Der faszinierende Große Panda in China

Zuletzt aktualisiert vor 3 Wochen

Das beste zuerst: Der Große Panda in China ist lt. WWF nicht mehr vom Aussterben bedroht! 🐼

Der Große Panda mit seinem markanten schwarzweißen Fell wirkt wie ein liebenswerter Teddy. Er ist ein Bär und doch Vegetarier. Der Pandabär lebt versteckt als Einzelgänger in den Wäldern Südwestchinas. Als Reisender kann man ihn am besten in einer der hervorragenden Panda-Aufzuchtstationen nahe von Chengdu, der Hauptstadt von Sichuan, besuchen. Ich bin ganz hingerissen von den schönen Tieren und hab sie schon während meiner ersten China-Reise 1987 gesehen.>Großer Panda

Es gibt viel Seltsames über den faszinierenden Bären zu berichten und die Forschung weiß noch lange nicht alles über den Großen Panda. Was man mittlerweile herausgefunden hat, möchte ich hier schildern. Wenn es etwas Neues über den Panda gibt, dann wird der Artikel aktualisiert!

Der Große Panda in China

Der Große Panda (Ailuropoda melanoleuca) heißt auf Chinesisch 熊猫 pinyin: xióngmāo. Xiong = Bär und Mao = Katze. Er ist das Wappentier des WWF (World Wildlife Fund), der größten Tierschutzorganisation der Welt.

Der natürliche Lebensraum des Großen Pandas beschränkt sich heute auf einige Schutzparks in den chinesischen Provinzen Sichuan, Gansu und Shaanxi.

Wo kannst Du Pandabären in China sehen?

Mit seinem markanten schwarzweißen Aussehen erobert der Große Panda schnell die Herzen aller. Am besten kann man ihn in China in den Aufzuchtstationen in Chengdu und anderswo in Sichuan sehen.

Chinas Zoos

Jede große Stadt in China hat außerdem in ihrem Zoo einige Pandabären.

Zoobesuche kann ich für China nicht empfehlen. Allerdings sind die Panda-Gehege im Pekinger Zoo schön und nahe am Eingang, so dass man nicht weiter hinein muss.

Auch in anderen Zoos kommt den Großen Pandas besondere Wertschätzung zu. Die Gehege sind groß und abwechslungsreich gestaltet. Man gibt sich große Mühe mit dem chinesischen Nationaltier.

Vielleicht erinnert Ihr Euch: 1600 Panda-Figuren zogen um die Welt, um für Tierschutz zu demonstrieren. Die Zahl stand für die damals noch in freier Wildbahn lebenden Pandas. Mittlerweile leben schon wieder mehr als 1800 Große Pandas in den Schutzgebieten.

Wikipedia
Auf Anordnung der Staatlichen Chinesischen Forstbehörde sind die Provinzen Sichuan, Gansu und Shaanxi seit 2011 verpflichtet, alle zehn Jahre eine Zählung der in freier Wildbahn lebenden Pandabestände durchzuführen („Panda Census“). Bei der letzten Zählung (Anfang 2015) wurden 1864 Exemplare gezählt – 10 Jahre vorher waren es nur 1596.

Pandabär-Aufzuchtstationen

Es gibt Panda-Aufzuchtstationen in Wolong, Bifengxia, Dujiangyan und Chengdu. Alle liegen in der Provinz Sichuan. Dort kann man die Tiere in naturnaher Umgebung sehen. Die Chancen, dort junge Pandas oder auch Baby-Pandas zu sehen, sind sehr gut.

Das ist nicht zuletzt der wissenschaftlichen Forschung zu verdanken, die es ermöglichte, die Lebensbedingungen und den Lebensraum den Bedürfnissen der komplizierten Tiere anzugleichen. Immer mehr Pandas aus den Aufzuchtstationen konnten ausgewildert werden und überlebten die anfänglichen Schwierigkeiten.

Allerdings hält sich das Auswildern noch in Grenzen: Bislang (bis 2018) wurden 7 Pandas, die in einer Aufzuchtstation in Sichuan aufwuchsen, erfolgreich ausgewildert. Davon 2 im Jahr 2016.

Großer PandaWo gibt es noch wilde Pandabären?

Einem Touristen wird es kaum gelingen, einem wilden Großen Panda in der freien Natur zu begegnen. Aber es gibt große Schutzgebiete vor allem in der Provinz Sichuan.

Das Habitat der Pandabären in Sichuan bedeckt eine Fläche von insgesamt 9245 Quadratkilometern und umfasst das Sichuan-Becken, das Naturschutzgebiet Wolong sowie die nationalen Landschaftsgebiete des Siguniang- und des Jiajin-Gebirges. Sieben Naturschutzgebiete und neun Landschaftsgebiete in zwölf Kreisen, die den vier Städten und autonomen Bezirken Chengdu, Ngawa, Ya’an und Garza unterstehen, sind in dieser Region zu finden. Die Region ist der Lebensraum fast aller verbleibenden 1600 wilden Großen Pandas der Welt sowie zahlreicher anderer vom Aussterben bedrohter Tierarten, darunter der Rote Panda, der Schneeleopard und der Nebelparder. (China heute)

In den genannten Gebieten gibt es ausgedehnte Urwälder mit reichlich Bambus, der Nahrungsgrundlage.

Die natürliche Umwelt dieser Region ähnelt der von tertiären Regenwäldern. Darüber hinaus handelt es sich um eine der botanisch reichsten Regionen außerhalb der tropischen Regenwälder. Sie wurde von der amerikanischen Umwelt-NGO Conservation International (CI) als einer der 25 Biodiversitäts-Hotspots der Welt ausgewählt und vom World Wildlife Fund (WWF) als eine der 200 globalen Ökoregionen eingestuft.

Panda-Aufzuchtstation Bifengxia.

Panda-Aufzuchtstation Bifengxia 2016

Schutzgebiete

Schutzgebiete - Übersicht
Sieben Naturschutzgebiete im Habitat des Großen Pandas in Sichuan

Naturschutzgebiet Wolong: Dieses Gebiet wurde im Jahr 1963 gegründet und befindet sich im Kreis Wenchuan. Es zielt vor allem auf den Schutz der Großen Pandas und der Waldökosysteme ab.

Naturschutzgebiet Fengtongzhai: Es wurde im Jahr 1975 gegründet, liegt im Kreis Baoxing und dient dem Schutz der Pandabären sowie der örtlichen Ökosysteme.

Naturschutzgebiet des Siguniang-Gebirges: Dieses 1996 gegründete, malerische Naturschutzgebiet liegt im Kreis Xiaojin. Der Schutz der Wildtiere und der alpinen Ökosysteme sind sein Hauptziel.

Naturschutzgebiet des Laba-Flusses: Im Jahr 1963 gegründet, befindet sich dieses Naturschutzgebiet im Kreis Tianquan. Es hat sich neben dem Schutz des Großen Pandas auch der Bewahrung anderer seltener Tierarten wie Budorcas verschrieben.

Naturschutzgebiet des Heishui-Flusses: Dieses im Jahr 1993 gegründete Gebiet liegt in den Kreisen Lushan und Dayi. Auch hier werden seltene Tiere und Pflanzen intensiv geschützt.

Naturschutzgebiet Jintang-Kongyu: Dieses Gebiet befindet sich im Kreis Kangding und wurde im Jahr 1995 gegründet. Der Schutz seltener Tiere und der ökologischen Umwelt ist seine wichtigste Aufgabe.

Naturschutzgebiet Caopo: Dieses im Jahr 2000 gegründete Naturschutzgebiet liegt im Kreis Wenchuan und schützt vor allem die örtlichen Pandabären sowie die vielfältige Umwelt.

Alle oben genannten Naturschutzgebiete sind mit dem Fernbus von Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, aus gut zu erreichen. China heute

Der seltene braune Qinling-Panda

Das Qinling-Gebirge liegt in der chinesischen Provinz Shaanxi. Hier hat sich eine kleine Panda-Population in freier Wildbahn erhalten. Rund 345 werden in dem Gebiet vermutet. Sie leben schon lange isoliert von den Pandas in Sichuan und sehen deshalb etwas anders aus.

Die Pandas von Qinling haben eine kleineren Kopf und eine kürzere Nase. Einige haben ein braunweißes Fell. In der Aufzucht- und Forschungsstation Qinling lebt ein solcher brauner Panda. Fotos Xinhua

Was sind die Feinde des Pandas?

Der Große Panda hat außer dem Menschen in seiner natürlichen Umgebung kaum Feinde. Er ist so groß, dass die meisten Raubtiere der chinesischen Wälder wie Füchse sich nicht an ihn herantrauen. Tiger kommen in seiner Umgebung nicht vor.

In entlegenden Gebieten teilt er sein Habitat mit Schneeleoparden. Diese können den jungen Pandas gefährlich werden. Auch große Raubvögel stellen besonders für die hilflosen Panda-Babies eine Gefahr dar.

Wie kam die Kunde vom Großen Pandabär nach Europa?

Es ist vor allem einem katholischen Priester und Missionar des 19. Jahrhunderts zu verdanken, dass Europa von den markanten Bären erfuhr.

Im Jahr 1869 diente in China der französische Priester Armand David  (*7. September 1826 in Espelette nahe Bayonne; † 10. November 1900 in Paris) einer katholischen Kirche, die 1839 von seinen Landsleuten in der Dengchi-Schlucht im Kreis Baoxing errichtet worden war.

Eines Tages sichtete der Missionar bei einer Wanderung in der Bergregion von Ya’an erstmals einen Großen Panda. Er war fasziniert von der ihm unbekannten Bärenart und beschrieb das ungewöhnliche Tier seinen Kollegen im Westen.

Heute befindet sich hinter dieser katholischen Kirche ein Kultur- und Bildungszentrum, das ganz im Zeichen des Großen Pandas steht. Es ist die erste Forschungseinrichtung Chinas, die die Fütterung und Züchtung der Pandabären mit kultureller Aufklärungsarbeit verbindet. Hier leben die beiden Panda-Exemplare Chuanxing („Stern Sichuans“) und Ximeng („Hoffnung und Traum“), die beide von wilden Pandas in den Bergen von Baoxing zur Welt gebracht wurden.

Übrigens wurde zwar nicht der Große Panda nach Pere David benannt, aber eine der eindrucksvollsten Hirscharten des Ost-Himalayas bekam seinen Namen: Davidshirsch (Elaphurus davidianus).

Pere David auf plantexplorers.com.

Das sagen die Forscher

Auch solche Forschungsergebnisse kommen dem Großen Panda zugute:

Forschern der Chinese Academy of Sciences und des Beijing Genomics Institute (BGI) ist es gelungen, mit Hilfe von Gensequenzen die Entwicklung der Panda-Population etwa drei Millionen Jahre zurück zu verfolgen.

Der Große Panda ist das seltenste Mitglied der Familie der Bären. Seine einzigartige Ernährung, seine abgelegenen Lebensräume und die geringe Reproduktionsrate führten zu dem Schluss, dass es sich um eine Sackgasse der Evolution handelte, die automatisch zum vollkommenen Aussterben führen müsse.

Die Studie, für die die Forscher die Gensequenzen von 34 wilden Pandas untersuchten, zeigt, dass die sechs geografisch unterteilten Populationen lediglich aus drei verschiedenen genetischen Populationen bestehen. Dabei fanden die Forscher heraus, dass es in der Millionen Jahre langen Geschichte der Pandas mehrere Ereignisse gab, die die Verbreitung der Pandas wesentlich beeinflussten. Diese führten zur Ausbreitung aber auch zu Rückgängen.

Panda Baby in Bifengxia

Panda-Baby

Seit wann gibt es Pandabären?

Vor ungefähr drei Millionen Jahren gab es den Pygmäen-Panda, der überwiegend von Bambus lebte. Das warme und feuchte Klima sorgte für große Bambuswälder und damit für das erste größere Anwachsen der Panda-Population. Nach und nach wurde der Pygmäen-Panda von anderen, größeren Arten verdrängt. Dazu trugen auch mehrere Eiszeiten vor ca. 700.000 Jahren bei.

Mittlerweile hat man per DNA-Analyse herausgefunden, dass die frühen Vorfahren richtige Bären waren und damit auch Fleischfresser. Wann sie genau vom Fleischesser zum Vegetarier wurden, ist noch nicht ganz klar. Die Zeitspanne reicht von 11,6 Millionen Jahren bis sogar zu 18 Millionen Jahren. Noch heute verfügen die Großen Panda über Fangzähne und Enzyme zur Verdauung von Fleisch. (Quelle: National Geographic)

Dann, vor ungefähr 30 – 50.000 Jahren, erlebte die Panda-Population ihren Höhepunkt mit mehreren Zehntausend Tieren. Klimaveränderungen trugen dazu bei, dass die Population großen Schwankungen ausgesetzt war. Einige der Großen Panda-Bären passten sich an, andere nicht. Deshalb gibt es heute drei genetische Varianten.

Die Forscher gehen davon aus, dass ihre Erkenntnisse dazu beitragen werden, die Pandabären zu erhalten. Die Umsiedlung wilder Pandas und die Auswilderung in Gefangenschaft geborener Bären kann entsprechend der genetischen Varianten erfolgen. Damit erhöhen sich die Chancen auf eine erfolgreiche Zucht.

Bambus an einem Flussufer

Warum ist der Große Panda schwarz weiß?

Die meisten Forscher sind heute der Überzeugung, dass die schwarz-weiße Färbung der Pandas der Tarnung dient. Ein weißes Fell ist besonders in schneereichen Gebieten nützlich. Die schwarze Unterbrechung der weißen Fellfarbe verwirrt den Verfolger.

Die kontrastreiche Färbung des “Gesichts” dient allerdings nicht so sehr der Tarnung, sondern der Kommunikation. Aus der Panda-Forschung ist bekannt, dass sich die Tiere gegenseitig an der Form der schwarzen Flecken um die Augen erkennen. Die schwarzen Ohren sollen den Gegnern und natürlichen Feinden Aggressivität signalisieren.

Es gibt eine kleinere Panda-Population im Qinling-Gebirge (Zentral-China), die braun-weiß gefärbt ist. Auch hat man ganz selten reinweiße Bären gesichtet, die anscheinend Albinos sind.

Bei der Geburt ist ein winziges Panda-Baby noch ganz rosig und mit einem dünnen weißen Flaum bedeckt. Erst im Alter von einem Monat entwickelt sich die markante schwarze Fellzeichnung.

Fun fact: Panda-Babies haben bei Geburt einen Schwanz, der sich nach wenigen Wochen zurückbildet.

Eine Legende aus Tibet

Wie kam der Panda zu seinem markanten Fell?
Einst lebten die Großen Pandas hoch in den Bergen von Tibet. Ihr Pelz war schneeweiß – überall. Ihre Freundinnen waren die Schäferinnen, die ihre Herde in den Bergen rund um ihr Dorf hüteten.

Eines Tages spielten eine Panda-Bärin und ihr Junges mit den Schäferinnen, als ein hungriger Schneeleopard sich an das Panda-Junge heranschlich und es packte. Die Schäferinnen versuchten, das Junge zu retten, aber sie hatten gegen den Leoparden keine Chance. Schließlich tötete der Leopard das Panda-Junge und auch die Mädchen.

Alle Großen Pandas waren sehr, sehr traurig und hielten eine Gedenkfeier für die Schäferinnen ab, um ihr Opfer für das Junge zu würdigen. Die örtliche Tradition sah vor, die Arme mit Asche zu bedecken, um die Verstorbenen zu ehren. Das taten die Pandas.

Sie weinten sehr und wischten sich die Augen mit den von Asche schwarzen Pfoten. Dann hielten sie sich die Ohren zu, um das Weinen nicht mehr hören zu müssen. Schließlich umarmten sie einander, um sich gegenseitig zu trösten. So färbte die Asche Teile des Fells schwarz. Die Großen Pandas wuschen die Asche nie mehr fort, um sich immer an die Schäferinnen zu erinnern.

Seitdem haben sie die schwarzen Ohren, Augen und Pfoten. Sie gucken sehr traurig, weil sie immer noch weinen.

Was fressen Pandabären?

Pandab#ären fressen am liebsten Bambus

Am liebsten fressen die Panda den Bambus gemütlich auf dem Rücken liegend

Die Forschung streitet sich darüber, seit wann sich die Großen Pandas auf Bambus als Nahrung spezialisiert haben. Bambus ist nicht besonders ergiebig. Nur ca. 38% werden überhaupt verstoffwechselt. Deshalb muss der Pandabär sehr viel Bambus fressen, nämlich jeden Tag zwischen 18 und 28kg.

Noch vor 5.000 Jahren soll er sich vielseitiger ernährt haben. Deshalb ist es kein großes Problem, die Ernährung in Zoos und Aufzuchtstationen um Obst und Gemüse zu erweitern. Manchmal wird die Nahrung auch um etwas Fleisch ergänzt. Das bekommt den Tieren sehr gut. Denn ursprünglich ist der Große Panda ein Raubtier.

Fun fact: Speiseröhre und Magen sind mit besonders dicken Wänden ausgestattet, damit der sperrige und splittrige Bambus keinen Schaden anrichtet.

Probleme mit der Ernährung

Die Spezialisierung auf Bambus bringt massive Probleme für die Tiere in der Wildnis mit sich. Zum einen werden die ausgedehnten Bambuswälder in dem natürlichen Lebensraum der wilden Pandas immer weniger, zum anderen sterben in den Jahren der Bambusblüte die Pflanzen ab. Leider isst so ein Großer Panda auch nicht jede Bambussorte. So wird es für ihn zeitweilig schwierig, genug Bambus zu finden, um zu überleben.

Da Bambus nicht sehr viel Energie spendet und eigentlich auch schwer verdaulich ist, muss der Große Panda einerseits sehr viel fressen, andererseits aber auch viel schlafen, um in Ruhe zu verdauen und Energie zu sparen. Deshalb schläft er mindestens 14 Stunden am Tag und bewegt sich langsam und bedächtig.

In Zoos hat man die Großen Pandas erfolgreich daran gewöhnt, Gemüse wie Möhren zu essen. Dadurch sind sie dort etwas lebhafter. Aber für die Gesundheit der Tiere ist eine ordentliche Portion Bambus unabdingbar.

Wo schläft ein Pandabär?

Der Große Panda ist dämmerungs- und nachtaktiv. Da sein Futter so wenig nahrhaft ist, muss der Große Panda viel schlafen, um Energie zu sparen. Mindestens 14 Stunden am Tag verbringt er mit Ruhen und Schlafen. Dazu verkriecht er sich gerne in hohle Bäume oder unter schützende Felsen.

Er hat kaum natürliche Feinde. Manchmal genügt ihm ein schützender Busch oder dichtes Unterholz zum Schlafen.

Wie groß wird ein Panda?

Erwachsener Pandabär

Gewicht: 70 – 100kg (Weibchen)

Länge: 120 – 190cm

Höhe: 60 – 90cm

Schwanzlänge: maximal 15cm, wenn überhaupt

Ein Pandababy ist bei der Geburt ca. 90 bis 120g schwer.

Beim Fressen

Großer Panda bei seiner zweitliebsten Beschäftigung – dem Fressen. Die liebste ist das Schlafen

Der Große Panda und die Liebe

Die erfolgreiche Vermehrung der Pandas wird erschwert durch einen sehr langen Fortpflanzungsrhythmus. Da sie große Reviere als Einzelgänger beanspruchen, müssen sich die Partner erstmal finden. Dann dauert die empfangsbereite Zeit der Panda-Frau nur 3 bis 5 Tage im Jahr.

Die Tragzeit ist mit knapp 5 bis 6 Monaten sehr kurz und führt dazu, dass ein neugeborener Panda nur rund 100 Gramm wiegt und fast nackt ist. Die anfangs sehr hilflosen Pandababies werden von der Bärin liebevoll umsorgt. Erst nach ungefähr 10 Tagen kann man Anzeichen der markanten Schwarz-weiß-Färbung erkennen.

Zwillingsgeburten bei den Pandabären

Meistens wird nur ein Junges geboren. Wenn es doch mal zwei sind, wird häufig eines von der Mutter verstoßen. Um zu überleben benötigt das Pandababy dringend die spezielle Pandabären-Muttermilch und den Körperkontakt mit der Mutter.

Fun Fact: In den Aufzuchtstationen hat man sich eine besondere Vorgehensweise bei Zwillingsgeburten überlegt: Eines der Jungen ist immer bei der Mutter, eines in der Obhut der Pfleger. Alle paar Stunden werden sie ausgetauscht. Die Bärin scheint den Tausch meistens nicht zu bemerken. So können beide Pandababies mit allem Notwendigen versorgt werden.

Eigentlich wundere ich mich nach all dem, dass es überhaupt noch Pandas gibt.

Neue Forschungen (2016) haben ergeben, dass sich Pandas besser fortpflanzen, wenn sie sich ihren Partner selbst aussuchen.

Die Sprache der Großen Panda

Pandabären sind keine Kommunikationsgenies. Schließlich leben sie die meiste Zeit alleine. Doch sie verfügen über einige Möglichkeiten, sich untereinander zu verständigen. Forscher haben mittlerweile um die 13 verschiedene Laute entschlüsselt.

„Wenn wir die Sprache der Tiere verstehen, können wir sie besser schützen – besonders in freier Wildbahn“, erklärt Zhang, einer der Wissenschaftler, der an dem Forschungsprogramm arbeitet.

Ein verliebter Panda kann laut Zhang sanft wie ein Lamm sein. Männliche Pandas würden beim Werben um ihre Angebetete die ganze Zeit blöken. Die Weibchen wiederum würden ihre Paarungsbereitschaft durch ein konstantes Zwitschern signalisieren.

„Unsere Forscher waren zu Beginn des Projekts so verwirrt, dass sie sich fragten, ob ihre Studienobjekte wirklich Pandas waren und nicht Vögel, Hunde oder Schafe“, sagte Zhang weiter. People’s Daily

Wie heißt der Große Panda auf Chinesisch?

熊猫 xióngmāo   Bär + Katze = Katzenbär

Wusstet Ihr?

Der Panda hat sechs Finger: Ein außergewöhnliches Kennzeichen ist der so genannte Pseudo-Daumen: Er sitzt wie ein sechster Finger an jeder Hand und besteht aus einem verlängerten Knochen der Handwurzel. Damit kann er den Bambus, den er gerne halb auf dem Rücken liegend frisst, besser packen.

Übrigens gibt es eigentlich noch einen 7. Pseudofinger auf der anderen Seite der Tatze, der aber nicht ganz so deutlich zu sehen ist.

Panda im Baum

Panda-Kinder sind gute Kletterer

Fun Fact: Junge Pandabären sind übrigens gute Kletterer. Allerdings klettern sie gerne ganz weit nach oben und haben Mühe, wieder runterzukommen. Die Mutter muss dabei meist hilflos zusehen, denn sie ist zu schwer, um ihrem Kind folgen zu können. Zum Schluss kommt das Panda-Kind aber meistens wieder heil zur Erde zurück.

Panda Volunteer Programme

Die Programme der Panda Volunteer-Anbieter wurden nach dem Erdbeben 2008 eingestellt. Nach und nach werden sie aber wieder angeboten. Bei den Programmen handelt es sich darum, dass man als Tourist gegen Bezahlung dabei helfen kann, die Pandas zu pflegen, also Gehäge säubern, Pandas füttern usw. Natürlich darf dann das gemeinsame Foto nicht fehlen.

Manche Menschen sind gegen Elefantenreiten, ich bin gegen diese Volunteer-Programme. Der Große Panda ist ein empfindliches Wildtier und kein Kuscheltier! Der Panda hat eine natürliche Scheu vor Menschen. Um sie vor Krankheiten zu schützen, tragen alle Menschen, die in direkten Kontakt mit ihnen kommen, Schutzanzüge und Mundschutz. Ich bin der Meinung, dass ich aus Respekt und aus Tierliebe auf ein solches Volunteer-Programm bei den Pandas verzichte.

Neueste Meldungen

August 2016

Laut statistischen Angaben aus den Provinzen können die Pandabären in freier Wildbahn in 33 lokale Arten unterteilt werden, von denen 22 vom Aussterben bedroht sind. Das gilt vor allem für 18 Arten, von denen es jeweils nur noch weniger als zehn Tiere gibt. german.china.org.cn

Geburtenrate der Großen Panda - Tafel

Panda Geburtenrate: Schild im Berliner Zoo, das die Erfolge beim Schutz der Pandas verdeutlicht

November 2019

Die Jahrestagung der Kommission für Fortpflanzung und technische Erforschung der Panda-Bären wurde am 12. November in Chengdu (Provinz Sichuan) eröffnet. Es wurden die aktuellsten Daten der Pandabären 2019 bekanntgegeben. Statistiken zufolge wurden weltweit 60 Pandas geboren, davon überlebten 57. Die Zahl der gezüchteten Pandas aus aller Welt erreichte 600, was einem Wachstum von 9,31% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. CRI

Panda-Aufzuchtstation Bifengxia

2015: Großer Panda vor dem Aussterben gerettet!

Das besagt eine Meldung des WWF, der sich auch sonst sehr um den Schutz seines Wappentieres sorgt.

Die „Fünf-Geschmäcker-Frucht“

Der WWF will für die Landbevölkerung der Panda-Gebiete andere nachhaltige Einkommensquellen schaffen, zum Beispiel mit der Schisandra-Pflanze: Diese „Fünf-Geschmäcker-Frucht“ wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin als universelles Stärkungsmittel eingesetzt und ist besonders in den Schutzgebieten des Großen Pandas verbreitet. Schisandra lässt sich nach einer Studie des WWF nachhaltig ernten, wenn man dabei bestimmte ökologische Regeln einhält. Je mehr die Menschen dort von diesen und anderen nachwachsenden Rohstoffen leben können, desto mehr verzichten sie auf illegalen Holzeinschlag in den Panda-Wäldern. WWF

2017: Nun gibt es wieder Große Pandas im Zoo Berlin! mehr

2019: Im Zoologischen Garten Berlin wurden Panda-Zwillinge geboren! Mehr auf dem Panda-Blog des Zoos.

2020: Im Ouwehands Tierpark in Rhenen bei Arnheim, Niederlande, kam ein Panda-Baby zur Welt! Ouvehands

Der Kleine Panda

Der Kleine oder auch Rote Panda (Ailurus fulgens) ist übrigens kein Verwandter des Großen Pandabären. Dies hübsche Tier ist auch im Osthimalaya beheimatet und frisst gerne Bambus. Er ist wesentlich kleiner und hat ein leuchtend rotbraunes Fell.

Seit 2008 wird der Kleine Panda auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion als „gefährdet“ (englisch vulnerable) geführt. Nach Schätzungen leben weniger als 10.000 erwachsene Exemplare in Freiheit.

Sie werden gerne auch in deutschen Zoos gezeigt. Zum Beispiel im Chinesischen Garten des Duisburger Zoos.

Kleiner Panda

Kleiner Panda

Links

Ihr wollt wissen, wo Ihr in und um Chengdu die Großen Pandas sehen könnt? Dann schaut mal auf dem Blog von feel China rein!

Auch im Zoo von Chongqing gibt es eine Pandabär-Aufzuchtstation. Diese ist als Erweiterung der ursprünglichen Panda-Haltung entstanden, als nach dem schweren Erdbeben von 2008 die Pandas von Wolong evakuiert und auf mehrere Stationen verteilt wurden. Ich habe kürzlich (Mai 2019) Fotos aus Chongqing gesehen. Das sah sehr schön und artgerecht aus. Hier ein Link, der mir allerdings nicht sehr attraktiv wirkt. Chongqing Zoo

Eine Übersicht über Zoos in Europa, die Große Pandas zeigen, findet Ihr auf dem Blog “Die bunte Christine

Großer Panda WWF

Ulrike

2 Kommentare

  • bambooblog

    Ja, bestimmt! Die Chinesen tun viel für die Bildung zum Thema Umweltschutz und Tierschutz

  • Das ist aber wirklich sehr erfreulich! Hoffentlich hält diese Entwicklung an.
    Schöner Artikel, Ulrike!

    LG Michèle

Ich freue mich über Deinen Kommentar!