gehören, stammen aus China. Da sie zum Gedeihen Wärme benötigen, ist ihre Heimat in den subtropischen Wäldern Südchina zu finden.

Heute werden viele von ihnen rund ums Mittelmeer angebaut. Schaut mal auf den Herkunftsnachweis, wenn Ihr Mandarinen kauft! Da werdet Ihr eher Spanien als China finden.

Hier stelle ich Euch die Früchte vor und erkläre unter anderem die Unterschiede zwischen Mandarinen und Clementinen bzw. Apfelsinen. Zitrusfrüchte sind außerordentlich vielfältig. Was gibt es außer Mandarin und Orangen noch? Lasst Euch überraschen!

Was ist eine Zitrusfrucht?
Die Zitruspflanzen (Citrus) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie stammen aus dem tropischen und subtropischen Südosten Asiens. Die Vertreter dieser Gattung liefern die Zitrusfrüchte (hauptsächlich Orangen, Mandarinen, Zitronen und Grapefruits), die weit verbreitet in den warmen Gebieten der Erde angebaut werden. Diese Früchte stellen eine Sonderform der Beere dar, die charakteristisch für die Gattung Citrus ist. Wikipedia

Wie die leckeren Zitrusfrüchte nach Europa kamen

Zitrusfrüchte wurden schon vor mehr als 4000 Jahren in China kultiviert und angebaut.

Die ersten, nicht essbaren Zitronen kamen vor rund 2.500 Jahren nach Griechenland. Die Griechen und Perser stellten aus den ätherischen Ölen frisch duftende Parfüme her.

Mit den Arabern gelangten die Zitrusfrüchte im 10. Jahrhundert nach Afrika und im 12. und 13. Jahrhundert nach Spanien. Portugiesische Seeleute importierten im 15. und 16. Jahrhundert die ersten größeren Mengen nach Europa.Maritimes Museum Segelschiff

Im 15. Jahrhundert wurden die Zitrusfrüchte bei den Adligen in Deutschland sehr beliebt. Für die hübschen, immergrünen Gehölze bauten sie spezielle Gewächshäuser, die sogenannten Orangerien.

Bis die ersten essbaren, süßen Zitrusfrüchte etwa im 17. Jahrhundert gezüchtet wurden, erfreute man sich vornehmlich am frischen Duft und der zierenden Form der Pflanzen, Blüten und Früchte.

Der Entdecker James Cook (1728-1779) entdeckte die Wirksamkeit gegen die vor allem auf langen Seefahrten gefürchtete Vitaminmangelkrankheit Skorbut. Er setzte die Zitrusfrüchte als erster im Kampf gegen die Krankheit ein.

Auf der Endeavour, dem Schiff, auf dem Cook seine erste Entdeckungsfahrt 1768 bis 1771 machte, versorgte er seine Mannschaft mit Zitrusfrüchten und verhinderte so, dass sich die Krankheit ausbreiten konnte.

Die Mandarine

Die Mandarine (Citrus reticulata) heißt auf Chinesisch 橘子 júzi. Häufig wird auch dieses Zeichen benutzt: 桔. Letzteres erklärt auch den Zusammenhang mit Glück. Die Zeichen werden sowohl für die Mandarine als auch die Clementine benutzt.

Funfact: Im China der Han Dynastie (221–206 v. Chr.) waren Mandarinen und Orangen so wertvoll, dass damit Tribute bezahlt wurden und es sogar einen speziellen Orangen-Minister gab.

Die leuchtende gelbrote Farbe wirkt positiv auf die Menschen. Sie scheint wie die Sonne Freude und Wärme auszustrahlen.

Es heißt, dass zuerst die Mandarine da war. Aus ihr wurden Orangen und Clementinen gezüchtet.

Mandarinen

Mandarinen

Warum ist die Mandarine zum chinesischen Frühlingsfest so beliebt?

Wie so oft in China ist hier wieder ein Wortspiel der Ursprung für das Glück aus der Mandarine.

Im Kantonesischen heißt die Mandarine gat1 桔. Das wird genauso ausgesprochen wie gat1 吉 = Glück.

Besonders populär sind die Mandarinen in Südchina. Manche werden zu reinen Dekorationszwecken gezüchtet. Sie schmücken die Haus- und Wohnungstüren. Bei entsprechenden Glückwünschen und den Frühlingsfestsprüchen wird das Wort für Glück 吉 durch das Bild einer Mandarine ersetzt.

Auch die rotgelbe Farbe (rot = Glück) und die vielen Kerne (viele Geldstücke) mögen zu der Beliebtheit der Mandarine als Glücksbringer in China beitragen.

Die Clementine ist die kleine Tochter

Die Clementine (Citrus aurantium) wurde im Mittelmeer gezüchtet. Sie ist eine Mischung aus Mandarine und Pampelmuse. Sie enthält weniger Kerne. Manche finden sie süßer und saftiger als Mandarinen. Clementinen sind im direkten Vergleich etwas dunkler als Mandarinen.

Interessantes zur Herkunft der Clementine
Die Clementine hat ihren Namen vom Trappistenmönch Frère Clément (Vital Rodier 1839–1904), welcher den Gartenbaubetrieb des Waisenhauses von Misserghin (in der Nähe von Oran in Algerien) leitete und als erster die Clementine entdeckte und wissenschaftlich beschrieb.

Möglicherweise war sie früher schon in China bekannt. Zitat von James Saunt: „Some authorities believe it is virtually identical to the variety known as the Canton mandarin widely grown in Guangxi and Guangdong Provinces in China“.

Als wissenschaftliche Benennung findet man häufig Citrus clementina oder Citrus reticulata ‚Clementine‘. Da es sich aber um eine Kreuzung handelt, die letztlich auf die Arten Mandarine und (über den Zwischenschritt Orange) Pampelmuse zurückgeht, sollte sie Citrus aurantium Clementinen-Gruppe benannt werden. Wikipedia

Apfelsine – der Apfel aus China

Apfel und ApfelsineAls die Orange im 15. Jahrhundert aus Südostasien nach Europa kam, sah sie wie ein Apfel mit einer speziellen rotgelben Farbe aus. So kam es zum Namen Apfelsine, wobei das “sine” für China steht. Auch die Größe der Frucht ist dem Apfel ähnlich.

In anderen Ländern machte man aus dem portugiesischen Laranja die Orange. Das Wort Laranja geht auf das indische Sanskritwort Naranga zurück.

Erst später übertrug sich der Name der Frucht auf die Farbe.

Wegen seiner immergrünen Blätter und den zarten Blüten ist der Baum beliebt in den Gärten rund ums Mittelmeer.

Was ist eine Satsuma?

Die Satsuma (citrus unshiu) ist eine nicht allzusehr Verwandte der Mandarine aus Japan. Die Pflanze ist sehr viel unempfindlicher gegen Kälte.

Der Name Satsuma leitet sich ab von Satsuma, dem früheren Namen eines Territoriums in der heutigen Präfektur Kagoshima im Süden Japans.

Funfact:  Der Name Unshū könnte sich auf die chinesische Region Wenzhou (veraltet auch: Wenchow) beziehen, obwohl die Satsuma früher nur in Japan bekannt war. In den USA heißt sie Satsuma Mandarin, in Großbritannien Satsuma Tangerine oder Satsuma Orange. (Wikipedia)

Was ist eine Kumquat?

Kumquats  (Fortunella) werden gerne als Zwergorangen bezeichnet. Sie sind so klein und haben eine mit dem süßen Inneren festverbundene Schale. Deshalb ist es sinnlos, eine Kumquat schälen zu wollen

Kumquat

Kumquats am Baum

Man isst sie mit Schale! Diese schmeckt süß und aromatisch. Auch die Kerne werden problemlos mitgegessen.

Kumquats sind ein wahres Superfood! Sie stecken voller Vitamine (vor allem Vitamin C, E und B3) und Mineralien (z.B. Eisen und Kalzium) Es heißt sogar, dass so eine kleine Kumquat mehr Vitamin C als eine Orange hat! Quelle: plantura garden

Die Mandarine und die Gesundheit

Wenig Kalorien, kaum Fett und reich an Vitamin C – das macht Zitrusfrüchte zu idealen Bestandteilen einer gesunden Ernährung. Eine Grapefruit oder zwei bis drei Orangen decken den täglichen Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen.

Vitamin C stärkt vor allem das Immunsystem. Der Körper braucht es für den Aufbau von Knochen, Zähnen und Bindegewebe.

Kalium senkt den Blutzuckerspiegel.

Zitrusfrüchte in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Orangen und Mandarinen werden in der TCM als kalte bzw. kühlende Früchte angesehen. Deshalb macht es aus dieser Sicht wenig Sinn, im kalten Winter Zitrusfrüchte zu sich zu nehmen. Diese entziehen dem Körper Energie.

Zitrusfrüchte sind stark kühlend, befeuchtend und sauer.  Der saure Geschmack bewirkt, dass die Körpersäfte innen bleiben und hilft gegen zu viel Schwitzen. Er hält allerdings auch die pathogene Feuchtigkeit im Körper, was gerade bei verschleimter Lunge mit Husten oder Schnupfen sehr ungünstig ist. Quelle: Ernährungsberatung Wien

Mandarine

Natürlich gibt es noch viel mehr Zitrusfrüchte (u.a. die Zitrone, Pampelmuse). Ich beschränke mich hier bewusst auf Mandarine, Apfelsine und deren engsten Verwandte. Es soll ja kein Artikel über Zitrusfrüchte sein.

Mandarin ist nicht nur eine Frucht

Der Mandarin in China – ein hoher Beamter

Die Bezeichnung eines hohen Beamten des chinesischen Kaiserhofs als Mandarin ist relativ jung. Sie wird von dem Malaiischen “Mantari” für Beamter hergeleitet und fand dann über die Portugiesen im 16. Jahrhundert den Weg in einige europäische Sprachen.

In China selbst war es zu dieser Zeit üblich, Beamte bei Hofe mit lǎoye ( 老爷; zu dt. etwa ‚werter Herr‘) anzusprechen. Heute ist die allgemeine Bezeichnung für einen Beamten guān 官.

Chinesische Beamte

Kaiserliche Beamte

Das Mandarin – die chinesische Hochsprache

Ich tue mich etwas schwer mit der Bezeichnung “Mandarin” für die chinesische Sprache. Der Begriff wirkt antiquiert. In China verwendet man das Wort nicht.

Es gibt einige Bezeichnungen, die zum Teil winzige Nuancen betonen.

Mandarin
Chinesisch  Guānhuà (Pinyin 官话) „Beamtensprache“

Die Sprache des Nordens (im Gegensatz zu Kantonesisch und anderen Dialekten in China)
Běifanghuà (北方话 – „Sprache des Nordens“) Nordchinesisch

Allgemein gebräuchlich ist in der Volksrepublik China die Bezeichnung
Putonghua (普通话, pǔtōnghuà) – „allgemeine Sprache“

Pekinger Dialekt ( 北京话, Běijīnghuà) – gesprochen in Peking (Beijing),

Putonghua lehnt sich von der Aussprache stark an Beijinghua an.

Die Mandarinente

Diese wunderschöne Ente ist ein Einwanderer aus Asien. Mit ihrem bunten Gefieder bevölkert sie die Parks in Deutschland, so dass sie fast als Einheimische gilt.Mandarinente

Die Mandarinente  (Aix galericulata) gilt in Asien als stark gefährdet. Es gibt noch wenige Tausend Paare in Nordchina und in Japan.

“Die Mandarinente brütet in Baumhöhlen, die bis zu neun Metern über dem Erdboden liegen. In ihrer natürlichen Umgebung ist sie sehr scheu und hält sich vorwiegend in der dichten Ufervegetation von Flüssen und Seen versteckt. Dabei fliegt sie sehr geschickt durch die Zweige hindurch und klettert mit ihren spitzen Krallen im Geäst der Bäume herum.

Mandarinenten sind sehr kälteunempfindlich. Da sie überdies eine sehr große Ortstreue besitzen, können sie in Mitteleuropa freilebend gehalten werden. Sie suchen ihre Nahrung überwiegend auf dem Land, wobei sie auch große Samen wie Eicheln und Bucheckern unzerkaut verschlucken.” Wikipedia

Links

Anmerkung: Für diesen Artikel habe ich keine eigenen Fotos verwendet, sondern welche von Pixabay und Shutterstock.

Kaki in Peking

Das sind übrigens keine Orangen oder andere Zitrusfrüchte: Das sind Kakifrüchte!

Ulrike

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