Unfreiwillige Blogoptimierung

Ein Rückblick auf 10 Jahre Blog Schreiben und Blogoptimierung

Seit 2011 schreibe ich einen Blog, zunächst für meinen Chef und seit 2013 für mich, 2014 dann auch selbst gehostet. Seitdem habe ich viele Höhen und Tiefen erlebt.

Ulrike schreibt einen Blog bei Blogoptimierung
Ulrike – die Reisebloggerin bei der Blogoptimierung unterwegs.

Ich muss mich einfach mal darüber auslassen, wieviel Mühe ein solcher Blog macht, vor allem wenn man ein problematisches Thema (China) gewählt hat und es nicht nur ein hübscher, bunter Reiseblog ist.

Wieviel Arbeit darin steckt, wieviel Auf und Abs. Aber keine Bange, ich schreibe auch darüber, wieviel Freude es mir macht, wie ich neue, gute Freunde gefunden habe, welche Erfolge ich bereits gehabt habe.

Und warum „unfreiwillige“ Blogoptimierung? Weil ich das meiste nicht machen würde, wenn ich nicht meine Naivität in bezug auf meinen Blog verloren hätte, wenn mich die Leserzahlen nicht interessieren würden.

Kein Ratgeber zur Blogoptimierung

Dies soll kein Ratgeber dafür sein, wie man seinen Blog optimiert. Ich will nur einen Rückblick darauf werfen, wie sich mein Blog über die Jahre entwickelte. War die Blogoptimierung anfangs kein Thema für mich, so wurde sie über die Jahre immer wichtiger.

Zunächst schrieb ich einfach drauflos, freute mich, wenn tatsächlich Leser meine Blog fanden. Blogoptimierung fand kaum statt. Gute Ratschläge lehnte ich sogar ab.

Ich sollte wegen der Leser, die meinen Blog mit dem Handy lesen, kürzere Absätze schreiben?! Mein Handy hatte ich nur zum Telefonieren, sollten die Leute doch einen Computer benutzen! So arrogant war ich.

Listen und Aufzählungen bringen Klicks? Na und? Ich hasste Listen. Meine Artikel waren inhaltlich gut, optimal recherchiert und gaben meine individuellen Ansichten wieder. Aber das reichte nicht!

2018/19 war meine beste Zeit, jeden Monat über 20.000 Leser. Das ging so lange gut, wie China ein gefragtes Reiseland war. Dann brach es wieder ein und mit Corona gab es fast gar keine Leser mehr. Niemand wollte mehr nach China. Doch langsam erholt sich der Traffic, bin schon wieder bei knapp 10.000 Lesern.

Nur der Ukraine-Krieg scheint mich wieder Leser zu kosten. Wer hat zu diesen Lust, sich durch das Lesen eines banalen Blogs zu amüsieren? Ironie off.

Blogroll, Blogoptimierung

Ständig. STÄNDIG!

Google ändert seinen Algorythmus so ungefähr alle halbe Jahre, man kommt kaum hinterher. Was gestern noch gut war, ist heute nicht mehr interessant. Also muss ständig nachgebessert werden. Wenn ich will und Zeit habe.

Wenn ich meinen Blog ernst nehme.

Handy

Zuerst musste ich mich daran gewöhnen, dass ich Leser habe, die meinen Blog auf dem Handy lesen. Ich würde das ja niemals tun. Das Handy ist für mich eigentlich nur zum Telefonieren da. Aber Google Analytics sagt, dass mehr als 50% meiner Leser darüber auf meinen Blog kommen.

Also hieß Blogoptimierung erstmal meine Artikel mobilphone-gerecht zu machen.

Das bedeutete

  • Kürzere Absätze
  • Ein Inhaltsverzeichnis schaffen

Das ist eigentlich nicht so schwierig. Bei damals ungefähr 400 Artikel hielt sich das in Grenzen. Das Inhaltsverzeichnis konnte ich sogar mit einem Plugin für alle Artikel gleichzeitig schaffen. Doch nun stimmten bei einigen die verschieden Ebenen nicht mehr. Hölle! Alle Artikel noch einmal prüfen!!!

Mittlerweile sind es mehr 65% , die per Handy auf meinen Blog kommen. Ein Grund mehr, den Blog dafür zu optimieren!

Gutenberg-Editor

Bei späteren Artikel nahm ich natürlich Rücksicht darauf. Doch dann kam der Gutenberg-Editor! Nach einiger Zeit, in der ich mich noch zierte und dem Editor mit seinen Blöcken die Gefolgschaft verweigerte, sah ich endlich doch die Vorteile. Aber das bedeutete auch, rund 700 Artikel (so viele waren es mittlerweile!) neu anzufassen.

„Automatisch“ ging teilweise, aber der gute Onkel Gutenberg brachte auch einiges durcheinander. Fehlende oder falsche Bildabmessungen oder die falsche Einordnung der Bilder (zum Beispiel nicht als Bild sondern als Überschrift) machten mir das Leben schwer. Heute noch finde ich Artikel, die diesen Fehler enthalten.

Fotos und die Alt-Texte

Äh, ja, das habe ich am Anfang nicht gewusst und es war mir auch ziemlich egal, dass man im Hintergrund eine vernünftige Bildbeschreibung liefern sollte, mit dem Keyword! Denn auch das wirkt sich auf das Google Ranking aus!

Und ich hasse es, sozusagen unsichtbare Texte zu schreiben. Aber ich sah es ein, dass für Blinde solche Texte wichtig sind, um wenigsten ein wenig davon mitzukriegen, was auf dem Foto dargestellt ist. Naja, auch wenn ich sicher nicht viele sehbehinderte Leser habe, hab ich mich um eine Blogoptmierung in dieser Hinsicht bemüht. Aber da ist noch sehr viel Luft nach oben!

Listen, Überschriften

Ich habe ja schon gesagt, dass ich Listen nicht mag. Aber manchmal sind sie ganz praktisch.

Schlimmer ist meine Schwäche im Schreiben von interessanten Überschriften. Erstens kann ich es einfach nicht. Ich habe schon Seminare für gute Überschriften gemacht und habe von den guten Ratschläge so gut wie gar nichts behalten.

Darüberhinaus meide ich nach Möglichkeit Überschriften, die Wörter wie „Geheimtip“, „sensationell“, „einmalig“ u.ä. enthalten. Diese führen anscheinend zu vielen Klicks. Ich habe es auch mal ausprobiert und es hat auch gewirkt. Aber mein Stolz bewahrt mich davor, solch billige Methoden des ClickBaits zu verwenden.

Meta-Beschreibung

Mit den Meta-Beschreibung soll der Artikel bei Google angeteasert werden, wenn sie überhaupt erscheint und Google sich nicht für einen kurzen Abschnitt aus dem Artikel entscheidet. Nach welchen Kriterien das passiert, ist mir schleierhaft. Also vernachlässige ich dies mehr oder weniger. Ich mache es nur noch, weil es für ein „grün“ bei der Yoast Suchmaschinen-Optimierung sorgt.

Bei den zugehörigen Fotos musste ich zudem erstmal lernen, dass es Sinn macht, eines zu nehmen, das nicht unbedingt schön ist, sondern das in erster Linie auf einer kleinen Fläche leicht zu erkennen ist. Also kein Wimmelbild, auf dem das Thema untergeht. Die bereits benutzten Fotos zu prüfen und austauschen ist ein längerer und ständiger Prozess.

Der tägliche Mafan

Mafan ist das chinesische Wort für den (täglichen) Ärger, den so ein Blog macht. Zum Beispiel finde ich auch nach Jahren hin und wieder Rechtschreibfehler. Oder mir gefällt eine Formulierung nicht mehr.

Immer wieder stoße ich auf Artikel, die nicht ausreichend intern verlinkt sind. Es kommen mit jedem Artikel neue Links hinzu. Darum muss ich mich kümmern.

Auch kann ich jetzt durch den Gutenberg-Editor relativ einfach die Textgrößen ändern. Das hat dazu geführt, dass ich meine Artikel zum LieblingsChinesisch nach und nach ändere. Vorher hatte ich die chinesischen Schriftzeichen immer als Foto, um sie größer darzustellen, eingesetzt.

Kleiner Tipp am Rande: Ich hatte am Anfang meine URL so angelegt, dass das Datum enthalten war. Das stellte sich als äussert umständlich heraus bei z.B. Neuveröffentlichung wegen Aktualisierung. Jedes Mal musste ich eine Weiterleitung einrichten. Nun habe ich das nicht mehr! Das ist eine große Erleichterung.

Socialmedia

Zum täglichen Wahnsinn bei der Arbeit mit und an meinem Blog kommt noch das Theater mit den Socialmedia hinzu. Facebook, Instagram, Pinterest, Twitter und mehr warten darauf, dass ich sie jeden Tag füttere.

Sie scheinen wie eine Meute wilder Tiger auf mich zu lauern und ihr tägliches Futter zu verlangen. Und wenn ich mich nicht drauf einlasse, drohen sie mir mit Liebesentzug, d.h. weniger oder gar keine Leser von ihnen. Ich habe es verschiedenlich versucht, sie zufrieden zu stellen. Mit wechseldem Erfolg.

Ich setze auf die Suchmaschinen, von denen sowieso die meisten Leser kommen. Ausser auf Facebook poste ich nirgendwo regelmäßig. Ich habe keine Lust, banale Instagram-Fotos zu posten oder mir mit Pinterest Mühe zu geben. Die Leser, die daher kommen, kann ich im Monat an einer Hand ablesen. Mehr würden enormen Aufwand bedeuten.

Ich bin auch der Meinung, dass zu häufiges Posten, vor allem Wiederholungen, den Leser eher abschrecken.

Was steht noch an?

Seit einiger Zeit überlege ich, das Design für meinen Bambooblog zu ändern. Leichter und graphischer soll es aussehen. Aber ich scheue die Arbeit, die da auf mich zukommt. Auch weiss ich noch nicht, wie das genau aussehen soll. Habt Ihr eine Idee?

In der Zwischenzeit warte ich auf Inspiration und vielleicht entsprechende Vorbilder.

Die guten Seiten

Warum mache ich das alles, wenn es doch soviel Mühe macht?

Weil ich es liebe!

Ja, ich schreibe nicht nur gerne, ich liebe auch das ganze Drumherum. Die Statistiken, die Keyword-Reserche, das ständige Suchen nach Blogoptimierung.

Jetzt, wo ich in Rente bin, habe ich endlich die Zeit dafür. Ich kann mich intensiv drum kümmern. Es ist sozusagen meine Arbeit. Wobei ich mich immer noch weigere, das „Arbeit“ zu nennen. Aber gewöhnlich verbringe ich mit Artikel schreiben und Blogoptierung zwei bis sechs Stunden am Tag, auch am Wochenende oder im Urlaub. Das geht natürlich erst, seit ich Rentnerin bin.

Im Urlaub ist es mehr Tagebuch Schreiben als Blogoptimierung. Aber auch die Recherche nimmt dann einen großen Platz ein.

Es sind mittlerweile fast 900 Artikel. Und da muss ich immer wieder entscheiden, ob der eine oder andere Artikel rausfliegt oder überarbeitet werden muss. Das wird mit zunehmenden Alter meines Blogs mehr. Deshalb erhöht sich die Gesamtanzahl der Artikel nur langsam.

Noch eines darf nicht unerwähnt bleiben: Durch meine Blog habe ich viele interessante Menschen (und deren Blogs) kennengelernt. Einige habe ich im realen Leben getroffen und zwei sind mir gute Freunde geworden.

Ich liebe die Auseinandersetzung, die Diskussion mit Menschen, die Anregungen, die auch schon zu Artikelthemen geführt haben. Herzlichen Dank an dieser Stelle für Eure Anregungen, Euren Zuspruch und kritischen Kommentare.

Wie gesagt, es ist viel Arbeit. Vielleicht mache ich mir auch zuviel Arbeit. So lange es mir aber Spass macht und ich hin und wieder einen anerkennenden Kommentar erlebe, werde ich weiterschreiben.

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11 Kommentare

  • Liebe Sonja,
    Viel Spass mit Deinem Blog!Danke für Deine lieben Worte! Hoffen wir mal, dass das dieses Jahr noch etwas mit China wird. Und dass der Krieg bald vorbei ist.
    Liebe Grüße
    Ulrike

  • Liebe Ulrike,
    Deinen Artikel habe ich mit einem amusänten Lächeln gelesen. Du hast den Mafan (ein schönes Wort) sehr gut wiedergegeben. Ich lehne den Gutenberg-Editor noch immer ab, habe kürzlich erst das Datum aus der URL genommen (da wurde ich dann doch nostalgisch) und versuche überhaupt erst mal in Richtung 10.000 Leser:innen zu kommen. Meinen Stolz habe ich mittlerweile abgelehnt und greife auch zu „Geheimtipps“ und Nummerierungen. Naja.
    Aber es macht einfach Spaß ständig Lernen zu können.
    Als China-Expertin hast Du es aktuell vielleicht etwas schwer, allerdings kommen Neugierde und die Suche nach wertvollen Tipps ganz bald wieder zurück. Und dann ist Dein Blog auf den Sturm an Zugriffen bestens vorbereitet. 🙂
    Viele Grüße
    Sonja

  • Nemorino

    Bisher habe ich den Block-Editor aka Gutenberg noch gar nicht eingesetzt. Vorläufig genügt mir die Classic-Editor.

  • Das ist wohl wahr!
    LG
    Ulrike

  • Liebe Dagmar,
    es immer ein trotzdem dabei. Auch wenn ich die Statistiken liebe. Ic wünsche Dir viel Spass beim Optimieren.
    LG
    Ulrike

  • Das Bloggen an sich ist ja auch ein Lernprozess gewesen. Ich blogge seit 2009 und was sich in dieser Zeit geändert hat, ist schon unglaublich. Wenn man diese Entwicklungen nicht ernst nimmt und alles schleifen lässt, hat man letztendlich keine Freude an seinem Blog.
    LG
    Sabiene

  • Liebe Ulrike, du sprichst mir aus dem Herzen mit deinem Beitrag. Dad Bloggen macht mir trotz det Arbeit Spaß, optimieren hab ich jetzt angefangen. Im Sommer beende ich meine Festanstellung, dann widme ich mich verstärkt dem Tema.
    Liebe Grüße aus dem Schwarzwald
    Dagmar

  • Liebe Gaby, das Social-MediaDilemma kenn ich auch. Spätesten als ich gelesen habe, ich müsse pro Tag (!) 20mal auf Instagram posten, um eingermaßen erfolgreich zu sein, habe ich das aufgegeben. Ich poste jetzt nur noch sporadisch auf SM. Nur Facebook füttere ich regelmässig. Aber auch daher kommen in der Regel nicht mehr als 30 Klicks am Tag. Also gleibt Google. Und der Spass am Bloggen
    LG
    Ulrike

  • Ich verstehe Dich. Aber es gibt kleine Verbesserungen, die Du selbst machen kannst. Schau Dir mal die Vorschläge an, die Pagespeed macht. Es wäre schade , wenn du nicht mehr weiter machen würdest! Man kann ja auch wieder nach Thailand. Da müssten die Zahlen wieder nach oben gehen.
    Liebe Grüße
    Ulrike

  • Liebe Ulrike – ich kann das alles so gut nachfühlen 😉 Mit der Blogoptimierung habe ich mich ja abgefunden (ja, ich möchte meine mühsam erstellten Inhalte gerne gut bei Google platzieren) – was mich grämt, ist das „Auf 13 Social-Media-Hochzeiten“ tanzen müssen. Da habe ich mich noch nicht entschieden, ob ich die Reißeine ziehe…

  • Hallo Ulrike,

    ich bewundere Deine Kraft weiter den Blog zu schreiben und zu optimieren! Ich habe dank Google langsam die Lust verloren! Diese ewigen Änderungen und der WEG GEHT NUR NACH UNTEN!
    Das nur weil Google der Meinung ist meine Seite sei zu langsam! Klar könnte man zu einem neuen Provider umziehen – nur wer bezahlt den ganzen Müll? Hinterrücks wird man gezwungen Werbung bei Google und FB zu schalten oder andere Menschen damit zu beauftragen – natürlich nicht umsonst – zu korrigieren.
    Ich bin am überlegen ob ich ganz aufhöre denn wenn man nur die Kosten einspielen möchte reichen die spärlichen Einnahmen noch nie! Rechnet man die Zeiten für die Recherche, Bilderstellung und Bearbeitung, das schreiben und die Blogbearbeitung wird der Aufwand so groß das es keinen Spaß mehr macht!
    Mal sehen was ich machen werde wenn ich wieder in Deutschland bin!

Ich freue mich auf Deinen Kommentar!