Terrakotta Armee in Xi’an – Magie des Kaisers

Zuletzt aktualisiert vor 10 Stunden

Terrakotta-Armee = 兵马俑 bīng mǎyǒng = Krieger + Pferd + Figur

Die Terrakotta Armee in Xi’an gilt als Achtes Weltwunder. Geschichte und Größe der Tonarmee und ihrer Ausgrabung beeindrucken alle. Sensationelle 8.000 tönerne Krieger bewachen das Grab des ersten Kaisers von China Qin Shi Huang. Das tun sie schon seit mehr als 2.200 Jahren! Heute ist dies eine der beeindruckendsten Ausgrabungen der Welt, die täglich von vielen Menschen besucht wird.Terrakotta Armee -Krieger in Reih und Glied

Bereits 1978, also wenige Jahre nach Beginn der Ausgrabungen, besuchte der ehemalige französische Präsident Jacques Chirac das im Entstehen begriffene Museum. Er war so überwältigt, dass er die Terrakotta-Armee das “Achte Weltwunder” nannte. Diese Bezeichnung gilt seitdem.

Corona - aktuelle Situation
September 2020: Die Terrakotta-Armee ist mit Einschränkungen für das Publikum geöffnet. Bis zu 8.000 Besucher sind pro Tag erlaubt. Eine Online-Buchung der Tickets ist erforderlich.

Wie lange brauchst Du mindestens, um die Terrakotta Armee zu sehen? Wann ist die beste Zeit für eine Besichtigung? Was solltest Du nicht versäumen? Die Antworten auf diese Fragen findest Du in diesem Artikel.

Was ist Terrakotta?
Terrakotta (nach ital. terra cotta, „gebrannte Erde“), in anderer Schreibweise Terracotta, wird als Materialbezeichnung für gebrannte, unglasierte Tonobjekte wie Gefäße, Plastiken und Baukeramik verwendet, gelegentlich auch als Benennung für einen warmen, erdigen Farbton. Quelle: chemie.de

Der Unterschied zwischen Ton und Terrakotta besteht darin, dass Ton der Rohstoff ist, während Terrakotta bereits modellierter und gebrannter Ton ist.

Die Terrakotta-Armee in Xi’an

1974 wurden die ersten Terrakotta-Krieger beim Brunnenbau entdeckt. Sehr schnell starteten die Ausgrabungen und die Kunde von den sensationellen Funden verbreitete sich auf der ganzen Welt. Schon 1987 wurde die Armee aus Ton zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt!

Die Terrakotta Armee des Ersten Kaisers von China, Shin Qi Huangdi, in Xi’an faszinierte mich vom ersten Augenblick an, an dem ich von ihr gehört habe, damals 1985. Bereits diese frühen Berichte haben mich so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich alles daran setzte, die Tonarmee selbst zu sehen.

1987 war es soweit! Ich begab mich auf eine abenteuerliche Reise, um die Terrakotta-Armee in China zu besuchen. Jedes Mal, wenn ich die große Halle bei Xi’an betrete, raubt mir der Anblick den Atem. Die schiere Größe wirkt überwältigend! Mittlerweile ich war schon fünfmal dort!

Tonarmee Xi'an

Auch 1987 sah die Große Halle beinahe genauso aus – Foto von 2011

Tausende von tönernen, mehr als lebensgroßen Kriegern, dazu Kutschen, Pferde, Bronzetiere! Ständig gibt es neue Funde und Erkenntnisse! Das Ausgrabungsgelände ist mehr als 16 Quadratkilometer groß und es ist noch lange nicht alles ausgegraben!

Mit Spannung blickt die Welt auf den Moment, an dem auch der riesige Grabhügel ausgegraben wird, in dem sich eine ganze unterirdische Stadt mit Palästen und Flüssen aus Quecksilber befinden soll. Doch noch halten die Archäologen sich zurück, möchten erst noch abwarten, bis bessere Methoden der Konservierung entwickelt werden.

Terrakotta Armee: Zahlen und Fakten

  • Gefunden: 1974 beim Brunnenbau durch zwei Bauern
  • Ort: Ca. 30 Kilometer östlich von Xi’an bei dem kleinen Ort Lintong
  • Alter: Rund 2.200 Jahre
  • 700.000 Handwerker und Arbeiter sollen für den Bau der riesigen Grabanlage benötigt worden sein.
  • Ausgegraben (Stand 2019): 8.000 Tonfiguren, darunter nicht nur Krieger, sondern auch Akrobaten, Musiker und Beamte. Letztere gehören zu den neusten Entdeckungen. Unweit des Grabes selbst, etwas von der Terrakotta-Armee entfernt, hat man eine weitere Grube entdeckt, in der die Tonfiguren Beamte und andere Würdenträger darstellen.
  • 130 Kutschen bzw. Streitwagen
  • 670 Pferde, davon 520 Zugpferde für die Kutschen/Streitwagen und 150 Reitpferde der Kavallerie.
  • Bronzene Schwäne, Kraniche und andere Wasservögel fand man angeordnet, als würden sie sich an einem schmalen Wasserlauf tummeln.
  • Restauriert: Rund 2.000 Figuren der Terrakotta-Krieger
  • Die Krieger: Fast 2 Meter hoch, größer als es damals bei den Menschen normal war.
  • Die größten Figuren sind die Generäle.
  • Gewicht: Jede Figur wiegt rund 300 Kilogramm
  • Bauzeit: 11 Jahre
Schwäne aus Bronze

Schwäne aus Bronze wurden aufgereiht wie an einem Fluss in einer eigenen Grube gefunden und sorgfältig restauriert.

Bronzekutschen mit Sonnenschirm und Klimaanlage

1980 wurden zwei gut erhaltene Bronzekutschen samt den dazugehörigen Pferden ausgegraben. Sogar je ein bronzener Kutscher begleitete die Fahrzeuge. Nach einigen Jahren der intensiven Restaurierung werden sie seit 1988 in einer speziellen Halle ausgestellt. Sie zeugen auf einzigartige Weise von dem hohen technologischen Können und Wissen vor mehr als 2.000 Jahren.

Bronzekutsche

Replik der geschlossenen Bronzekutsche (Ausstellung in Dresden)

Die Kutschen, die bei der Terrakotta-Armee ausgegraben wurden, sind zwar Modelle in halber Größe der damals üblichen Holzfahrzeuge, aber sie zeigen erstaunliche Details. Sie sind farbig bemalt und mit goldenen und silbernen Ornamenten versehen. Sie bestehen aus mehr als 5.000 einzeln hergestellten Teilen.

Besonders die größere Komfortkutsche weist einige Besonderheiten auf. Gegen Wind und Sonne schützen die Wände. Doch es gibt Fenster, so dass der Reisende unterwegs rausschauen kann. Im Original sind kleine Löcher bei den Fenstern zu erkennen. Diese dienten der Belüftung. Klimaanlage vor mehr als 2.000 Jahren!

Die andere, etwas leichtere Kutsche fuhr als Vorhut. Sie ist offen, aber mit einem runden Sonnenschirm ausgestattet. Es soll sich um den ältesten je gefundenen Sonnenschutz handeln.

Qin Shi Huangdi, erster Kaiser von China

Qin Shi Huangdi 秦始皇帝 259 bis 210 v. Chr.

Qin Shi Huangdi einte das gewaltige Reich der Mitte und wurde so zum ersten Kaiser von China. Er gab schon früh den Auftrag zum Bau seines Mausoleums und der Herstellung einer Armee, die ihm im Jenseits zur Seite stehen sollte. Die Anlage musste bis zu seinem Tod fertiggestellt sein. Er tat gut daran, früh anzufangen, denn vom Start bis zu seinem Tod dauerte es nur 11 Jahre.

Der Erste Kaiser von China herrschte mit viel Gewalt. Wer nicht tat, was er befahl, wurde hingerichtet. Das geschah auch mit Leuten, die nicht seiner Meinung waren. Sogar Bücherverbrennungen gehörten zu seinem Alltag. Er selbst wurde beherrscht von seiner Angst vor dem Tod. Immer war er auf der Suche nach Unsterblichkeit, ein Getriebener, ein unruhiger Mann.

Unsterblichkeit hat er mit seinem gewaltigen Grab und der beeindruckenden tönernen Armee beim heutigen Xi’an erlangt.

Der Name seiner Dynastie “Qin” ist die Basis, aus der die moderne, auch in Deutschland geläufige Bezeichnung “China” entstand.

Das Mausoleum des Qin Shi Huang Di

Die einst dörfliche Landschaft mit den Lishan-Bergen im Süden wird dominiert von dem Grabhügel, der im Laufe der Jahrhunderte einiges an seiner Höhe verloren hat. Innerhalb der Anlage, die von einer äußeren Mauer umgeben war, befanden sich eine Prozessionsstraße und viele Gruben und Gebäude, die erst zum Teil ausgegraben sind.

Im Zwischenraum zwischen Äußerer und Innerer Mauer wurden ein Pferdestall, eine Grube mit Kalksteinpanzern und -helmen, die Wohnhäuser der Mausoleumsbeamten, die Wohnhäuser der Wächter, eine Grube mit seltenen bronzenen Tieren und Vögeln und eine Grube mit – als Tänzer und Artisten gedeuteten – Figuren angelegt. Die Tonfigur einer Frau im Mantel ist in einem Tanzschritt dargestellt. Auch wurden als Gewichtheber, Tierpfleger, Gelehrte, Schreiber, Narren und Musiker gedeutete Figuren gefunden.

Park und Grabhügel

Terrakotta-Armee Park und Grabhügel von Qin Shi Huang

Auch wenn die Forscher vermuten, dass sich in dem bislang ungestörten Grabhügel unglaubliche Schätze befinden, scheut man sich bislang, eine Ausgrabung zu starten. Nichtinvasive Methoden wie spezielle Ultraschall-Sonden u.ä. haben bereits Strukturen ergeben, die auf Treppen und rechteckige Räume in dem Hügel schließen lassen. Es bleibt spannend!

Einige Teile der als großer archäologischer Park mit vielen Bäumen und blühenden Bäumen angelegten Ausgrabungsfläche kann man wunderbar mit einem längeren Spaziergang erkunden.

Das Mausoleum: Zahlen und Fakten 

  • Größe des gesamten Geländes: 56 km²
  • Größe des Hauptgebäudes: Halle über der Grube 1.230m lang, 62m breit
  • Grube 1: rund 7.000 Figuren, von denen man mehr als 1.000 sehen kann, sowie 32 Pferde und die Reste von 8 Streitwagen
  • Die Soldaten der Terrakotta-Armee waren in 11 langen Gängen aufgestellt, die mit Ziegeln gepflastert und mit Holzwänden und -decken versehen waren.
  • Grube 2: Weitere Soldaten, vor allem Bogenschützen
  • Grube 3: Diese gilt als Kommandostand, da man einige der hier gefundenen Figuren als Generäle identifizieren kann.
  • Massengräber: Auf dem riesigen Gelände der Grabanlage wurden auch zahlreiche Gräber, ja auch Massengräber, gefunden. Die Überreste der Menschen lassen darauf schließen, dass sie Opfer von Hinrichtungen und massiver Gewalt waren. Man vermutet, dass es sich zum Einen um unbequeme Konkurrenz aus der Familie des Kaisers handelt, zum Anderen um Konkubinen, die dem Kaiser in den Tod folgen mussten, um ihm im Jenseits zu Diensten zu sein. Zahlreiche Arbeiter, die an dem Mausoleum gearbeitet haben, wurden in der Nähe beigesetzt. mehr
  • Bislang gefunden: 180 Grabgruben und 120 Grabmäler

UNESCO-Weltkulturerbe: seit 1987

Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Wurde der Kaiser wirklich hier begraben?

Da das Mausoleum noch nicht ausgegraben wurde, kann bis heute niemand genau sagen, dass de Kaiser in dem Hügel seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Qin Shi Huang starb recht plötzlich an einem Sommertag eit weg von seiner Hauptstadt. Das stellte seine Minister und sein Gefolge vor große Probleme.

Die Hitze ließ den Leichnam schnell verwesen. Der Transport hätte sehr lange gedauert. Außerdem hatte der Kaiser seine Nachfolge noch nicht geregelt. Sein Tod wurde zunächst verheimlicht. Das führte zu zahlreichen Spekulationen.

Nicht ganz unbegründet meinen viele Historiker, dass er an Ort und Stelle formlos beigesetzt wurde und jemand seinen Platz als lebendiger Kaiser einnahm. So vermied man, dass sofort Kämpfe um die Macht entbrannten, und man gewann Zeit für einen ruhigeren Übergang. Zukünftige Ausgrabungen werden hoffentlich Licht ins Dunkle bringen!

Überraschende Erkenntnisse

Ausgeraubt und abgebrannt

Kurz nach Fertigstellung der Grabanlage wurden die Gänge mit den Ton-Kriegern ausgeraubt. Denn man hatte ihnen gute funktionsfähige Waffen in die Hand gegeben, die Begehrlichkeiten weckten. Nach dem Raub wurde die Holzkonstruktion, die die Ton-Armee eigentlich schützen sollte, in Brand gesteckt.

Trotzdem hat man viele Waffen wie Speere und und Tausende von Pfeilspitzen gefunden. Diese sind auch nach mehr als zweitausend Jahren in der Erde in einem hervorragenden Zustand und lassen Rückschlüsse auf die große Kunst der Waffenschmiede damals zu.

Terrakotta-Armee

Terrakotta Armee in der Großen Halle. Die Dellen auf den Wänden zwischen den Kriegern rühren von den Holzbalken, mit denen die Gänge bedeckt waren. Diese sind bei einem Feuer kurze Zeit nach Errichtung der Terrakotta-Armee abgebrannt.

Die Krieger waren alle bunt bemalt

Die Farbe zerfällt, sobald die Figuren mit Luft in Kontakt kommen. Deshalb ist aktuell die größte Herausforderung für die Wissenschaftler, Methoden zu finden, die die Farben erhalten. Dabei arbeitet man u.a. mit dem Max-Planck-Institut in München zusammen.

100.000 Waffen

Es wurden bislang mehr als 100.000 Waffen ausgegraben. Darunter ca. 30.000 Pfeilspitzen sowie Armbrüste und Schwerter. Viele sind in einem sehr guten Zustand. Manche Klinge ist sogar noch scharf. Eigentlich erstaunlich, dass nach der anfänglichen Plünderung noch so viel gefunden wurde!

Die meisten Schwerter, Speer- und Pfeilspitzen der Terrakottakrieger sind aus Bronze und nicht aus Eisen gefertigt worden. Auch die Mechanik der Armbrüste besteht aus Bronze. Nur wenige der gefundenen Ausrüstungsgegenstände bezeugen die Verwendung von Eisen, aus dem allerdings üblicherweise Werkzeuge hergestellt wurden.

Viele Indizien deuten darauf hin, dass die Waffen tatsächlich in Gebrauch gewesen waren, bevor sie den Soldaten aus Ton beigegeben wurden.

Frauen in der Terrakotta-Armee?

Die Ausgräber haben bislang relativ wenige Frauenfiguren gefunden. Meistens handelt es sich um Dienstmägde, die eher in Nebenrollen dargestellt sind.

Mittlerweile gehen die Forscher, auch aufgrund ähnlicher Funde in anderen Gräbern, davon aus, dass einige der Krieger der Terrakotta-Armee weiblichen Geschlechts sind. In anderen Tonarmeen, z.B. der aus dem Han Yangling, hat man dafür eindeutige Hinweise gefunden. Es war vor 2.200 Jahren nicht unüblich, Frauen als Krieger in die Armee aufzunehmen.

Ganze Rüstungen aus Stein

87 steinerne Rüstungen und 43 Helme aus Stein wurden in Grube 9801 gefunden. Die Rüstungen bestehen aus je 600 flachen Rechtecken aus grauem Kalkstein und wiegen bis zu 300kg. Die einzelnen Plättchen sind von immer gleicher Größe und mit Bronzedrähten verbunden.

Terrakotta-Armee

Rekonstruktion einer Armbrust

Die Meister der Tonarmee

Die Statuen der Terrakotta-Armee in Xi’an waren mit dem Namen des Meisters versehen, der sie hergestellt hat. Man hat bislang 87 unterschiedliche Marken, die mit Stempeln an versteckten Stellen angebracht worden waren, gefunden.

Die Wissenschaftler, die diese Markierungen entdeckt haben, nehmen an, dass jeder der Meister 10 Gehilfen hatte. Wenn so eine Gruppe von Handwerkern ungefähr zwei Statuen pro Jahr fertig stellte, könnte die Tonarmee in weniger als 10 Jahren entstanden sein.

Eine große Herausforderung, mit der auch heutige Tonfiguren-Hersteller zu kämpfen haben, war es, die Figuren, die innen hohl sind, so herzustellen, dass sie nicht schon im unfertigen Zustand in sich zusammen brachen. Das genaue Vorgehen ist bislang nicht geklärt.

Sehenswürdigkeiten in Xi'an

Terrakotta-Armee

Man weiß mittlerweile, dass die Figuren aus örtlichem Lehm hergestellt wurden. Dieser Lehm wurde mit feinem Flusssand angereichert. Dies ergab ein sehr stabiles Material.

Für die Fertigstellung wurden feste Brennöfen und viele Werkstätten benötigt. Doch davon gibt es bis heute keine Spur. Auch die Brennabfälle, die mit Sicherheit angefallen sein müssen, sind noch nicht gefunden.

Die modernen Restauratoren

Aktuell (2020) arbeiten rund 20 Experten und 60 Techniker an der Restauration der Figuren.

Im Schnitt dauert die Restaurierung eines einzelnen Kriegers 3 bis 6 Monate.

Liu Jiangwei, ein leitender Restaurator, der seit fast 30 Jahren im Museum arbeitet, sagt, einige der Terrakotta-Krieger seien so stark beschädigt, dass er und seine Kollegen das Projekt für eine Weile aussetzen müssten, bis weitere Stücke entdeckt würden. „Die Art und Weise, wie wir als Restauratoren mit diesen zerbrechlichen historischen Relikten umgehen, gleicht der von Ärzten, die schwerkranke Menschen behandeln. Wir müssen bei der Restaurierung sehr vorsichtig sein, sonst wäre das ein großer Verlust für das kulturelle Erbe.“ CRIonline 29.05.2020

Der antike Historiker Sima Qian über das Mausoleum

Sima Qian (司马迁 * um 145 v. Chr.; † um 90 v. Chr.) war ein chinesischer Astrologe, Historiker und Schriftsteller. Von ihm stammt eine ausführliche Beschreibung des unterirdischen Palastes unter dem imposanten Grabhügel des Ersten Kaisers von China, der auch die Quecksilberflüsse erwähnt.

Seine Schilderungen von Pracht und Größe des Grabes sind so aufregend, dass ich die Geduld der heutigen Archäologen bewundere, mit der sie sich mit der Ausgrabung zurückhalten. Allerdings erschien die Beschreibung erst lange, nachdem das Grab verschlossen wurde. Deshalb ist auch nicht sicher, ob das alles stimmt. Doch die erhöhten Quecksilberwerte, die in der Erde beim Grabhügel gemessen wurden, lassen vermuten, dass einiges der Wahrheit entspricht.

Terrakotta-Armee Updates

2014: Neueste Entdeckung: Eine komplette Armbrust

2015: Die Ausgrabungen gehen weiter: China Daily
“Archaeologists plan to excavate about 200 square meters of Pit No.2, located near the tomb of Emperor Qinshihuang, founder of the Qin Dynasty (221-206 BC), according to Emperor Qinshihuang’s Mausoleum Site Museum.”

2016: Neueste Erkenntnisse der Archäologen: National Geographic
“Now archaeologists have found tantalizing clues that the power grab was even more brutal than Sima Qian described. A group of skeletons was found with artifacts belonging to the royal family. These were mostly males, possibly the deceased emperor’s sons. One skull offers clues to their fate. It’s split by the metal bolt from a crossbow, likely shot at close range. Experts now believe these young princes may have been executed by their ambitious sibling who was trying to secure the throne for himself.”

2016: “Nach Quellenangaben von verschiedenen chinesischen Klassikern gibt es Flüsse mit Quecksilber im Untergrund des Mausoleums. Nun zeigen verschiedene Untersuchungen, dass es am Grund des Mausoleums tatsächlich solche Flüsse gegeben haben könnte, wie aus einer Drainage-Karte der Qin Dynastie (221-206 vor Christus) hervorgeht. Experten glauben, dass die große Menge an Quecksilber in der Grabstätte aus dem 100 Kilometer entfernten Bezirk Xunyang in der Provinz Shaanxi heran transportiert worden sein könnte.” german.china.org.cn vom 02.12.16

2019: Wissenschaftler sind dem guten Erhaltungszustand der Metallteile auf die Spur gekommen. Nicht ein chromhaltiger Lacküberzug schützte die Waffen gegen Korrosion wie man früher annahm, sondern die Zusammensetzung der Waffen selbst. Die Bronze enthält eine hohe Menge Zinn. Die Forscher haben herausgefunden, dass Bronzewaffen mit einem höheren Zinngehalt länger erhalten bleiben. Hinzu kommt das dichte Sediment, von dem die Terrakotta-Krieger eingehüllt waren. Dieses lies kaum Luft an die empfindlichen Waffen und hatte einen pH-Wert von mehr als 8. (Quelle: nature.com)

2019: Neue Funde

More than 220 new terracotta warriors with five different official titles, including senior military ranks, have been unearthed during the third excavation at the Mausoleum of the Emperor Qinshihuang. A new military rank, dubbed “lower than the lowest,” was found by archeologists at the site, according to a Monday report of Shaanxi TV station based in Xi’an, capital of Northwest China’s Shaanxi province. Fotos (31.12.19 China Daily)

Infos für den Besuch

Infos (Stand Mai 2019)
Eintrittspreis:
120,- RMB pro Person

Öffnungszeiten:
Hochsaison: 8:30 – 18:35 Uhr
Nebensaison: 8:30 – 18:05 Uhr

Die letzten Eintrittskarten werden 90 Minuten vor Ende der Öffnungszeit verkauft

Ich empfehle, sich mindestens 3 Stunden Zeit für eine ausführliche Besichtigung zu nehmen.

Besucher: 2015 haben mehr als 5 Millionen Menschen die Terrakotta-Armee besichtigt.

Der Ticketverkauf ist auf 65.000 pro Tag beschränkt. Am besten buchst Du Dein Ticket im Voraus bei einem lokalen Reisebüro oder online. Es wird in der Regel eine Service-Gebühr von 30 RMB erhoben. Online kann man das Ticket mit Kreditkarte bezahlen.

Das Museum und die Ausgrabungsstätte im Internet:
http://www.bmy.com.cn/2015new/bmyweb/ (Englisch)

Terrakotta-Armee Ringkämpfer

Auch Figuren von Ringkämpfern wurden ausgegraben

Tipps für Deinen Besuch

  • Anfahrt mit dem öffentlichen Bus: Vom Bahnhof im Zentrum Xi’ans fährt der Bus Nr. 5 im Abstand von 15 Minuten. Der erste startet um 7:00 Uhr. Die Fahrt dauert ca. 70 Minuten und kostet 7 RMB (Stand Juni 2019).
  • Ich empfehle, den ersten Bus zu nehmen, um gleich bei Öffnung am Museum zu sein.
  • Vom Eingang sind es ca. 10 Minuten zu Fuß bis zur großen Halle. Alternativ gibt es einen Elektrozug.
  • Führer können gegen eine Gebühr engagiert werden. Sie stehen mit einer großen Bandbreite von Sprachen zur Verfügung.
  • Für die Besichtigung braucht man mindestens 3 Stunden.
  • Ich empfehle einen Spaziergang in dem Park bei dem gigantischen Grabhügel.
  • Auch die Nebengruben sind interessant und sollten nicht verpasst werden!

Es gibt eine interessante App, die den Besucher von den gut besuchten Hallen zu weniger bekannten Gräbern und ins nahegelegene Lishan-Gebirge locken soll. Ich bin gespannt auf erste Berichte von Leuten, die das ausprobiert haben! mehr

Selfie-Point in der großen Halle

In der großen Halle drängen sich die Besucher für das beste Selfie mit Armee

Direkt auf dem Gelände findest Du Imbisse und Souvenirbuden. Vor dem Eingang hat sich eine ganze “Stadt” aus Läden und Restaurants entwickelt, die alle Bedürfnisse der Besucher befriedigen. Hier findest Du u.a. Terrakotta-Krieger zum Mitnehmen in jeder erdenklichen Größe. Für entsprechendes Geld werden die Figuren auch in Original-Größe nach Europa verschickt.

Terrakotta-Armee Souvenirshops

Die “nackte” Terrakotta-Armee Han Yangling

Es gibt in Xi’an noch eine weitere Terrakotta-Armee zu bestaunen: Das Mausoleum Han Yang Ling. Rund 100 Jahre nach Qin Shi Huang ließ sich ein weiterer Kaiser mit einer Armee aus Tonkriegern bestatten. Warum diese auch die “nackte Terrakotta-Armee” genannt wird, erfährst Du hier.

Han Yang Ling Grab bei Xi'an

Han Yang Ling bei Xi’an (c) Franky Merting

Mehr Infos

Viele Kaiser und auch hohe Würdenträger haben sich mit einer mehr oder weniger großen Armee von Kriegern und Beamten beerdigen lassen. Ein Beispiel dafür ist die beeindruckende Terrakotta-Armee in Xuzhou

Im Shaanxi-Provinzmuseum in Xi’an hast Du die Möglichkeit, in einer sehr gut aufgebauten Ausstellung zur Terrakotta Armee einigen ausgewählten Kriegern ganz nahe zu kommen! Auf Schautafeln kannst Du Dir ein Bild davon zu machen, wie unterschiedlich Gesichter und Frisuren gestaltet sind.

Terrakotta-Armee

Im Shaanxi Provinzmuseum

Links

Tonarmee Bogenschütze

Der berühmte Bogenschütze, der noch Spuren von Farbe zeigt

Bronze Kranich bei Mausoleum ausgegraben

Bronzekranich

Die Dokumentation auf Arte (Video)

Ulrike
Letzte Artikel von Ulrike (Alle anzeigen)

4 Kommentare

Ich freue mich über Deinen Kommentar!