Die Blauelster

Beim Betreten so manches Uni-Campus‘ in China wird man von den lärmenden Scharen der Blauelster begrüßt. Schon die Stimme verrät sie: Sie sind Verwandte der in Deutschland besser bekannten schwarz-weißen Elster (pica pica). In China kommt diese auch vor und wird dort als „Glücksbotin“ verehrt.

Blauelster im Park
Blauelstern in einem Park in Xuzhou

Die Blauelster – Cyanopica cyana  

灰喜鹊 •  huīxǐquè = grau + Elster

Der markante Vogel wird bis zu 38cm lang. Flügel und Schwanz sind strahlendblau und geben der Blauelster ihren Namen. Der Körper selbst ist mit braunbeigen Federn bedeckt. Einen frechen Akzent bildet die schwarze Kappe

Mir sind die Blauelstern besonders ans Herz gewachsen. Blauelstern gehören in Peking zu den häufigsten Vögel und sind doch wenig beachtet. Sie leben und ernähren sich ähnlich wie alle Elstern, also in kleinen Gruppen als Allesfresser. In der Pekinger Sprachen-Universität waren sie ein alltäglicher Anblick. Wie erfreut war ich doch, als ich ein Pärchen dieser schönen Vögel im Vogelpark Walsrode wiedersah! Und Erstaunliches erfuhr:

Eine Besonderheit hebt die Blauelster von ihren Verwandten ab: Außer der großen Verbreitung in China und Ostasien findet man sie auch in Südspanien und Portugal. Die Spekulation, dass der Vogel von frühen Seefahrern aus China mitgebracht wurde, wurde nicht bestätigt.

Da sich die „Portugiesen“ von den „Chinesen“ genetisch so unterscheiden, dass man fast von einer eigenen Art spricht, vermuten Wissenschaftler, dass es vor einigen zehntausend Jahren eine durchgehende Population von Europa bis China gegeben hat, die durch das Vordringen der Gletscher während der letzten Eiszeit unterbrochen wurde.

Die Populationen in Südeuropa und Ostasien entwickelten sich nach der Trennung unabhängig voneinander. Man hat in einer Höhle auf Gibraltar Knochen von Blauelstern gefunden, die rund 44.000 Jahre alt sind. Damit ist die Seefahrer-Theorie widerlegt.

Bei meiner China-Reise 2017 entdeckte ich zu meiner Freude eine Schar dieser schönen Vögel in einem Park in Xuzhou. Ich habe mich auf eine Bank gesetzt und den Sonnenschein genossen. Dabei unterhielten mich die Blauelstern mit ihrem Gehüpfe zwei Meter entfernt. Auch gelang es mir, endlich ein eigenes Foto zu machen.

Die Blauelstern ernähren sich vorzugsweise von Insekten. Manchmal ergänzen Eicheln und Samen das Futter.

Die Blauelster gehört nicht zu den bedrohten Arten.

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Dieser Artikel erschien zuerst 2014

Ulrike
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7 Kommentare

  • Danke. Heute gibt es in der China Daily einen ausführlichen Bericht, wie das mit den Wildtieren und den neuen Schutzgesetzen gehalten wird. Mit einigen großartigen Fotos! https://www.chinadaily.com.cn/a/202002/21/WS5e4f8c8fa310128217279577_1.html
    Und: Blauelstern werden wirklich nicht gegessen.
    LG
    Ulrike

  • Edelbert

    das mit der eiszeit ist wohl richtig was nicht bedeutet das die port. kolonialpluenderer nicht auch blauelstern in ihr heimatland gebracht haben. uebrigens – meine frage “essen die chinesen auch blauelstern” hatte keinen rassistischen hintergedanken – war entstanden aus den aktuellen berichten ueber den coronavirus der angeblich aus einem tiermarkt stammen soll auf dem alles moegliche?! getier als menschliche nahrung angeboten wurde.

  • Das hört sich ja nicht gut an! Blauelstern gibt es in Portugal schon
    sehr lange. Die einen sagen, dass es sie dort seit der letzten Eiszeit gibt. Andere meinen, dass sie im 16. Jahrhundert von portugiesischen Seefahrern eingeschleppt wurden. Chinesen essen keine Blauelstern.

  • Edelbert

    Betrifft: Blauelstern
    Wohnen in Portugal, einsam in einem Stein-/Korkeichenwald, und haben einen kleinen Nutzgarten. Die Blauelstern tauchten vor ca 10 Jahren bei uns auf, blieben, und sie umschwirren, in Gruppen, krächzend fast täglich unser Haus. Seit die Blauestern da sind gibt es kaum noch kleinere Singvögel – Ursache ???? Ferner werden alle Fruchtbäume in der Reifezeit geplündert – als Schutz helfen nur geschlossene Netze. Mittlerweile nerven die Blauelstern sehr – unser freilaufender Hund verbellt die Blauestern nur wenn sie seinen Fressnapf plündern wollen. Als ich vor Jahren die ersten Blauelstern bei uns sah haben sie mir sehr gefallen – mittlerweile wäre ich froh wenn sie wieder verschwinden würden – habe schon alle möglichen Vergrämungsversuche gemacht – alles hatte keine Dauerwirkung.
    “Unsere” Blauelstern sind unsere Nahrungskonkurrenten – das ist ein andere Nummer als wenn man die Vögel in einer chinesischen Urbanisierung in einer Muse Stunde beobachten kann/darf. Frage: essen die Chinesen auch Blauelstern?

  • Die sind ja hübsch! 🙂

  • bambooblog

    In Peking gab es die wirklich oft, vor allem auf dem Universitätsgelände

  • Schöne Vögel! Ich glaube, in Nanjing ist mir auch schon mal eine begegnet (wusste damals aber nicht, was das für eine Art ist – danke für die Aufklärung).

Ich freue mich auf Deinen Kommentar!