Die Taklamakan-Wüste

Die Fahrt durch die Taklamakan-Wüste kann ziemlich eintönig und anstrengend sein. Doch es bieten sich immer wieder interessante Ausblicke. Fotomotive ohne Ende! Auf zwei Touren (1992 von Kashgar nach Turfan und 2007 von Turfan nach Kashgar) habe ich einen intensiven Eindruck von dieser fantastischen Landschaft gewonnen, Lastwagen auf einer Piste in der Taklamakan - Wüste

Wikipedia:

Die Taklamakan-Wüste (auch Takla Makan, chinesisch 塔克拉瑪干沙漠 / 塔克拉玛干沙漠, Pinyin Tǎkèlāmǎgān Shāmò oder Taklimakan Shamo, Uighur: Täklimakan Toghraqliri) ist nach der Rub al-Chali (Anmerkung: Die Rub al-Chali befindet sich im unteren Drittel der Arabischen Halbinsel) die zweitgrößte Sandwüste der Erde. Sie erstreckt sich in Zentralasien im nordwestchinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang durch den westlichen Teil des Tarim-Beckens bis zu der Straße 218. Die Gesamtfläche der Taklamakn-Wüste beträgt 228.990 km² .

Weiter schreibt Wikipedia, dass der Name “Taklamakan” nicht, wie oft zitiert, “Wüste ohne Wiederkehr” bedeutet, sondern “Land der Pappeln”. Hier könnt Ihr den ausführlichen Artikel auf Wikipedia selbst lesen: Wikipedia

Der tiefste Punkt Chinas liegt in der Taklamakan-Wüste in der Nähe von Turfan: Dort gibt es eine Senke, die 154m unter der Meeresoberfläche liegt.

Die Taklamakan-Wüste ist extrem trocken. Wasser kommt in die Oasen hauptsächlich von den sie umgebenden Gebirgen wie dem Tianshan. Die Temperaturen können extrem schwanken. Von tagsüber 60°C bis zu nachts – 10°C. Das ist natürlich eine große Belastung für die Bevölkerung. Manch eine Expedition hat darunter sehr gelitten.

Taklamakan Wüste

Die Schlucht mit angewehtem Sand aus der Taklamakan-Wüste 2007

Der Schwarze Sandsturm Kara Buran

Ich habe einen kurzen Sandsturm erlebt, als ich 1992 am Rande der Taklamakan-Wüste unterwegs war. Er hielt nur eine halbe Stunde an. Unheimlich rüttelte der Sturm an unserem Bus. Der Himmel verdunkelte sich. Dicke Hagelkörner prasselten auf das Dach. Da musste der Bus anhalten.

Diese Sandstürme kommen meistens zwischen Februar und Juni vor. Sie haben auch heute noch sehr viel Macht. Als ich 2007 von Turfan nach Kashgar unterwegs war, konnte mein Nachtzug nicht fahren. Der Sturm hatte einen ganzen Güterzug von den Schienen gefegt. Ich nahm den Bus, der immer noch gut durchgerüttelt wurde. Der Kara Buran hat schon viel Unglück angerichtet. Man erzählt sich, dass er eine ganze kaiserliche Armee unter meterhohen Sanddünen begraben hat. Es soll vorkommen, dass der Sand bis nach Peking oder sogar bis in die Alpen getrieben wird.

Tianshan - Taklamakan

Pappeln am Rande der Wüste. Im Hintergrund das Tianshan Gebirge

Und meine Eindrücke? Wie ich die Wüste 1992 bei einer 3-tägigen Busfahrt erlebt habe, seht Ihr hier. 2007 war ich noch einmal in der Taklamakan-Wüste. Diesmal mit einem komfortablen Reisebus. Doch die Wüste präsentierte sich wieder abweisend.

Einen schweren Sandsturm, der einen ganzen Zug von den Schienen fegte, hatten wir nur um zwei Tage verpasst. Glück gehabt! Doch der Sand lag wie ein dünner Nebel in der Luft. Alles schien nur eine einzige Farbe zu haben: Wüstenbeige. Die Kamele waren kaum von der sie umgebenden Landschaft zu unterscheiden. Die Häuser der Oasen waren lehmgelb, die Straßen teilweise staubige Pisten. Einen Farbtupfer boten die Uigurischen Pappeln mit ihrem dunklen Grün und die bunten Märkte der Oasendörfer unterwegs.

Turfan Kucha

Die Luft ist immer noch voller Sand nach dem Sturm

Mittlerweile erleichtern moderne Highways und sogar eine Bahnstrecke die Reise entlang der Taklamakan-Wüste. Die Städte Korla, Kucha und Aksu sind riesig und modern. Viele Hochhäuser. Zwischendurch findet man aber immer noch die Oasendörfer, in denen sich die gelben Lehmhäuser unter den Pappeln ducken.Dorf am Rand der Taklamakan-Wüste

Die Bahnstrecke von Kashgar nach Urumqi und Turfan wurde intensiv ausgebaut. Heute braucht der Zug für die knapp 1.400 Kilometer nur noch rund 15 Stunden. Das ist ein gewaltiger Fortschritt zu 1991, als ich drei Tage Busfahrt ertragen musste.

Ein guter Ausgangspunkt für Exkursionen in die Wüste ist Turfan. Diese Oasenstadt bietet alles: Eine uralte Moschee, beeindruckende Ruinenstädte, Buddha-Grotten und lebhafte bunte Märkte. mehr

Tausenbuddha-Grotten rund um die Taklamakan-Wüste

Vor rund 1.600 Jahren, als die Karawanen der Seidenstraße am Rand der Wüste entlang zogen, brachten sie nicht nur Seide und Gewürze mit sich, sondern auch viele religiöse und philosophische Lehren. Ganz besonders deutlich sieht man das in den berühmten Tausendbuddha-Grotten von Kizil und Bezeklik. Auch die berühmten Grotten von Mogao bei Dunhuang gehören dazu. In ihren wunderbaren bunten Fresken spiegeln sich Zeiten und Völker wider. Bärtige Gesichter, fremde Trachten, seltsame Geschichten erzählen von einer anderen Zeit.

Impressionen von 2007Taklamakan-Wüste 2007Taklamakan 2007Taklamakan 2007Taklamakan 2007Oase am Rand der WüsteAm Rande der Wüste

Zu den zauberhaften Türen von Kucha führt Euch dieser Beitrag: Kucha

Zu den Tausendbuddha-Grotten von Kizil: Kizil

Übrigens: Der größte Teil der Taklamakan-Wüste sieht zwischen Kashgar und Turfan so aus: flach und steinig! Wenn Du Sanddünen suchst, dann musst Du nach Dunhuang gehen, also in den Osten der Wüste.

Dünen bei Dunhuang

Mondsichelsee bei Dunhuang (c) Jin Yong

Ulrike

Autorin, Jahrgang 1955. Mehr als 30 Jahre Reisen in China und Asien. China-Expertin bei feel China. Lasst Euch von meinen Erfahrungen inspirieren! Nicht nur über China!
Weitere Themen: Museen, Hamburg, Hannover, Rom, Paris, London u.v.m.
Ulrike

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