Mein Kraft-Ort in Hamburg: Landungsbrücken

Zuletzt aktualisiert vor 4 Wochen

Landungsbrücken Hamburg: Mein Kraftort wenn es mir mal schlecht geht.

Kraftort Landungsbrücken Hamburg

Auf dem Weg zum Glück

Update August 2020

Viel hat sich getan! Mein lieber Vater ist im hohen Alter von 93 Jahren verstorben. Der Corona-Virus lähmt das Leben der Welt. Auch mein Leben hat sich stark verändert. Seit März habe ich keine Job mehr. Beziehungsweise es gab Wochen ohne Beschäftigung. Erst der Lockdown, dann mal ein Auftrag, mal ein Treffen mit Freunden. Jeder Tag bot neue Tiefpunkte, aber auch Höhepunkte.Idylle am Elbstrand

Heute ist der 29.08.2020. In Berlin demonstrieren die Corona-Gegner und Anhänger aller möglichen Verschwörungstheorien. Manchmal bin ich ob der enormen Dummheit, die sich da offenbart, sprachlos, entsetzt, deprimiert.

Heute wollte ich diesen Geschichten entfliehen. Nichts mehr hören von Corona-Leugnern und Impfgegnern. Mich nicht mehr mit einem Ignoranten beschäftigen, der öffentlich dazu aufruft, einen kostbaren alten Tempel im Pergamon zu zerstören, da er den Teufel dort verehrt sieht.

Wie krank ist die Welt?

Schließlich brach ich zu einem Ausflug an meinen Kraftort auf. Ich fuhr zu den Landungsbrücken, stieg auf die Fähre nach Finkenwerder, schnupperte Seeluft am Elbstrand und fand Ruhe bei einem Krabbenbrötchen an Brücke 10.

Erholt und mit neuem Mut kehrte ich nach Hause zurück. Gute Nachricht: Die Demo in Berlin wurde aufgelöst!

Landungsbrücken

Landungsbrücken von der Fähre aus.

Was sind die Landungsbrücken?

Eigentlich heißen sie St. Pauli Landungsbrücken. Auf rund 700m sind die Pontons, an denen einst die großen Überseedampfer anlegten, durch 10 Brücken mit dem Festland verbunden. Heute starten hier Hafenrundfahrten und Fleetfahrten. Der Blick über die Elbe ist beeindrucken! Millionen von Touristen kommen jedes Jahr hierher. Mehr zur Geschichte auf NDR.

Sommer 2018 Erschöpft!

Woher kommt diese Erschöpfung? Mein lieber alter Vater (91) ist seit Mitte März schwer krank. Er isst nicht, er trinkt nicht. Wir befürchten das Schlimmste. Doch dann gibt es Tage, da ist er ganz munter, isst ein wenig und trinkt sein alkoholfreies Bier. Dann ist er ansprechbar. Meine Schwestern und ich haben uns viel Mühe gegeben. Manchmal nimmt er das dankbar an, manchmal schlägt er alle Hilfe von sich.

Vati hat in diesen zwei Monaten 13 kg abgenommen, ich 2kg. Co-krank halt. Ich bin mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem mir alle raten, mehr für mich zu tun, mehr auch an mich zu denken.

Was kann ich denn tun? Auch an diesem schönen langen Pfingstwochenende waren meine Aktivitäten auf Wäsche waschen, Vati besuchen und auf der Couch mich “erholen” und Fernsehen beschränkt. Nein! So geht es nicht weiter!

Heute am frühen Morgen erinnerte ich mich daran, dass ich mal gesagt hatte, wenn gar nichts mehr geht, dann finde ich an den Landungsbrücken Hamburg mit Blick auf die Elbe und auf die Schiffe meine innere Ruhe wieder.

Also griff ich mir um 8:00 Uhr meinen Fotoapparat und los ging’s!

Landungsbrücken Hamburg

Landungsbrücken

Ach, wie herrlich, so früh an einem Feiertag unterwegs zu sein! Die Luft noch frisch, der Verkehrslärm noch irgendwie weit entfernt!

Vor 10:00 Uhr kann man an den Landungsbrücken noch nichts tun. Doch die Fähren nach Finkenwerder fahren schon. Herrlich! Milder Seewind! Morgensonne! Wenig Touris an Bord! Optimale Aussicht vom Oberdeck! Eine Stunde beschauliche Fahrt an den Docks und am Containerhafen vorbei. Blick auf den Hafen

Als ich zurück war, war mein nächstes Ziel Brücke 10. Dort gibt es die besten Fischbrötchen an den Landungsbrücken Hamburg! Davon hatte ich geträumt!

Frischbrötchen an den Landungsbrücken

Brücke 10

Mein Frühstück bestand aus einem kühlen Bier und einem sündhaft teuren Krabbenbrötchen. Das musste einfach mal sein! Was für ein Genuss!

Langsam kamen mehr und mehr Touris. Ich konnte in aller Ruhe meiner Lieblingsbeschäftigung auf Reisen nachgehen: Leute gucken.Hamburg Hafen

Schließlich machte ich mich auf den Rückweg. Was für ein schöner Vormittag! Jetzt gerade genieße ich auf meinem Balkon einen wunderschönen Sonnenuntergang bei einem kühlen Glas Wein.

Was macht Ihr so, wenn es Euch schlecht geht?

Links

Hafengeburtstag 2014 Segelschiff

Ulrike
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22 Kommentare

  • Danke für Deine lieben Worte!

  • Liebe Ulrike,

    mein herzliches Beileid zum Tod deines Vaters.
    Gut, dass du deinen Kraft-Ort kennst und ihn zu nutzen weißt. 🙂
    Freu dich an schönen Dingen in der Welt und lass dir nicht von Menschen mit schlechten Gedanken und schlechtem Benehmen die Laune verderben. Dafür ist dein Leben zu kostbar.

    Viele Grüße sendet dir
    Christoph

  • Hallo Claudia,
    mit dem Begriff “schön” für den Hamburger Hafen habe ich so meine Schwierigkeiten. Es ist reine Industrie. Aber mir gefällt das Leben auf und an der Elbe.
    LG
    Ulrike

  • Claudia

    Hamburg und der Hafen sind einfach einmalig schön. Ich nehme im Sommer gerne die Fähre zu den Landungsbrücken 🙂
    Liebe Grüße Claudia

  • Ich komme mit!
    Und freue mich auch schon auf deinen Besuch!
    LG
    Ulrike

  • Freu mich schon auf Anfang August, dann werde ich mir so ne Fahrt auch mal wieder antun :-)))

  • Danke! Wenn ich sehe, wie Du Dein schicksal mit Würde und Humor nimmst, dann frage ich mich manchmal, warum ich eigentlich jammere.
    Dir auch alles Gute!
    Ulrike

  • Oh, Theaterbesuche! Auch ne gute idee! Bei mir sind es dann eher Museen… Danke!

  • Ja, ich hoffe auch, dass es uns bald besser geht. Danke

  • Du hast genau das Richtige getan, liebe Ulrike – rausgehen, sich ablenken, auf andere Gedanken kommen…
    Alles Gute und Liebe dir und deinem Vater. <3

  • Martina

    Ich weiß, wie schwer solche Zeiten sind und wünsche Dir alles Gute und weiterhin viel Kraft. Es ist auf jeden Fall absolut richtig und wichtig, sich immer wieder Auszeiten zu nehmen, um für sich selbst und den zu pflegenden Menschen wieder Kraft zu schöpfen. Bei mir helfen Theaterbesuche in solchen Zeiten. Das sind meine Auszeit-Inseln.

  • Tu auf jeden Fall auch solche Dinge nur für dich. Wenn es dir besser geht, wird auch dein Vater profitieren. Ich wünsche dir und ihm alles Gute!

  • Danke, Thomas!
    Eure Zoo-Berichte sind für mich auch immer kleine Fluchten.
    LG
    Ulrike

  • Danke! Ich will das nun öfter machen!
    LG
    Ulrike

  • Danke, liebe Michèle!
    Ich werde mich jetzt mehr auf kleine Auszeiten konzentrieren. Das Wetter ist viel zu schön zum Fernsehen! Plane sogar schon wieder einen Wochenendausflug…
    LG
    Ulrike

  • Moin Linni!
    In Peking ist mein Kraft-Ort immer die Verbotene Stadt gewesen. Jetzt nicht mehr so sehr, zu voll. Aber der Beihai Park eignet sich sehr gut. Da gibt es so viele schöne, und auch ruhige Ecken zu entdecken
    LG
    Ulrike

  • Ja, Du hast recht! Um das Meditieren bemühe ich mich sehr.
    DankE!

  • Ja, man muss was für sich tun. Gerade dann, wenn man denkt “aber ich hab doch gerade keine Zeit”. Da fällt mir immer der Spruch ein, dass man jeden Tag 20min meditieren sollte – außer man ist zu beschäftigt, dann sollte man eine Stunde meditieren.
    Das ist auf fast alles übertragbar, der Grundgedanke bleibt: Wenn du am wenigsten Zeit für dich hast, brauchst du sie am dringendsten.

  • Liebe Ulrike,

    es tut mir sehr leid zu hören, dass es Deinem Vater so schlecht geht. Ich wünsche Dir viel Kraft und dass es Dir gelingt, die Erschöpfung nicht zum Dauerzustand werden zu lassen. Und natürlich auch alle guten Wünsche für Deinen Vater.

    Eine prima Idee, an den Landungsbrücken Kraft zu tanken. Das war und ist mein absoluter Lieblingsort in Hamburg, genau der richtige Platz zum Abschalten und Auftanken.

    So einen Hafen habe ich hier nicht, aber eine Stunde auf dem Beihai herumzuschippern, dabei kann ich gut auftanken.

    Fühl Dich gedrückt – LG Linni

  • Liebe Ulrike,

    es tut mir leid zu hören, dass es deinem Vater so schlecht geht. Und auch, dass seine Erkrankung für dich natürlich sehr kraftzehrend und erschöpfend ist. Man möchte alles tun und hofft, dass es nicht zum Schlimmsten kommt, doch die Wochen in einer solchen Situation zehren sehr.
    Ich habe mich daher umso mehr gefreut, dass du dich zu einem Ausflug aufgemacht hast und ihn genießen konntest. Diese Ablenkungen und Auszeiten sind wirklich wichtig – auch wenn man sich manchmal kaum noch dazu aufraffen kann! Im Nachhinein weiß man immer, es hat gutgetan.
    Damit, dass man ununterbrochen für eine kranken Menschen da ist, hilft man nicht besser oder mehr. Irgendwann kippt das Ganze und der eigentlich noch Gesunde kann nicht mehr – wie er eigentlich beabsichtigt – eine positive Wende für den Kranken herbeiführen, sondern er wird selbst krank.
    Ich habe ja eine nicht ganz unähnliche Situation und muss auch sehr aufpassen, dass ich gegensteuere.

    Deinem Papa alles Gute! Ich hoffe, sein Zustand bessert sich – und dir weiterhin viel Kraft und eine Art innere Bremse, die immer dann aktiv wird, wenn es wieder zu viel wird.

    LG Michèle

  • Liebe Ulrike,
    das war das Beste, was Du machen konntest. Einfach mal rausgehen, abschalten und an etwas anderes denken.

    Alles Liebe
    Renate

  • Thomas

    Hallo Ulrike,

    solche Momente, um in so einer schwierigen Situation Kraft zu tanken, sind Gold wert. Die musst Du Dir zwischenzeitlich einfach nehmen. Es hilft Deinem Vater ja auch nicht, wenn Du selbst zusammenklapst.

    Mitfühlende Grüße, denn sowas kennen wir zu genüge,

    Thomas

Ich freue mich über Deinen Kommentar!