Was mich das Reisen gelehrt hat

Zuletzt aktualisiert vor 1 Woche

Mehr als ein halbes Jahr Corona Pandemie mit weitreichenden Reiseeinschränkungen – und kein Ende in Sicht! Es folgt eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit der Reisesehnsucht.

Reisesehnsucht

Reisesehnsucht

Immer häufiger lese ich, dass Menschen sich danach sehnen, endlich wieder reisen zu können. Dann gibt es zaghafte Öffnungen und Erleichterung der Corona-Regeln und schon sind sie unterwegs! Manche schlagen dann über die Stränge, man genießt die wiedergewonnene “Freiheit” bei engen Parties und mit viel Alkohol, alle Hygieneregeln missachtend. Resultat: Die Infektionsraten steigen und die Öffnungen werden zurück genommen. Der Ruf der Reisesehnsucht wird lauter, denn viele sehen ihre Träume platzen, sind enttäuscht.

Und ich?

Ich bin Zuhause, bin Risikoperson nicht nur aufgrund meines Alters. Ich habe mich an alle Regeln gehalten, bin zwei Monate im Frühjahr nur noch bis zum Supermarkt gegangen, bin noch nicht einmal mit der U-Bahn in die Innenstadt gefahren. Auch mit den Lockerungen bin ich nicht über die Stadtgrenzen Hamburgs hinausgekommen – mit einer notwendigen Ausnahme, nämlich der Beerdigung meines Vaters im April.

Und?

Ich bin Zuhause, fühle mich zufrieden damit. Nur ganz selten regt sich ein wenig Neid und der Wunsch, nach China zu reisen, wenn ich z.B. sehe, dass es Corona möglich macht, u.a. die Verbotene Stadt fast ohne Menschenmassen zu besuchen. Tja, wenn man ein Visum bekäme! Bekommt man im Moment aber nicht! Also lehne ich mich nach einem kurzen Moment der Sehnsucht zurück und genieße den Sonnenschein auf meinem Balkon.

Wo bleibt die Sehnsucht zu reisen?

Ich bin mein Leben lang gereist, schon als Kind bis nach Finnland. Vor ein paar Jahren hab ich mal gesagt, dass ich mir ein Jahr ohne zu reisen gar nicht vorstellen kann.

Und jetzt?

Jetzt bin ich schon seit drei Jahren nicht mehr in China gewesen. Mein weitester Trip seit 2018 führte mich nach Holland, ein Wochenende zur Tulpenblüte. Jetzt sind es drei Jahre ohne große Reise. Lag es am mangelnden Geld? An meinem kranken greisen Vater? Dieses Jahr kann ich es gut auf Corona schieben. Doch die Wahrheit ist, dass ich auch hier zufrieden bin. Zufrieden mit meinen Entdeckungen vor der Haustür, zufrieden mit meiner Sesshaftigkeit.

Zufrieden? Wirklich?

Naja, ich habe auch Pläne für eine große Reise gemacht – für die Zeit, wenn ich in Rente bin, wenn ich nicht mehr arbeiten muss. Pläne für die Vorbereitung, für die Finanzierung, einen Zeitplan für die Auflösung meiner Wohnung, für den Umzug in eine Kleinstadt. Mein erster Gedanke, als ich die Nachricht bekam, dass da eine winzige Lebensversicherung zur Auszahlung ansteht, war: “Dann kann ich endlich nach China, sobald es wieder möglich ist!”

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Dann kam letztens das Angebot, dass ich wieder als Redakteurin für die Deutsch-Chinesische Allgemeine Zeitung arbeiten kann. Vorerst ehrenamtlich gegen Aufwandsentschädigung. Mit guten Aussichten auf mehr. Ein Traum! Ich habe viele Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten. Meine Pläne für Umzug und die große Reise habe ich erstmal auf Eis gelegt. Eine China-Reise 2021 ist aber auf jeden Fall im Bereich des Möglichen.

China Reiseberichte
Ulrike 2011 im Steinwald

Was mich das Reisen gelehrt hat

Besonders die letzten Monate haben mir viel Zeit zum Nachdenken gegeben. Immer wenn ich den Ruf meiner Reiseblogger-Kollegen nach mehr Reisefreiheit las, wenn ich ihre große Sehnsucht spürte, dann fragte ich mich, warum ich so ruhig bleibe. Hier meine Erkenntnisse:

Ich bin viel gereist und habe viele tolle Orte gesehen. Ein wenig scheint meine Sehnsucht gestillt.

Ich habe erkannt, dass ich nicht die ganze Welt sehen kann, wenn ich die Länder und Orte so intensiv kennenlernen möchte wie ich z.B. China kenne. Das ist ok für mich.

Ich bin flexibel und anpassungsfähig. Ohja! Das ist eine der wichtigsten Erfahrungen, die mich das Reisen gelehrt hat. Geht das eine nicht, dann geht was anderes!

Ich habe gelernt zu meditieren. Das bringt die Fokussierung auf das Hier und Jetzt mit sich. Ich bemühe mich, im Augenblick zu leben.

Leben im Augenblick

Vielleicht die größte Lehre aus meinen Reisen ist die Einsicht, dass man jeden Augenblick so nehmen muss, wie er ist. Grundlage dazu ist die Meditationsretreat, die ich 1992 in einem Tempel in Thailand gemacht habe. Meditation wurde uns dort so gelehrt, dass wir still dasitzen sollten und uns komplett auf unseren Atem konzentrierten. Ich atme ein, ich atme aus. Gedanken kommen und gehen. Ich bin im Augenblick.

Schon damals regte sich Widerspruch in mir. Nein! Ich wollte nicht am Strand sitzen, die Augen schließen und mich in eine Welt ohne störende Gedanken beamen. Ich wollte meine Gefühle nicht emotionslos kommen und gehen lassen. Ich wollte am Strand den Sand unter meinem Po, den Wind in meinen Haaren spüren und die Brandung rauschen hören.

Dieser innere Widerspruch machte mich empfänglich für Situationen, wo ich mit meinen Gedanken weit weg war. Manchmal ist es gut zu meditieren, inne zu halten, Stille und Ruhe in sich selbst herzustellen. Aber es ist genauso wichtig, wirklich im Augenblick zu sein, die Schönheit der Umwelt selbst mitten in der Stadt zu erfassen, das Wunderbare im Alltäglichen zu entdecken.

Baumpilz Hamburg Horn
Wundervolle Entdeckung vor der Haustür

Der Bergsteiger

In einer Fernsehdokumentation über den Weg eines Bergsteigers zum Jungfrau-Gipfel (4.158m) habe ich gesehen, wie der Mann glücklich lachend unterm Gipfelkreuz befragt wurde: “Sie haben es geschafft! Herzlichen Glückwunsch! Sie haben Ihr Ziel erreicht! Woran denken Sie in diesem Augenblick?” “Ich freue mich sehr. Nun denke ich daran, welchen Gipfel ich als nächstes besteigen werde.”, antwortete der Bergsteiger.

Verblüfft starrte ich auf den Bildschirm: Der Mann war ganz offensichtlich mit seinen Gedanken schon ganz woanders! Angesichts all der fantastischen Gebirgswelt ringsum – Kameraschwenk über die in der Sonne glitzernden Schneegipfel – war der Mann gedanklich gar nicht in dieser grandiosen Gegenwart!!

Für mich stand fest: Das wollte ich nicht!

Wenn ich reise, dann reise ich – gut!

Wenn ich nicht reise, dann eben nicht – auch gut!

U-Bahn fahren

Eine weitere Frage, die ich mir schon früh stellte, war: Warum scheint es so, dass U-Bahn Fahren in der Ferne, in Peking zum Beispiel, so abenteuerlich ist, die Menschen so interessant wirken, aber eine Fahrt mit der U-Bahn in Hamburg dagegen langweilig? Das, was zuhause so banal, so alltäglich ist, wirkt in der Ferne aufregend und exotisch.

Ich versuche immer öfter, meine Umwelt mit der Neugier einer Reisenden zu betrachten. Und entdecke Erstaunliches und Schönes vor der eigenen Haustür!

U-Bahn fahren kann in Hamburg so spannend sein! Gerade in der U-Bahn wird die Vielfalt der Menschen, die hier leben, deutlich. Auch wenn unsere Stationen nicht so prachtvoll wie die in Moskau sind, so sind sie interessant und manche architektonisch besonders.

Innere Zufriedenheit

Seit ich meditieren gelernt habe, war mir klar, dass es für mich ein Ziel gibt, das über allem steht: Innere Zufriedenheit. Nicht mehr von Wünschen und Sehnsüchten getrieben zu werden, sondern frei und selbst entscheiden zu können: “Das mache ich jetzt so und es ist gut so!”

Manche Menschen kommen nie im Leben aus ihrem Heimatort heraus und sind glücklich und zufrieden damit – ganz ohne Reisesehnsucht. Das habe ich manchmal regelrecht beneidet. Ich fühlte mich häufig als Getriebene, getrieben von dem Bedürfnis, den nächsten Ort, die nächste Sehenswürdigkeit anschauen zu müssen.

Heute reibe ich mir verwundert die Augen und stelle fest, dass ich schon weit gekommen bin auf meinem Weg zur Inneren Zufriedenheit. Meine Reisesehnsucht scheint gestillt, meistens wenigstens.

Rotdorn

Übrigens habe ich schon 2015 in einem Artikel über SlowTravel folgenden Satz geschrieben: “Ich habe zu innerer Zufriedenheit gefunden und meine Rastlosigkeit abgelegt. Selbst wenn ich nie wieder reisen würde in meinem Leben, würde mich das nicht unglücklich machen.”

So schnell kann es vorbei sein!

Nicht nur Corona kann das Reisen einschränken. Mein Vater verbrachte die letzten 9 Jahre seines Lebens nach einem Schlaganfall im Rollstuhl in einem Pflegeheim. Er vermisste das Reisen sehr. Immer wieder redete er über seine Reisesehnsucht. Gerne wollte er noch mal nach Irland oder eine Kreuzfahrt machen.

Anstatt dass er sein Schicksal annahm und versuchte, das Beste draus zu machen, haderte er mit seinem Schicksal und wurde depressiv. Wir hätten mit ihm unter besonderen Vorkehrungen reisen können. Doch es war nicht so sehr das Reisen, sondern er wollte sein altes Leben zurück.

Auch dies hat mir vor Augen geführt, wie wichtig es ist, nach Innerer Zufriedenheit zu streben, im Augenblick zu leben.

Goethe

Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh’ ich ans Firmament
Nach jener Seite.
Ach! Der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!
Johann Wolfgang von Goethe

Ohje, soweit kann Sehnsucht auch Leiden verursachen! Will ich das wirklich?

Was mich das Reisen sonst noch gelehrt hat

Was ich bis hierhin geschildert habe, sind die wichtigsten Erfahrungen. Doch natürlich hat mich das Reisen auch ganz praktische Dinge gelehrt.

Ich komme mit wenigem aus. Der Inhalt meines Kleiderschrankes ist sehr übersichtlich. Mehr als fünf Paar Schuhe brauche ich nicht. Auch von denen sind drei Paar überflüssig.

Ein Stück frisches Brot, ein würziger Käse, ein Glas einfacher Landwein und schon ist mein kulinarisches Glück perfekt! Wenn ich mal Essen gehe, genieße ich das als wunderbare Gelegenheit ganz intensiv! Und wenn ich dann meine liebste koreanische Instantnudelsuppe im Asia-Supermarkt entdecke, können mir schon mal ein paar Glückstränchen über die Wangen rollen.

Xian Fladenbrot Reisesehnsucht

Ein gestiegenes Bewusstsein für Toleranz und Antirassismus sind auch Lehren, die mich das Reisen gelehrt hat.

Die Schattenseiten

Das hört sich alles ziemlich schön an, nicht wahr? Doch es gibt auch in mir eine andere, eine dunkle Seite. Seit vielen Jahren leide ich unter Depressionen, mal mehr, mal weniger. Die schlimmsten Symptome sind große Antriebslosigkeit und zeitweise Mut- und Hoffnungslosigkeit.

Da brauche ich die Meditation, auch um das Grübeln zu unterbrechen.

Dann brauche ich die Flucht in eine schöne Reiseplanung – für mich oder auch für andere, die nach China reisen wollen. Das fällt jetzt wegen mangelnder Reisemöglichkeiten weg.

Aber auch die Recherchen für meine Blogartikel können Flucht und Ablenkung sein.

Bei all den Problemen und Depressionen passiert es nicht (mehr), dass ich mich von meiner Reisesehnsucht überwältigen lasse! Meditation hilft. Wenn ich wirklich meinen Inneren Frieden gefunden habe, dann wird es auch mit der Depression leichter.

Auch ich kenne die Reisesehnsucht

Noch vor wenigen Jahren hätte es mich sehr belastet, wenn ich nicht hätte reisen dürfen.

„Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“ Augustinus von Hippo (354-430)

Dies Zitat kann ich auch immer noch voll und ganz unterschreiben. Doch heute ist es für mich kein MUSS mehr, sondern ein KANN. Meine Reisesehnsucht hält sich in Grenzen.

Ich denke, dass ich, sobald es möglich ist, wieder unterwegs sein werde. Bis dahin möchte ich einfach in Hamburg und mit den kleinen Wundern vor der Haustür zufrieden und glücklich sein, im Augenblick leben.

Im Großen und Ganzen bin ich froh, dass ich diesen Punkt erreicht habe!

Möge ich den Mut haben zu ändern, was ich ändern kann
Möge ich mit Gelassenheit akzeptieren, was ich nicht ändern kann
Möge ich zwischen beidem unterscheiden können

Reisen in Zeit von Corona

Jetzt ist die Vernunft von uns allen gefragt! Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme sollten uns zur Überzeugung kommen lassen, dass wir unsere eigenen Sehnsüchte und Wünsche mal eine Zeitlang zurück stellen sollten. Das Ziel sollte es sein, die Pandemie einzudämmen und die Menschen vor den immer neuen Ausbrüchen zu schützen.

Das ist sicherlich eine schwere Zeit für alle. Manche leiden besonders, auch unter den dramatischen wirtschaftlichen Folgen. Hoteliers, Restaurants, Reiseleiter im In- und Ausland, Obdachlose, Familien mit Kindern… Man fühlt sich hilflos, weiß nicht mehr, wem zuerst und wie helfen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass es im Moment die beste Hilfe ist, sich zurückzunehmen, die Regeln einzuhalten und seine Kontakte soweit wie möglich einzuschränken. Es ist eine schlimme Zeit, durch die wir durchmüssen, damit es möglichst bald weitergehen kann mit einem halbwegs “normalen” Leben, damit wir u.a. unsere Reisesehnsucht stillen können. An meiner Einstellug hat sich auch im April 2021 nichts geändert.

Dezember 2020

Immer noch kein Ende in Sicht! Die Infektionszahlen steigen in rasender Schnelligkeit und in schwindelerregende Höhen! Trotz Lockdown light mehr als 30.000 positiv Getestete in 24 Stunden! Also werden die Maßnahmen verschärft. Meine Fassade bröckelt. Es ist nicht die Reisesehnsucht, die mich umtreibt. Ich würde zumindest gerne mal wieder in ein Museum oder in den Zoo!

Mein innerer Frieden bröckelt. Mich packt unbändige Wut, wenn ich Menschen ohne Maske in der U-Bahn sehe! Auf die Corona-Leugner bin ich nicht gut zu sprechen.

Gut, dass ich zur Zeit nicht raus darf! Ich kuschele mich auf mein Sofa, lese viel, freue mich auf das nächste ZOOM-Meeting und versuche, meinen Unmut wegzumeditieren. Es werden auch wieder bessere Zeiten kommen!

Februar 2021 – Update

Seit meinem letzten Update sind mehr als zwei Monate vergangen. Es hat sich praktisch nichts verändert. Museen und Tierparks sind immer noch geschlossen. Masken muss man in Hamburg fast immer und überall tragen. Wer kann sich die Ausnahmen merken?

Die bunten Stoffmasken reichen nicht mehr. Ich habe mir Filzstifte gekauft, um die weißen FFP2-Masken mit Smileys und Herzchen zu verzieren.

Highlights sind zweimal die Woche die paar Stunden Büroarbeit und dreimal im Monat meine Schicht in der Bahnhofsmission.

Ich habe mich daran gewöhnt, dass ich Freunde nur noch per Telefon und Zoom treffe. Träume von einem frisch gezapften Bier in einer netten Kneipe. Und dass ich bald zum Friseur darf.

Vom Reisen träume ich kaum. Warum sollte ich? China wird sich noch lange den Touristen aus dem Corona verseuchten Europa verschließen. Vielleicht im Herbst nach Korcula?

Ach, was soll’s?! Wenn ich von den Partys an der Alster höre und den Bäckereiverkäufer mit der freien Nase sehe, weiß ich, dass das mit dem Lockdown noch lange weitergehen wird.

Statt Reisesehnsucht unnütz zu pflegen, konzentriere ich mich weiter auf das Hier und Jetzt, finde Vergnügen an Online-Vorträgen und digitalen Museumsbesuchen. Es geht mir gut.

Das Leben geht weiter – ohne Reisen?

Tja. was soll ich sagen? Im April 2021 hat mich selbst ein Schlaganfall getroffen. Es war nicht besonders schlimm und es scheinen auch keine bleibenden Schäden zu sein.

3 Monate danach ist eigentlich nur noch eine große Schwäche übrig zu sein. Ich kann nicht lange auf den Beinen sein. Es wird aber immer besser. Auch meine Dienste in Bahnhofsmission habe ich in reduzierten Massen wieder aufgenommen.

Dabei stellt sich heraus, dass das handschriftliche Schreiben noch nicht wieder richtig geht, denn das muss man bei der BM ziemlich oft. Am Anfang habe ich ziemlich deutlich gemerkt, dass das Schreiben am Computer nicht mehr so einfach funktioniert. Ich hatte Finger, die 2 Buchstaben oder die falschen Buchstaben erfassten. Das Ende des Bambooblogs stand im Raum!

Doch so leicht lass ich mich nicht unterkriegen!

Jede Woche mache ich leichte Fortschritte, langsam.

Nur die weitere Öffnung nach dem Logdown bringt mir kaum etwas. Ich traue mich nicht länger von Zuhause weg. Dafür habe ich noch nicht die Kraft. Die Reisesehnsucht muss warten.

Aber es gibt eine sensationelle gute Nachricht! Ich habe abgenommen und Normalgewicht erreicht! So wenig wie jetzt habe ich seit meiner Schulzeit nicht mehr gewogen! Ich muss mir nun viele neue Klamotten kaufen, weil alles schlackert an den dünnen Beinchen.

Also etwas Gutes gibt es im Schlechten!

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Ulrike

10 Kommentare

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  • Hallo Reiner,
    danke, dass Du mich auf Widersprüche in meinem Artikel aufmerksam machst. Dieses “Reisen müssen”, das Leben ohne reisen sich nicht vorstellen zu können. das ist vorbei. Ich bleibe auch gerne zuhause. Klar, wenn es wieder geht, werde ich auch gerne wieder nach China reisen. Aber wenn ich nie wieder reisen könnte/dürfte, wäre es nicht schmerzlich für mich. Vielleicht werde ich das im Artikel noch deutlicher schreiben.
    Im Moment bin ich vollkommen zufrieden damit, dass ich schreiben kann, und das auch wieder beruflich mache!
    Liebe Grüße
    Ulrike

  • Reiner Kerner

    Hallo Ulrike,
    ein wundervoller, persönlicher Artikel! Eines irritiert mich aber:

    Zitat: Noch vor wenigen Jahren hätte es mich sehr belastet, wenn ich nicht hätte reisen dürfen.

    „Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“ Augustinus von Hippo (354-430)

    Dies Zitat kann ich auch immer noch voll und ganz unterschreiben. Doch heute ist es für mich kein MUSS mehr, sondern ein KANN. Meine Reisesehnsucht hält sich in Grenzen.

    Ich denke, dass ich, sobald es möglich ist, wieder unterwegs sein werde.

    Ganz besonders ist mir der Part: “Meiner Reiselust hält sich in Grenzen.” im Gegensatz zu “Ich denke, dass ich,sobald es wieder möglich ist, wieder unterwegs sein werde.”
    Ich glaube schon, dass in dir die Reiselust bennt, Du es selber im Geiste unterdrückst.

    Ich kann es nich mehr erwarten Südostasien wieder zu sehen und vollkommen verstaubt und verschwitzt durch die Ruinen der Geschichte zu streifen.

    Mit lieben Grüßen und dem Wunsch, dass Du schnell den Virus der Reiselust bekommst! 😉

    Reiner

  • Ich bewundere Deine Energie un lese gerne von Deinen Ausflügen! Ja, auch Zuhause gibt es viel zu entdecken, ganz ohne große Reise!
    LG
    Ulrike

  • Wenn ich TV-Dokus über fremde Länder und Orte sehe, dann packt mich durchaus die Sehnsucht – ach, was wäre ich jetzt gerne dort… Aber das geht halt aus mehrerlei Gründen grade nicht. Meine Reiselust “tobe” ich jetzt durch Ausflüge in die Region und kleinen Wanderungen aus. Gestern war ich in Bamberg – und in diesem mir noch sehr fremden Teil Bayerns fühlte ich mich einen Tag lang durchaus so, als wäre ich in einem fremden Land. 😉 Ich möchte das schon so nach und nach gemächlich erkunden. 😉
    Sei lieb gegrüßt!

  • Wird es denn jetzt besser? Opern sind wohl noch nicht möglich. Hoffentlich entspannt sich die Lage bald!

  • Nemorino

    Interessante Überlegungen, die sich zum Teil mit meinen übereinstimmen. Für mich platzte die Corona-Schließung mitten in ein volles Semester. Plötzlich hatte ich keinen Unterricht mehr zu erteilen, keine Opernvorstellungen zu besuchen, und ich musste alle geplanten Reisen absagen, inklusive 2x Paris. Zum Glück durften wir die ganze Zeit unbeschränkt Fahrrad fahren, was mir bei der Umstellung sehr geholfen hat.

Ich freue mich auf Deinen Kommentar!